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Hand in Hand für ein nachhaltiges Finanzwesen
Wirtschaft 2 Min. 30.05.2018

Hand in Hand für ein nachhaltiges Finanzwesen

Grün ist die Zukunft: Es führt kein Weg an nachhaltigen Finanzprodukten vorbei.

Hand in Hand für ein nachhaltiges Finanzwesen

Grün ist die Zukunft: Es führt kein Weg an nachhaltigen Finanzprodukten vorbei.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 30.05.2018

Hand in Hand für ein nachhaltiges Finanzwesen

Mara BILO
Mara BILO
Gestrandete Vermögenswerte, langfristige Risiken, hohe Kosten – längst lohnt es sich nicht mehr, in nicht-nachhaltige Finanzprodukte zu investieren. Darüber sind sich der private Sektor und die Politik beim „Sustainable Finance Forum“ einig.

Nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten sind im Aufwind bei den Investoren; das zeigte die Zahl der Teilnehmer am „Sustainable Finance Forum“ („Forum für nachhaltige Finanzierung“) gestern im Cercle Cité. Aus der ganzen Welt sind Vertreter verschiedener Banken und Investmentfonds sowie der europäischen Institutionen nach Luxemburg gekommen, um sich über nachhaltige Investitionen auszutauschen. Im Fokus: Der Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, den die Europäische Kommission Ende März 2018 vorgestellt hat.


European commission president Jean-Claude Juncker (L) shakes hands with united nations secretary-general envoy for climate action Michael Bloomberg during the green finance conference at the European commission headquarters on March 22, 2018, in Brussels. / AFP PHOTO / Ludovic MARIN
Finanzsektor im Visier: Die Zeichen stehen auf Grün
Durch einen neuen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums will die Europäische Kommission den Finanzsektor dazu ermutigen, gegen die Folgen des Klimawandels mitzukämpfen. Luxemburg hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen.

Der Aktionsplan zielt darauf ab, privates Kapital in nachhaltige Investitionen umzulenken. Dadurch erhofft sich die Brüsseler Behörde, den Finanzsektor dazu zu ermutigen, gegen die Folgen des Klimawandels mitzukämpfen. Vor einer Woche hatte die EU-Kommission dann erste Maßnahmen ihres Planes vorgestellt – unter anderem ein Klassifikationssystem mit Evaluierungskriterien für nachhaltige Finanzprodukte. Diese sollen Anleger europaweit mehr Klarheit darüber verschaffen, welche Anlagen tatsächlich nachhaltig, also grün, sind und welche nicht.

Luxemburg ist ein Vorreiter in Sachen grüne Finanzierung.


EU Commissioners Valdis Dombrovskis (L) and Jyrki Katainen address a press conference on commission proposals to strengthen the financial union with the development of the so-called sovereign bond-backed securities, sustainable finance and giving smaller businesses easier access to financing through capital markets at the European Commission in Brussels on May 24, 2018. / AFP PHOTO / EMMANUEL DUNAND
Mehr Klarheit für Anleger
Was ist grün, was nicht: Die Kommission schlägt ein Klassifikationssystem vor, das Anlegern europaweit helfen soll, umweltbewusste Investitionsentscheidungen zu treffen. Dadurch erhofft sich die Brüsseler Behörde, privates Kapital in nachhaltige Anlagen umzulenken.

Das Klassifikationssystem, auch Taxonomie genannt, stößt in den EU-Mitgliedstaaten auf großes Interesse – in aller erster Linie in Luxemburg. Finanzminister Pierre Gramegna, der beim „Sustainable Finance Forum“ einen der Eröffnungsvorträge hielt, betonte, dass Luxemburg ein Vorreiter in Sachen grüne Finanzierung ist: „Wir haben zur Ausarbeitung der Evaluierungskriterien beigetragen.“

Damit bezieht er sich auf die Zusammenarbeit zwischen der Luxemburger Börse und der EU-Kommission. Denn: Julie Becker, Vorstandsmitglied der Luxemburger Börse, hat als Mitglied einer Sachverständigengruppe am Aktionsplan der Europäischen Kommission mitgearbeitet. Der Aktionsplan beruht auf den Empfehlungen dieser Expertengruppe.

Gramegna betonte auch, dass nachhaltiges Wachstum nur durch die Zusammenarbeit aller im grünen Finanzsektor Engagierten möglich ist: „Wir stehen in diesem Bereich nicht in Wettbewerb miteinander. Aber: Es gibt ein gemeinsames Ziel, das wir zusammen erreichen wollen.“ Und weiter: „Je mehr wir uns für die Förderung und Durchführung von Initiativen wie diesem Aktionsplan durchsetzen, desto erfolgreicher werden wir sein, um gegen den Klimawandel anzukämpfen.“ Die EU sollte in den Augen des Ministers der Motor für grüne Finanzierung sein und mit einer Stimme auf der internationalen Ebene sprechen.

Aktionsplan für Luxemburg

Über die EU-Initiative hinaus, wird in Luxemburg derzeit auch ein nationaler Aktionsplan ausgearbeitet. Dieser wird in Zusammenhang mit der Finanz-Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen erstellt. Gramegna: „Wir wollen nach weiteren neuen und innovativen Ideen und Möglichkeiten für eine nachhaltige Finanzierung forschen.“


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