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Hahn bald komplett in chinesischer Hand
Wirtschaft 2 Min. 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Hunsrück-Airport wird privatisiert

Hahn bald komplett in chinesischer Hand

Rheinland-Pfalz hat bereits einen Kaufvertrag über seine 82,5 Prozent am Hahn unterschrieben.
Hunsrück-Airport wird privatisiert

Hahn bald komplett in chinesischer Hand

Rheinland-Pfalz hat bereits einen Kaufvertrag über seine 82,5 Prozent am Hahn unterschrieben.
Foto: Reuters
Wirtschaft 2 Min. 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Hunsrück-Airport wird privatisiert

Hahn bald komplett in chinesischer Hand

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Das hessische Kabinett hat dem Verkauf seiner Anteile von 17,5 Prozent zugestimmt. Derweil will ein Frachtkunde seine Flüge auf dem krisengeschüttelten Flughafen reduzieren. Droht ein neuer Einbruch?

(aa/dpa) - Das hessische Kabinett hat dem Verkauf seiner Anteile von 17,5 Prozent am Flughafen Hahn an ein chinesisches Unternehmen zugestimmt. Endgültig frei werden soll der Weg für den Verkauf an diesem Mittwoch (15. Juni) im Haushaltsausschuss des hessischen Landtags. Erwartet wird, dass auch dieses Gremium, das wie üblich hinter geschlossenen Türen tagt, grünes Licht gibt.

Rheinland-Pfalz hat bereits einen Kaufvertrag über seine 82,5 Prozent mit dem weithin unbekannten chinesischen Unternehmen Shanghai Yiqian Trading (SYT) unterschrieben. Dieses will die 2015 vom Flughafen Hahn abgewanderte, ebenfalls chinesische Frachtgesellschaft Yangtze River Express wieder in den Hunsrück zurückholen.

Entwicklung des Frachtgeschäft ungewiss

Von der Airline selbst kamen bislang widersprüchliche Signale. Yu Tao Chou, der Generalbevollmächtigte der Shanghai Yiqian, hatte anlässlich der Vorstellung des neuen Investors die Rückkehr von Yangtze River in Aussicht gestellt. Wenige Tage später zitierte die Deutsche Presseagentur Yangtze-Marketing-Manager Wang Bo mit den Worten: „Wir haben keine Pläne, wieder nach Hahn zu fliegen.“ Von einer Shanghai Yiqian habe er noch nie gehört.

Yangtze River Express hatte den Hahn verlassen, nachdem die Chinesen 2014 im Hunsrück noch rund 50000 Tonnen Fracht umgeschlagen hatten. Ein herber Rückschlag für den Regional-Airport. Im gesamten Jahr 2015 wurden auf dem Flughafen Hahn nur noch 80000 Tonnen Fracht umgeschlagen. Wichtigster Kunde ist dabei Silk Way. Nun hat diese die Zahl ihrer wöchentlichen Flüge verringert.

Im Hunsrück reagiert man gelassen

Auf dem krisengeschüttelten Hunsrück-Flughafen nimmt man dies gelassen. Zwar sehe man aktuell einen Rückgang des Frachtaufkommens. Dies bewege sich jedoch im Rahmen saisonaler Schwankungen. Silk Way habe insbesondere in der Vorweihnachtszeit 2015 ein starkes Wachstum hingelegt. Dass dies im Sommer etwas nachlasse sei normal und kein Grund zur Aufregung, sagte eine Sprecherin.

Nach Angaben der Landesregierung von Rheinland-Pfalz liegt der Kaufpreis für den Flughafen Hahn im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Hinter den Kulissen ist von nur zehn bis zwölf Millionen Euro die Rede. Damit könnte Hessen nun weniger als zwei Millionen Euro bekommen. Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz will das Bundesland dem Hahn aber auch künftig keine Subventionen zahlen.


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Auch Hessen will seine Anteile am defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz an das chinesische Unternehmen Shanghai Yiqian Trading (SYT) verkaufen. Angestrebt werde ein Verkaufspreis von 1,43 Millionen Euro, teilte das hessische Finanzministerium am Mittwoch mit.
Rheinland-Pfalz hat bereits einen Kaufvertrag über seine Anteile in Höhe von 82,5 Prozent mit dem weithin unbekannten Unternehmen SYT unterschrieben.
Yangtze River Express hat zum Monatsanfang die Frachtflüge nach Luxemburg eingestellt. Die Zukunft der chinesischen Airline im Großherzogtum gilt als ungewiss. Der Findel könnte den Verlust jedoch leichter verkraften als der nahegelegene Flughafen Hahn in Deutschland.
Yangtze ist der fünftwichtigste Kunde der Luftfracht-Drehscheibe Luxemburgs.