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Gringgo.lu: Neuer Online-Shop für nachhaltige Produkte
Wirtschaft 2 Min. 13.07.2020

Gringgo.lu: Neuer Online-Shop für nachhaltige Produkte

Gringgo.lu: Neuer Online-Shop für nachhaltige Produkte

Wirtschaft 2 Min. 13.07.2020

Gringgo.lu: Neuer Online-Shop für nachhaltige Produkte

Marlene BREY
Marlene BREY
„Gringgo“ soll Luxemburgs Antwort auf Amazon sein – aber für faires Shopping. Die Plattform prüft Anbieter im Hinblick auf ökologische und soziale Standards.

„Gringgo“ bringt zusammen, was Konsumenten seit der Corona-Krise verstärkt nachfragen: lokale Produktion, soziale sowie ökologische Standards und das alles vereint in einem Onlineshop. 

Was „Letzshop“ für den lokalen Handel ist, will die Plattform gringgo.lu um den Faktor Nachhaltigkeit erweitern. Hier werden nur Anbieter präsentiert, die den strengen Anforderungen gerecht werden. 

Fons Jacques, Max Hilbert, Paul Kauten und Tanja Klein (v.l.n.r) wollen die Plattform "Gringgo" national bekannt machen.
Fons Jacques, Max Hilbert, Paul Kauten und Tanja Klein (v.l.n.r) wollen die Plattform "Gringgo" national bekannt machen.
Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort

Der Shop soll vorrangig Unternehmen aus Luxemburg präsentieren. Sind Produkte oder Dienstleistungen aber nicht regional zu haben, zeigt die Seite auch Alternativen aus dem Ausland, die den hohen Standards entsprechen. „Gringgo“ versteht sich dabei als „Firewall“ für nachhaltige Angebote. 

Fünf Sterne 

Lokal, Fairtrade, bio, demeter – Ansätze um den Konsum nachhaltiger zu gestalten, gibt es bereits viele. Auf „Gringgo“ sollen Käufer durch ein Fünf-Sterne-Bewertungssystem Durchblick im Label-Dschungel erhalten. Jedes Angebot, das im Shop erscheint, muss mindestens zwei der fünf Kriterien erfüllen. Diese sind: Soziales Engagement, ökologisches und ethisches Angebot, umweltfreundliche Betriebsführung, Stärkung der Region und Mitglied der Regiowährung BEKI zu sein. Die Kriterien werden kontinuierlich an den höchsten aktuellen Standard angepasst. Dabei arbeitet „Gringgo“ eng mit seinem Kooperationspartner „SuperDrecksKëscht“ zusammen. 


Bananes_-®Fairtrade_Letzebuerg
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Bei der umweltbewussten Betriebsführung wird etwa beachtet, ob sich der Anbieter mit Erneuerbarer Energie versorgt, umweltfreundliche Mobilität nutzt und sogar, ob umweltfreundliches Büromaterial und Putzmittel verwendet werden. Wichtig ist den Machern der Plattform, dass Partnerbetriebe die Sichtweise von „Gringgo“ teilen. In einem partizipativen Prozess werden Betriebe daher einem Audit unterzogen. Erfüllen sie die Anforderungen, finden sie in gringgo.lu einen Partner, der ihre nachhaltigen Produkte national bekannt machen kann. 

 Amazon oder die Permanente Oekofoire 

Das Angebot trifft die aktuellen Entwicklungen so genau, dass man meinen könnte, "Gringgo" sei in der Corona-Krise entwickelt worden. Die Kooperative hat sich aber bereits 2017 im Westen des Landes, in Redingen, gegründet. Ab sofort will sie landesweit agieren. Paul Kauten, Mitglied im Vorstand von „Gringgo“, hat dabei zwei Vorbilder im Sinn: Das eine ist Amazon. Statt dort zu kaufen, sollen Kunden zukünftig genauso einfach, aber zu fairen Bedingungen mit einem Klick auf gringgo.lu shoppen können. 

Das andere Vorbild ist die Oekofoire. 29 Jahre lang haben Hunderte von Ausstellern und Initiativen auf der Messe ihre Produkte, Projekte und Ideen vorstellen können. Interessierten sich Konsumenten für nachhaltige Produkte, fanden sie hier einen Rahmen, in dem sie sich einfach informieren konnten. Aber sie fanden nicht nur Waren, sondern auch gesellschaftliche Ideen und Beratung. Zudem hat die Oekofoire mit klaren und nachprüfbaren Produktkriterien Standards am Luxemburger Markt gesetzt. 


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"Gringgo" soll diese Lücke nun online schließen und eine Art permanente Oekofoire darstellen. Darum sehen die Macher Ihre Online-Präsenz nicht so sehr als Shop, sondern als Netzwerk. Dort sollen Produkte, aber auch Dienstleistungen, kulturelle und touristische Angebote vorgestellt werden. 

Transparente Kriterien 

Firmen nehmen diese Möglichkeit zur Vernetzung und Präsentation gerne wahr. Marc Neu ist mit seinem Unternehmen für Naturbaustoff in Redingen Mitglied. „Wir haben schon vor Corona nachhaltig gewirtschaftet“, betont er. Was er an „Gringgo“ besonders schätzt, sind die klaren Kriterien. „Diese Transparenz hilft immens, damit die Leute uns auch wirklich vertrauen“, sagt er. 

Die Macher von "Gringgo" haben für die Zukunft noch größere Pläne. Die Plattform mit Onlineshop soll der erste Baustein für ein landesweites, nachhaltiges Netzwerk sein, das sich an den Werten der Gemeinwohlökonomie orientiert.

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