Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Handelskrieg mit USA lässt Chinas Außenhandel einbrechen
Wirtschaft 3 Min. 12.07.2019

Handelskrieg mit USA lässt Chinas Außenhandel einbrechen

Handelskrieg mit USA lässt Chinas Außenhandel einbrechen

Foto: Feng Li / Pool/GETTY IMAGES / PO
Wirtschaft 3 Min. 12.07.2019

Handelskrieg mit USA lässt Chinas Außenhandel einbrechen

Die Sonderzölle im Handelskonflikt bremsen den Warenaustausch zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Wann finden die USA und China zumindest wieder an den Verhandlungstisch zurück?

(dpa) - Der Handelskrieg mit den USA setzt Chinas Wirtschaft kräftig zu. Der chinesische Außenhandel ging im Juni insgesamt um vier Prozent zurück. Die gegenseitig verhängten Strafzölle ließen den Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften allein um mehr als 13 Prozent einbrechen, wie der chinesische Zoll am Freitag in Peking mitteilte. Chinas Importe aus den USA mussten in US-Dollar berechnet wieder ein massives Minus von 31,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat (Mai: 29,6 Prozent) hinnehmen. Chinesische Exporte in die USA gingen weiter deutlich um 7,8 Prozent (Mai: 8,4 Prozent) zurück.

Die chinesischen Ausfuhren in die ganze Welt fielen um 1,3 Prozent, während die Importe stärker als erwartet um 7,3 Prozent absackten, was auf eine schlechtere konjunkturelle Entwicklung in China hindeutet. Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 8,5 Prozent gegeben. Seit Jahresanfang ging Chinas Außenhandel damit um zwei Prozent zurück. Die Exporte stagnierten praktisch mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent, während die Importe um 4,3 Prozent fielen.


Huawei war besonders stark von dem Streit getroffen worden.
Handelskrieg: USA und China reden miteinander
Nur langsam kommen die USA und China wieder an den Verhandlungstisch. Chinas Telekomriese Huawei kann wieder auf Geschäfte mit US-Firmen hoffen, bleibt aber auf der schwarzen Liste. Wie geht es weiter?

Wegen des Rückgangs des Außenhandels dürfte Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal nach Schätzungen möglicherweise nur noch um 6,2 Prozent gewachsen sein - so langsam wie seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr. Im ersten Quartal waren noch 6,4 Prozent erreicht worden. Die neuen Zahlen für die Wirtschaftsleistung im Juni wird das Statistikamt in Peking an diesem Montag mitteilen.

In dem seit einem Jahr anhaltenden Handelskrieg der USA mit China deutet sich auch keine Entspannung ab. Selbst nach der Einigung von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende Juni am Rande des Gipfels der großen Industrieländer (G20) in Osaka in Japan auf eine Wiederaufnahme der Gespräche, finden beide Seiten noch nicht wieder an den Verhandlungstisch zurück.

Trump ist enttäuscht, dass China seine Käufe von landwirtschaftlichen Produkten in den USA seither nicht ausgeweitet hat. „China lässt uns hängen“, schrieb der Präsident auf Twitter. Aus seiner Sicht hat China bei dem Treffen in Osaka zugesagt, mehr Agrarprodukte in den USA zu kaufen, was von chinesischer Seite aber nie bestätigt worden ist. Nach Presseberichten macht Xi Jinping solche Einkäufe vom weiteren Verlauf der Verhandlungen abhängig.

Wann der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sowie Finanzminister Steven Mnuchin wie erwartet zur nächsten Runde der Verhandlungen nach Peking reisen, muss sich zeigen. Dass es nicht einmal einen Termin gibt, ist ein weiteres Zeichen für die andauernden Differenzen.

Beide Länder liefern sich seit einem Jahr einen erbitterten Handelskrieg, der nicht nur das Wachstum in den USA und China bremst, sondern auch der globalen Konjunktur schadet. Auslöser war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten sowie zwangsweisen Technologietransfer und staatliche Subventionen.

Seither hat Trump die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen belegt. China reagierte mit Gegenzöllen. Für die vereinbarte Wiederaufnahme der Handelsgespräche sagte der US-Präsident in Osaka zu, eine geplante Ausweitung der Sonderabgaben zunächst zu verschieben. Doch steht seine Drohung weiter im Raum. Er denkt an 10 bis 25 Prozent Zusatzzölle auf die restlichen China-Einfuhren im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar.


TOPSHOT - US President Donald Trump arrives to announce a new immigration proposal, in the Rose Garden of the White House in Washington, DC on May 16, 2019. - Trump proposed an overhaul of US immigration to favour applicants with high skills and good English, while cutting back on family based arrivals and asylum seekers. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
Donald Trumps Problem mit den Autozöllen
In eine Weltwirtschaft, in der alles mit allem verbandelt ist, will „America First“ nicht so recht passen. Donald Trumps aggressive Handelspolitik scheint an ihre Grenzen zu stoßen.

Für China ist hingegen auch wichtig, wie die USA mit dem chinesischen Telekom-Riesen Huawei umgehen. In Osaka hatte Trump überraschend versprochen, dass US-Unternehmen doch wieder Geschäfte mit dem führenden Netzwerkausrüster und zweitgrößten Smartphone-Hersteller machen dürfen. So sollen dafür jeweils Lizenzen vergeben werden, wenn die Lieferungen „keine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA“ darstellen. Huawei bleibt aber weiter auf einer schwarzen Liste.

Mit den Lizenzen werden große amerikanische Chiphersteller wie Qualcomm und Intel oder auch Google voraussichtlich wieder an Huawei liefern können. Somit könnte auch wieder die Versorgung der Huawei-Smartphones mit neuen Versionen des Android-Betriebssystems gesichert werden. Die Unklarheit darüber hatte Verbraucher in Deutschland und anderswo schwer verunsichert.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Handelskrieg: USA und China reden miteinander
Nur langsam kommen die USA und China wieder an den Verhandlungstisch. Chinas Telekomriese Huawei kann wieder auf Geschäfte mit US-Firmen hoffen, bleibt aber auf der schwarzen Liste. Wie geht es weiter?
Huawei war besonders stark von dem Streit getroffen worden.
Donald Trumps Problem mit den Autozöllen
In eine Weltwirtschaft, in der alles mit allem verbandelt ist, will „America First“ nicht so recht passen. Donald Trumps aggressive Handelspolitik scheint an ihre Grenzen zu stoßen.
TOPSHOT - US President Donald Trump arrives to announce a new immigration proposal, in the Rose Garden of the White House in Washington, DC on May 16, 2019. - Trump proposed an overhaul of US immigration to favour applicants with high skills and good English, while cutting back on family based arrivals and asylum seekers. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
Handelskrieg: Trump will mit Xi reden
Trump hat den Handelskrieg mit China weiter eskaliert. Jetzt will der US-Präsident die Besorgnisse dämpfen und mit Staatschef Xi reden. Die Anleger weltweit sind beunruhigt.
(FILES) In this file photo taken on May 09, 2019, US President Donald Trump speaks during event on ending surprise medical billing at the White House in Washington, DC. - President Donald Trump on Monday, May 13, 2019 warned China not to retaliate after Washington raised punitive duties on $200 billion worth of Chinese imports to 25 percent from 10 percent. "China should not retaliate-will only get worse!" Trump wrote in a flurry of tweets on trade. The tariffs were imposed on Friday, May 10, 2019 after two days of talks to resolve the US-China trade battle ended with no deal, however negotiations will continue. Trump also addressed Chinese President Xi Jinping and warned that companies would leave China if a trade deal was not reached. (Photo by Jim WATSON / AFP)
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.