Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Harley-Davidson verlagert wegen EU-Zöllen Produktion aus den USA
Die Maschinen von Harley Davidson erfreuen sich in Europa großer Beliebtheit.

Harley-Davidson verlagert wegen EU-Zöllen Produktion aus den USA

Foto: Georg Wendt/dpa
Die Maschinen von Harley Davidson erfreuen sich in Europa großer Beliebtheit.
Wirtschaft 25.06.2018

Harley-Davidson verlagert wegen EU-Zöllen Produktion aus den USA

Der von Donald Trump angezettelte Handelskrieg erweist sich, wie zu erwarten war, als kontraproduktiv: der berühmte Motorradhersteller lässt seine Maschinen in Zukunft im Ausland bauen.

(dpa) - Harley-Davidson wird wegen der EU-Vergeltungszölle auf amerikanische Waren einen Teil seiner Produktion aus den USA verlagern. Dadurch soll eine Preiserhöhung für Kunden in Europa vermieden werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer. Bis die Verlagerung der Produktion binnen 9 bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hieß es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar.

Die EU reagierte mit den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais oder Motorräder auf zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa. Harley-Davidson ist das erste US-Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab.

Würde man die höheren Kosten mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen „sofortigen und langanhaltenden“ Schaden für das Geschäft in der Region zur Folge, erklärte Harley-Davidson den Schritt. Europa sei mit knapp 40 000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA. Harley-Davidson hat Werke außerhalb der USA in Brasilien, Indien und Thailand. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

EU-Vergeltungszölle: Trump droht mit Eskalation
Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. Umgehend twitterte der US-Präsident zurück.
ARCHIV - 25.06.2010, Hamburg:  Motorräder stehen  aufgereiht bei den «Harley Days 2010». Am 22. Juni 2018 beginnen die Harley Days in Hamburg. Foto: Fabian Bimmer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
G7-Gipfel: Der Bruch
Ein historisches Fiasko bei dem G7-Treffen geht dem historischen Gipfel mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un voraus. US-Präsident Donald Trump verabschiedet sich aus der auf Regeln und Zusammenarbeit begründeten Werte-Gemeinschaft.
Es war ein unrühmlicher Abgang für den US-Präsidenten, der sich nicht nur fünf Stunden vor dem eigentlichen Ende aus dem Staub machte, sondern auch die gemeinsame Erklärung aufkündigte.