Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hausse auf Spritpreisen nicht hausgemacht
Wirtschaft 07.01.2020

Hausse auf Spritpreisen nicht hausgemacht

Entlang der Grenzen boomt der Tanktourismus seit Jahren.

Hausse auf Spritpreisen nicht hausgemacht

Entlang der Grenzen boomt der Tanktourismus seit Jahren.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 07.01.2020

Hausse auf Spritpreisen nicht hausgemacht

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Ab Dienstag ist das Tanken deutlich teurer geworden. Doch das hat nichts mit der geplanten Akzisenerhöhung zu tun.

Die am Dienstag wirksam gewordene saftige Verteuerung der Treibstoffe hat nichts mit der kürzlich von der Regierung angekündigten Erhöhung der Akzisen zu tun. Dies bestätigte der Vorsitzende des Groupement Pétrolier, Romain Hoffmann, am Dienstag gegenüber RTL. Schuld an der ungewohnt starkten Erhöhung von Benzin (+5,3 Cent) und Diesel (+6,8 Cent) ab Mitternacht seien einerseits den Unruhen im Nahen Osten geschuldet, infolge derer der Rohölpreis schlagartig von unter 65 Dollar auf teilweise mehr als 70 Dollar gestiegen ist.


Die Kosten des Tanktourismus
Kassiert der Staat selbst bei niedrigem Steuersatz prächtig? Gastautor Michel Cames analysiert.

Andererseits sind die Ölkonzerne seit Beginn 2020 wegen der Umsetzung zweier EU-Direktiven verpflichtet, den Anteil von Biokraftstoffen im Treibstoff zu erhöhen. Da aber Biokraftstoffe teurer sind, als fossiler Sprit, bleibe dies nicht ohne Auswirkung auf den Endpreis.

Der Mann richtet im Namen der luxemburgischen Ölversorger einen Aufruf an die Regierung, mit der angekündigten Erhöhung der Akzisen zu warten. Die Branche brauche Zeit, sich anzupassen. Im vorigen Jahr hatte die Regierung bereits die Abgaben erhöht, was beispielsweise beim Dieseltreibstoff einen Rückgang der Verkäufe um 2,5 Prozent mit sich gebracht hatte. Niemand könne zum jetzigen Zeitpunkt zudem sagen, wie sich der Rohölpreis entwickeln werde. 

Den Tanktourismus im Visier


China Finance Forum. Luxembourg, Luxembourg - 08. 10. 2019 photo: Matic Zorman / Luxemburger Wort
Akzisenerhöhung 2020: Diesel bis zu fünf Cent teurer, Benzin bis zu drei Cent
Zwischen Februar und April soll eine neue Verbrauchssteuer von bis zu fünf Cent auf Diesel und bis zu drei Cent auf Benzin in Kraft treten, wie Finanzminister Pierre Gramegna am Montag ankündigte.

Mitte Dezember hatten  Finanzminister Pierre Gramegna, Energieminister Claude Turmes und Arbeitsminister Dan Kersch angekündigt, im Laufe des Jahres 2020 an der Akzisenschraube drehen zu wollen. Um bis zu fünf Cent je Liter Diesel und drei Cent je Liter Benzin will man zwischen Februar und April die Treibstoffpreise steigen lassen. Ziel ist es,  das Preisgefälle gegenüber den Nachbarländern zu verringern, um so dem Tanktourismus Einhalt zu gebieten. Jeder im Großherzogtum verkaufte Liter Sprit wird der nationalen Klimabilanz zugerechnet.

Der CSV-Abgeordnete Gilles Roth hat hierzu am Dienstag eine parlamentarische Frage an die zuständigen Minister eingereicht. Neben der Frage, ob die Regierung die Erhöhung trotz der aktuellen Verteuerung dennoch durchziehen möchte, fragt der Abgeordnete zudem, ob man Ausgleichsmaßnahmen vorsehe und wie diese gegebenenfalls aussehen könnten.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.