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Handelskammer: „Die Situation ist ernst“
Wirtschaft 15.07.2020

Handelskammer: „Die Situation ist ernst“

"Warum ist Luxemburg bei der Wettbewerbsfähigkeit nicht unter den ersten drei?", fragt Handelskammer-Präsident Luc Frieden am Mittwoch.

Handelskammer: „Die Situation ist ernst“

"Warum ist Luxemburg bei der Wettbewerbsfähigkeit nicht unter den ersten drei?", fragt Handelskammer-Präsident Luc Frieden am Mittwoch.
Archivfoto: Gerry Huberty
Wirtschaft 15.07.2020

Handelskammer: „Die Situation ist ernst“

Marco MENG
Marco MENG
Die Chambre de Commerce stellt ihre Ideen vor, wie Luxemburgs Unternehmen aus der Krise kommen sollen - Staat und Betriebe müssen kräftig investieren.

„Die Situation, in der wir uns befinden, ist ernst“, sagt der Präsident der Handelskammer Luc Frieden.

Der internationale wirtschaftliche Abschwung, der als Folge der Covid-Krise zu erwarten sei, werde das international aufgestellte Luxemburg besonders treffen. Beispiel Finanzdienstleistungen, Luxemburgs Schlüsselsektor: Die britische Wirtschaftsleistung könnte laut Prognosen um zwölf Prozent fallen, was direkte Auswirkungen auf Luxemburgs Finanzsektor haben werde.

„Unsere Betriebe sind zwar gut aufgestellt, aber nicht in der Spitzenposition bei der Wettbewerbsfähigkeit“, merkte Frieden an.

Wie in der aktuellen Krise die Unternehmen vor den schlimmsten Folgen bewahrt und die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann, dazu stellte die Handelskammer am Mittwoch ihre Ideen vor, die auf fünf Hauptsäulen beruhen: Strukturen verbessern, Investitionen fördern und vornehmen, Innovation antreiben und qualifizierte Mitarbeiter anziehen und Steuervergünstigungen.

Dazu müsse Luxemburg aber auch ein wirtschaftsfreundliches Umfeld haben, so Frieden, damit die Unternehmen hier besser gestellt seien als ihre Konkurrenten im Ausland. 

„Daraus entstehen dann Arbeitsplätze und Steuereinnahmen“, so Frieden, der darauf hinweist, dass die von der Regierung vorgenommenen Finanzhilfen an von der Krise betroffene Betriebe nur eine kurzfristige Hilfe sei, aber nicht auf Dauer wirke. „Mittelfristig braucht Luxemburg ein attraktives Wirtschaftsumfeld“, sagt Frieden. 


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Das bedeutet, dass der Staat nun vor allem eines muss: Investieren und Investitionen von Unternehmen fördern, indem er sie steuerlich begünstigt. Frieden denkt dabei an Steuersätze, die unter dem OECD-Durchschnitt liegen sollen. „Mit diesen Maßnahmen kommen wir aus der Krise“, so Frieden. „Aber es müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, denn wir können nicht Jahre warten, das umzusetzen.“

Carlo Thelen, Generaldirektor der Handelskammer, verweist darauf, dass ein Euro Investitionen die Wirtschaftsleistung um 0,8 Euro steigert.

Um Infrastrukturen stark zu machen, fordert die Handelskammer darum staatliche Investitionen von 700 Millionen Euro zusätzlich für 2021. 

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