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Griechische Wirte dürfen wieder servieren
Wirtschaft 3 Min. 03.05.2021

Griechische Wirte dürfen wieder servieren

Die Lokale dürfen nur im Freien bewirten, maximal sechs Gäste pro Tisch sind erlaubt.

Griechische Wirte dürfen wieder servieren

Die Lokale dürfen nur im Freien bewirten, maximal sechs Gäste pro Tisch sind erlaubt.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 03.05.2021

Griechische Wirte dürfen wieder servieren

Der Andrang war gleich am ersten Tag gewaltig. Aber für manche Wirte kommt die Öffnung zu spät.

Von LW-Korrespondent Gerd Höhler

„Kali orexi“, guten Appetit, wünscht Stelios, als er den griechischen Salat, die gegrillten Kalamarakia und die Patates serviert, die knusprigen Pommes frites. „Aperanto Galazio“, Unendliches Blau heißt die Taverne am Strand von Varkiza, eine halbe Autostunde von Athen. Treffender könnte der Name nicht sein: Die Tische stehen im Sand, am Horizont fließen das Blau des Meeres und des Himmels ineinander. Blau sind auch die Holzstühle, die der Wirt Stelios in den vergangenen Wochen frisch gestrichen hat. Das Wetter spielte mit: Am Montag stieg das Thermometer in Athen auf sommerliche 32 Grad. Zur Wiedereröffnung lässt es sich der Inhaber nicht nehmen, selbst zu servieren. „Ich hoffe, das war der letzte Lockdown“, sagt Stelios während einer kleinen Ruhepause unter einem der knorrigen Olivenbäume auf der Terrasse seiner Taverne.


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Seit dem 7. November 2020 waren Restaurants, Cafés und Bars in Griechenland geschlossen. Jetzt ist der Andrang umso größer. Vor vielen Lokalen bildeten sich lange Schlangen. Der Montag war ein Feiertag, die Griechen begingen das orthodoxe Osterfest. Vorerst gelten aber Beschränkungen: Die Anzahl der Gäste, der Abstand der Tische und Stühle voneinander, die Öffnungszeiten: Alles ist haarklein geregelt in einer vergangene Woche von der Regierung erlassenen Verordnung. 

Neustart in den Tourismus

Die Lokale dürfen nur im Freien bewirten, maximal sechs Gäste pro Tisch sind erlaubt. Sie dürfen die vorgeschriebenen Masken nur zum Essen und Trinken absetzen. Auf jedem Tisch steht ein Spender mit Handgel, die Speisekarten müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Die Beschäftigten müssen einmal in der Woche einen Covid-Selbsttest machen und das Ergebnis den Gesundheitsbehörden online melden. Restaurants und Bars dürfen weder Live- noch Lautsprechermusik spielen. „Damit wollen wir vermeiden, dass die Menschen sich lautstark miteinander unterhalten müssen, denn das erhöht die Ansteckungsgefahr“, erklärt Athanassios Pentadaktylos, Vorsitzender der griechischen Ärztekammer und Mitglied in der Covid-Expertenkommission. Um 22.45 Uhr müssen die Lokale schließen, denn um 23.00 Uhr beginnt die Ausgangssperre.

Die Beschäftigten müssen einmal in der Woche einen Covid-Selbsttest machen und das Ergebnis den Gesundheitsbehörden online melden.
Die Beschäftigten müssen einmal in der Woche einen Covid-Selbsttest machen und das Ergebnis den Gesundheitsbehörden online melden.
Foto: AFP

Die Öffnung der Außengastronomie ist ein wichtiger Schritt zum Neustart in den Tourismus. Er ist für den 15. Mai vorgesehen. Dann könnte auch die nächtliche Ausgangssperre weiter gelockert werden. Aber für viele Wirte kommt das Ende des Lockdowns zu spät. Branchenexperten schätzen, dass von den rund 80.000 griechischen Gastronomiebetrieben etwa 10.000 die Pandemie wirtschaftlich nicht überstehen werden. „Welche Schäden der Lockdown in der Gastronomie angerichtet hat, wird sich erst im Herbst zeigen“, glaubt Giorgos Kavvathas, der Präsident des griechischen Gaststättenverbandes.

Einbußen von 2,8 Milliarden Euro

Die Regierung versucht zwar, die Branche mit Zuschüssen und zinslosen Überbrückungskrediten zu stützen. Aber nur rund 34.000 Betriebe kommen in den Genuss der Hilfen. Sie erhielten nach Angaben des griechischen Finanzministeriums im vergangenen Jahr 1,9 Milliarden Euro. Das Statistikamt Elstat beziffert allerdings die Einbußen der Branche allein im vergangenen Jahr auf 2,8 Milliarden. Tatsächlich dürften sie weitaus größer sein. Denn in der Gastronomie läuft in Griechenland, wie in vielen Ländern, ein Teil der Umsätze an den Büchern vorbei. Das rächt sich in der Krise für viele Wirte. Denn die Hilfen bemessen sich nach den Umsätzen, die 2019 dem Finanzamt gemeldet wurden.

Die Zeche zahlen in vielen Fällen die Beschäftigten. Von den 432.000 Mitarbeitenden der griechischen Gastronomie waren während des Lockdowns zeitweilig bis zu 258.000 freigestellt. Sie erhielten das Kurzarbeitergeld von 534 Euro pro Monat. Wenn der Kündigungsschutz voraussichtlich im Sommer ausläuft, droht vielen von ihnen die Arbeitslosigkeit.

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