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Hacker bieten Erpressungssoftware zum Mieten an
Wirtschaft 2 Min. 25.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Neue Geschäftsmodelle

Hacker bieten Erpressungssoftware zum Mieten an

Die Angebote der Hacker-Gruppen werden immer professioneller. Sie bieten regelrechte Servicecenter für ihre Kunden an.
Neue Geschäftsmodelle

Hacker bieten Erpressungssoftware zum Mieten an

Die Angebote der Hacker-Gruppen werden immer professioneller. Sie bieten regelrechte Servicecenter für ihre Kunden an.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 25.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Neue Geschäftsmodelle

Hacker bieten Erpressungssoftware zum Mieten an

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Das Geschäft der Hacker boomt. Eine neue Studie deutet auf einen Generationswechsel hin.

Mit Material von dpa und Bloomberg

Cyberkriminelle setzen bei ihren Erpressungsangriffen mit Verschlüsselungssoftware immer häufiger eine Art Mietsoftware ein, die von neuen Banden im Netz als Service bereitgestellt wird. Das geht aus einem Bericht der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks hervor, der am Mittwoch in Santa Clara veröffentlicht wurde. 

Die Sicherheitsforscher beobachteten einen Generationswechsel in der Ransomware-Szene. Große Gruppen wie REvil und Darkside ziehen sich demnach zurück oder benennen sich um, um der Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden und der Medien zu entgehen. Dafür würden neue Gruppen aktiv. Ransomware-Attacken gelten derzeit als die größte Bedrohung im Cyberspace. Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlüsseln. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer ein Lösegeld (engl. „ransom“).


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Kriminelles „Servicecenter“ 

Zu den neuen Gruppen, die Palo Alto Networks entdeckt hat, gehört „Avos Locker“, die das kriminelle Geschäft als Mietservice betreiben („Ransomware as a Service“). Zu der Dienstleistung der Gruppe, die im Netz mit einem blauen Käferlogo auftritt, gehört auch ein vermeintliches Servicecenter. „Wie viele seiner Konkurrenten bietet Avos Locker technischen Support an, um den Opfern bei der Sanierung zu helfen, nachdem sie mit einer Verschlüsselungssoftware angegriffen wurde“, heißt es in dem Bericht. 

Die neue Gruppe „Hive Ransomware“ setze nicht nur auf die Verschlüsselung von wichtigen Daten der Opfer, sondern hat auch Erpressungstools entwickelt, um mit einer Veröffentlichung von sensiblen Daten Druck auf das Opfer auszuüben. Das Tool biete sogar die Option, die gestohlenen Daten in sozialen Medien zu teilen. Im Weißen Haus in Washington traf sich nach Medienberichten am gestern Nachmittag US-Präsident Joe Biden mit den Chefs der größten Technologieunternehmen der Welt, um über die Cybersicherheit des Landes zu diskutieren. 


ILLUSTRATION - 11.08.2021, Paraguay, Asunción: Das Logo der Plattform Poly Network wird auf einem Smartphone mit dem Wort «Cryptocurrency» im Hintergrund und einer visuellen Darstellung von Blockchain und Zahlen angezeigt. Der Hacker, der offenbar hinter einem der bisher größten Kryptowährungsdiebstähle steckt, hat fast die Hälfte der gestohlenen 600 Millionen Dollar (510 Mio Euro) zurückgegeben. (zu dpa «Hacker überweist gestohlene Kryptowährungen teilweise zurück») Foto: Andre M. Chang/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hacker überweist gestohlene Kryptowährungen teilweise zurück
Nach dem Diebstahl von umgerechnet 600 Millionen Dollar wurde fast die Hälfte der Beute rückerstattet. Das Motiv der Täter bleibt unklar.

In den USA hatten zuletzt Ransomware-Angriffe auf die Energieinfrastruktur Schlagzeilen gemacht, darunter eine der wichtigsten Benzinpipelines in den USA. Hinter diesen Angriffen werden vor allem in Russland ansässige Cyber-Hacking-Gruppen vermutet. Das Arbeiten von zu Hause aus in der Pandemie kostete deutsche Unternehmen nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln rund 53 Milliarden Euro infolge von Schäden durch Cyber-Angriffe. Der Gesamtschaden erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 224 Milliarden Euro, mehr als das Doppelte des Wertes aus dem Jahr 2019.

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