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Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf
Wirtschaft 09.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf

Der britische Premier Boris Johnson besuchte Ende 2019 US-Präsident Donald Trump: Während der Handel mit der EU nach dem Brexit schwierig wird, soll der mit den USA sich verbessern.

Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf

Der britische Premier Boris Johnson besuchte Ende 2019 US-Präsident Donald Trump: Während der Handel mit der EU nach dem Brexit schwierig wird, soll der mit den USA sich verbessern.
Foto: AFP
Wirtschaft 09.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf

London will sich den Vereinigten Staaten annähern und erhofft sich nach dem Brexit mehr.

(dpa) - Um ein Freihandelsabkommen mit den USA voranzutreiben, hebt Großbritannien vom 1. Januar 2021 an von der EU verhängte Strafzölle auf viele US-Produkte auf. Dies zeige, dass es dem Vereinigten Königreich ernst sei, ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten zu erzielen, teilte die britische Regierung am Mittwoch in London mit. 

„Wir wollen diesen Konflikt deeskalieren und zu einer Verhandlungslösung kommen, damit wir unsere Handelsbeziehungen mit den USA vertiefen und einen Schlussstrich ziehen können“, sagte die Ministerin für internationalen Handel, Liz Truss. 


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Die EU hatte die von der Welthandelsorganisation WTO genehmigten Sonderabgaben wegen unerlaubter Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing erhoben. Zuvor hatten die USA ihrerseits wegen unerlaubter Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus Strafzölle erhoben, unter anderem auf schottischen Whisky. Die Whisky-Exporte in die USA brachen daraufhin um 30 Prozent ein.

Großbritannien will ein Freihandelsabkommen mit den USA

Für Großbritannien wäre ein Freihandelsabkommen mit den USA angesichts des Brexits äußerst wichtig. Ansonsten fallen für den bilateralen Handel die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) an, die teils hohe Zölle vorsehen. Die Gespräche laufen noch.

Die Regierung behalte sich das Recht vor, die Strafzölle wieder einzuführen, falls es keine Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA gebe, hieß es in der Mitteilung aus London weiter. Außerdem blieben die Strafzölle in Kraft, die die EU als Reaktion auf US-Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt hatte.

Von den EU-Strafzöllen im Fall Boeing betroffen sind unter anderem US-Exporte von Nahrungs- und Genussmitteln wie Tomatenketchup, Nüsse, Rum und Wodka, aber auch Videospiel-Konsolen, Traktoren, Schaufellader und Flugzeuge. 

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