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Handel: CLC will mehr Mitspracherecht
Wirtschaft 22.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Handel: CLC will mehr Mitspracherecht

CLC-Präsident Gary Kneip (links) und Direktor Thierry Nothum verlangen mehr Mitsprache für den Handel.

Handel: CLC will mehr Mitspracherecht

CLC-Präsident Gary Kneip (links) und Direktor Thierry Nothum verlangen mehr Mitsprache für den Handel.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 22.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Handel: CLC will mehr Mitspracherecht

Der Handelssektor in Luxemburg wird „vernachlässigt“ - so empfinden es die Verantwortlichen der Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC). Man wolle in Zukunft bei der Landesplanung stärker eingebunden werden und ein größeres Mitspracherecht bei Großprojekten erhalten.

(san) - Der Handelssektor in Luxemburg wird „vernachlässigt“ - so empfinden es die Verantwortlichen der Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC). Man wolle in Zukunft bei der Landesplanung stärker eingebunden werden und ein größeres Mitspracherecht bei Großprojekten erhalten. Dies sei zum Beispiel beim Einkaufszentrum-Projekt in Liwingen nie der Fall gewesen.

„Wir waren von Anfang an gegen dieses Projekt“, sagt CLC-Präsident Gary Kneip. Er sei nicht traurig darüber, dass das Einkaufszentrum nicht mehr gebaut würde, bedauere aber, dass es beim politischen Entscheidungsweg keine größere Klarheit gab. „Wenn neue Einkaufsflächen in Luxemburg entstehen, sollten sie schon vorhandenen Geschäften keine Konkurrenz machen“, fordert CLC-Direktor Thierry Nothum. Darüber hinaus würden zusätzliche, große Einkaufsflächen in Luxemburg zurzeit nicht gebraucht.

Krise lastet auf dem Handel

Der Handel in Luxemburg hat deutlich unter der Krise gelitten: Der Umsatz liege laut CLC heute auf dem gleichen Niveau wie vor sechs Jahren. Die Verbraucher sind misstrauischer und vorsichtiger geworden. Trotz der steigenden Kaufkraft geben die Menschen in Luxemburg weniger Geld aus. Wie wird sich der Handel in den kommenden zehn Jahren entwickeln? Dieser Frage ist die CLC in ihrer neuen Studie „Le commerce luxembourgeois à l'horizon 2020“, die am Dienstag vorgestellt wurde, nachgegangen.

Preis nicht das Hauptargument

Die größte Herausforderung stelle der E-Commerce dar. Dieser werde sich laut der Studie bis 2020 vervierfachen. Die Konkurrenz aus den Nachbarländern werde ebenfalls immer weiter zunehmen. Der Verkäufer müsse sich auf einen Mentalitätswandel beim Verbraucher einstellen: Dieser sei durch die neuen Technologien und sozialen Netzwerke in seinem Kaufverhalten kritischer geworden. 2020 werde nicht unbedingt der Preis, sondern Empfang und Service im Handel ausschlaggebend sein.

Beim Thema Öffnungszeiten weicht die CLC nicht von der bisherigen Position ab: „Der Handel ist eine wirtschaftliche Aktivität wie jede andere auch, der Händler sollte die Möglichkeit haben, auch samstagabends und sonntags Kunden zu bedienen“, so Kneip. „Wir leben schließlich in einer modernen Welt.“