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Greenpeace demonstriert vor Sitz von ArcelorMittal
Wirtschaft 30.06.2021
Indigene Bevölkerung bedroht

Greenpeace demonstriert vor Sitz von ArcelorMittal

Foto: Aktivisten demonstrieren vor dem Unternehmenssitz von ArcelorMittal in Luxemburg-Stadt.
Indigene Bevölkerung bedroht

Greenpeace demonstriert vor Sitz von ArcelorMittal

Foto: Aktivisten demonstrieren vor dem Unternehmenssitz von ArcelorMittal in Luxemburg-Stadt.
Anouk Antony
Wirtschaft 30.06.2021
Indigene Bevölkerung bedroht

Greenpeace demonstriert vor Sitz von ArcelorMittal

Marlene BREY
Marlene BREY
Eine arktische Eisenmine soll erweitert werden. Auch hierzulande provoziert das Protest. Denn das bedroht Natur, Tiere und Menschen.

Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch vor dem Unternehmenssitz von ArcelorMittal in Luxemburg-Stadt demonstriert. Anlass war die geplante Erweiterung der umstrittenen Mary-River-Mine im Norden Kanadas. 


29.06.2021, Kanada, Chestermere: Badegäste kühlen sich an einem Strand von der Hitze ab. Eine Hitzewelle im Westen Kanadas mit Rekordwerten hat nach Angaben der Polizei zu Todesfällen beigetragen. Foto: Jeff Mcintosh/The Canadian Press via ZUMA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der Betreiber der Eisenmine, Baffinland, möchte die Eisenerzproduktion ausweiten und schlägt ein Novum für die kanadische Arktis vor: eine 100 Kilometer lange Eisenbahnlinie. Diese gefährdet nach Angaben von Greenpeace und kanadischen Initiativen Umwelt, Tiere und die indigene Bevölkerung.  

Das hat ArcelorMittal damit zu tun

Baffinland ist im Miteigentum von ArcelorMittal und einer der wichtigsten internationalen Eisenerzlieferanten des UnternehmensArcelorMittal sei damit Eigentümer, Kunde und Finanzier dieser Mine, argumentiert etwa eine Anwältin der indigenen Bevölkerung.


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Das Erweiterungsprojekt wird derzeit von den Behörden geprüft. ArcelorMittal hat eine Option, zusätzliches Eigenkapital für die vorgeschlagene Erweiterung bereitzustellen

Mitglied der Responsible Steel-Initiative  

„Als Mitglied der Responsible Steel-Initiative fordern wir ArcelorMittal auf, zukünftige Investitionen in das Projekt und den Ausbau abzulehnen oder zu reduzieren“, sagte Myrna Koster von Greenpeace Luxemburg.

ArcelorMittal erklärte in einer Mitteilung vom Mittwoch, das Unternehmen arbeite daran, eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette zu gewährleisten. In Bezug auf die eigenen Bergbauaktivitäten sei es die Absicht, die Kriterien der Initiative for Responsible Mining Assurance schrittweise bis Ende 2025 zu erreichen. Auch Rohstofflieferanten würden dazu ermutigt. 

Was Baffinland angehe, so halte ArcelorMittal eine Minderheitsbeteiligung (24 Prozent) und habe keine operative Kontrolle. „Wir stehen jedoch mit dem Management in Kontakt. Was die Entwicklung des Mary River Projekts betrifft, haben sie uns versichert, sich weiterhin in der Gemeinde zu engagieren, um einen für beide Seiten akzeptablen Weg zu finden“, heißt es.

Greenpeace Luxemburg nimmt auch den Staat in die Verantwortung. So solle sich auch die luxemburgische Regierung als Minderheitsaktionär von ArcelorMittal der Erweiterung der Mary-River-Eisenmine widersetzen.

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