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Handwerk setzt auf Digitalisierung
Wirtschaft 2 Min. 15.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Neue Studie

Handwerk setzt auf Digitalisierung

Insgesamt wurden 400 Unternehmen aus den Bereichen Bau, Mode, Gesundheit, Mechanik, Kommunikation, Dienstleistungen und dem Lebensmittelhandwerk befragt.
Neue Studie

Handwerk setzt auf Digitalisierung

Insgesamt wurden 400 Unternehmen aus den Bereichen Bau, Mode, Gesundheit, Mechanik, Kommunikation, Dienstleistungen und dem Lebensmittelhandwerk befragt.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 15.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Neue Studie

Handwerk setzt auf Digitalisierung

Seit Jahren ist klar: der Trend geht in Richtung Digitalisierung. Diese Entwicklung macht auch vor dem Handwerk nicht halt. Eine Studie zeigt jetzt, inwieweit Luxemburger Handwerksbetriebe digitale Medien bereits nutzen und wo möglicherweise noch Handlungsbedarf besteht.

(M.G.) - In Zeiten reger Debatten über eine bevorstehende digitale Revolution, bleibt die Frage nicht aus, ob Luxemburger Unternehmen hier überhaupt mithalten könnten. Eine breit angelegte Umfrage des Handwerksverbandes (FDA) zum Thema der Digitalisierung im Handwerk ergab, dass die Mehrheit der Betriebe über eine digitale Grundausstattung verfügt, die wenigsten sich jedoch mit neueren Konzepten wie Prozessmanagement beschäftigt hat.

Tatsächlich nutzen 90 Prozent der Befragten in ihrem Unternehmen einen Computer. Ganze 60 Prozent der Firmen besitzen sogar einen eigenen Server. Positiv fällt auf, dass die Unternehmen sich beim Thema Sicherheit der Gefahren bewusst sind. In 95 Prozent der Firmen ist der Internetzugang durch eine Firewall oder zumindest durch einen aktualisierten Virenschutz gesichert.

Online-Präsenz wird großgeschrieben

Genutzt wird das Internet in den meisten Fällen zur Kommunikation, für Bankgeschäfte oder zur Präsentation des Unternehmens. Letzteres wird zunehmend wichtiger. Für 60 Prozent der Unternehmen bedeutete Digitalisierung vor allem eine verbesserte Kundenkommunikation. Inzwischen betreiben ganze 95 Prozent der Firmen eine eigene Webseite. Knapp die Hälfte der Betriebe nutzen Facebook um ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

60 Prozent der Unternehmen haben zudem angegeben, dass sie die Zufriedenheit ihrer Kunden messen. Folglich bestünde hier, laut der FDA, die Möglichkeit digitale Anwendungen zur Erfassung der Kundenzufriedenheit anzuwenden.

Das Internet wird lediglich von 12 Prozent der Befragten genutzt, um Produkte online zu verkaufen. Beim Einkauf von Waren sieht es da schon anders aus: mehr als die Hälfte nutzen das Internet um online einzukaufen.

Die meisten sehen Digitalisierung als Chance

Die FDA stellt fest, dass ein Großteil der Betriebe dem Prozess der Digitalisierung positiv gegenüber steht. Das bilde eine gute Voraussetzung für künftige Sensibilisierungsbemühungen. Immerhin sehen 67 Prozent der befragten Unternehmen die Digitalisierung als Chance. 29 Prozent fühlen sich nicht unmittelbar betroffen und lediglich vier Prozent der Geschäftsführer bewerten den digitalen Fortschritt als Gefahr für ihren Betrieb.

Voraussetzung für eine effiziente Nutzung der neuen Technologien sind logischerweise kompetentes Personal sowie die nötige Beratung und Informationen. Doch genau das fehle rund einem Drittel der Unternehmen. Hier möchte die FDA ansetzen und ihren Mitgliedern möglichst pragmatische Hilfestellungen anbieten.

Neue Technologien sind noch unbekannt

Das Internet der Dinge ist für 70 Prozent der befragten Betriebschefs ein komplett unbekanntes Konzept. Den Begriff einordnen können 20 Prozent. Konkrete Anwendungen in ihrem Unternehmen eingesetzt haben lediglich vier Prozent. Dabei könnten solche Systeme die Arbeit erleichtern, oder gleich ganz abnehmen.

Ähnlich sieht es beim Prozessmanagement aus. Die Mehrheit (45 Prozent) gab an, sich noch nicht mit dem Konzept beschäftigt zu haben. Die FDA sieht in der Digitalisierung des Prozessmanagements großes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Fehlervermeidung.

Die Altersstruktur der Betriebsinhaber lässt klar erkennen, dass die sogenannten „Digital Natives“ noch nicht im Handwerk angekommen sind. Laut FDA, müsse die jetzige Unternehmergeneration jedoch „wohl oder übel digitale Kompetenzen erwerben“.


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