Hohe Gehälter als Beamter

"Der Spiegel" nimmt sich Etienne Schneider vor

Unter dem Titel "Das Luxemburg-Prinzip" berichtet "Der Spiegel" über die Nebeneinkünfte von Beamten in der Privatwirtschaft.
Unter dem Titel "Das Luxemburg-Prinzip" berichtet "Der Spiegel" über die Nebeneinkünfte von Beamten in der Privatwirtschaft.
Screenshot: spiegel.de

(ks) - Das Magazin "Der Spiegel" berichtet in seiner neuesten Ausgabe, die am Samstag erscheint, über luxemburgische Beamte, die dank ihrer Nebentätigkeiten in Verwaltungsräten zusätzliche Gehälter einstreichen. Ein bekanntes System, in dem allerdings wenig Transparenz besteht und zudem ein Thema, das das "Luxemburger Wort" bereits im Januar ausführlich aufgriff.

Auf vier Seiten zeigt der "Spiegel" nun am Beispiel von Wirtschaftsminister Etienne Schneider auf, wie hohe Beamte durch lukrative Posten in Unternehmen, in denen sie den Staat vertreten, Nebeneinkünfte generieren. Flankiert wird der Text von einem Foto von Etienne Schneider, der neben einer Luxuskarosse posiert. Bevor Schneider als Minister in die Regierung aufstieg, war der LSAP-Politiker Beamter im Wirtschaftsministerium und Verwaltungsratspräsident beim Energieversorger Enovos.

Hintergrund ist die LuxLeaks-Affäre

Die Höhe seiner damaligen Einkünfte wollte Schneider nicht kommentieren. "Wie viel er mit dem Posten insgesamt verdient hat, legt Schneider nicht offen. Dass seine Zusatzeinkünfte bei über 100.000 Euro jährlich gelegen haben, bestreitet er nicht. Durch die vielen vergüteten Mandate habe sein Einkommen als Beamter um die Hälfte höher gelegen als jetzt", heißt es in dem "Spiegel"-Bericht.

Das Magazin berichtet darüber hinaus im gleichen Artikel über "fragwürdige Steuererleichterungen für Weltkonzerne" im Großherzogtum. Anlass für die Berichterstattung ist der Termin von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in der Sonderkommission zur LuxLeaks-Affäre am kommenden Donnerstag. In einem zweiten Artikel geht das Magazin darauf ein, dass der Ausschuss bisher kaum Aufklärungsarbeit leisten konnte, da ihm notwendige Dokumente von der EU-Kommission oder den Mitgliedsstaaten nicht zur Verfügung gestellt wurden.

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