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"Green Datacenter" von LuxConnect eingeweiht
Das neue Datacenter in der Industriezone „Kleng Bousbierg“.

"Green Datacenter" von LuxConnect eingeweiht

Foto: Guy Jallay
Das neue Datacenter in der Industriezone „Kleng Bousbierg“.
Wirtschaft 3 Min. 15.05.2012

"Green Datacenter" von LuxConnect eingeweiht

Ein weiterer Baustein verstärkt Luxemburgs Internet-Infrastruktur. In Bissen auf Roost haben Kommunikationsminister François Biltgen, Wirtschaftsminister Etienne Schneider sowie der Bürgermeister der Gemeinde Etienne Schummer am Montag das dritte Datacenter von LuxConnect eingeweiht.

(rw) - Ein weiterer Baustein verstärkt Luxemburgs Internet-Infrastruktur. In Bissen auf Roost haben Kommunikationsminister François Biltgen, Wirtschaftsminister Etienne Schneider sowie der Bürgermeister der Gemeinde Etienne Schummer am Montag das dritte Datacenter von LuxConnect eingeweiht. 

Neben der hochmodernen Infrastruktur besticht das Projekt vor allem durch die Vernetzung mit „grüner Energie“. „Wie ihr in Bissen, machen auch wir Nägel mit Köpfen“, betonte René Steichen, Präsident von LuxConnect, mit einem Augenzwinkern auf die ehemalige Produktion von Nägeln im Ort. Die neue Anlage von LuxConnect, die schon seit Ostern in Betrieb ist, erstreckt sich auf 20.000 Quadratmeter, also rund „drei Fußballfelder“.

„Tier IV“-Qualität

LuxConnect existiert erst seit sechs Jahren, und betreibt nun schon drei Datenzentren im Land. Neben dem auf Roost, stehen auch noch zwei Anlagen in Bettembourg. Die beiden ersten sind Höchstleistungszentren mit sogenannter „Tier IV“-Qualität. Das neue Datenzentrum bietet hingegen neben „Tier IV“ auch günstigere „Tier III“-Anlagen an, betonte gestern Minister Biltgen.

Denn nicht jeder braucht gleich das teuerste Modell, auch wenn natürlich auch hier für Sicherheit gesorgt wird. Datenzentren sind Stromfresser und werden oft nah an Energieanlagen gebaut. Die neue Struktur in der Industriezone „Kleng Bousbierg“ ist eines der ersten Green Datacenter weltweit und soll verhältnismäßig wenig Energie verbrauchen. Gleich gegenüber von LuxConnect entsteht eine Kogenerationsanlage, die mit Holzabfällen Elektrizität, Hitze und Kaltluft produziert.

Die Anlage von Kiowatt soll ab 2015 das Rechenzentrum kühlen. Die Bauarbeiten haben gestern begonnen.Das grüne Datenzentrum „im Herzen Europas“ hat schon mehrere Großkunden. IBM Services Financial Sector Luxembourg (ISFSL) z.B. hat die Partnerschaft mit LuxConnect ausgeweitet, und wird ihren Kunden die Nutzung des neuen Rechenzentrums ermöglichen. Insgesamt gibt es nun zwanzig Datenzentren in Luxemburg. LuxConnect gehört zu 100 Prozent dem Staat, und bietet eine Alternative zur Posttochter ebrc, die ebenfalls drei Datenzentren betreibt und ihre Aktivitäten ausbaut. 

Viel geschehen

Eine neue ebrc-Anlage in Betzdorf wird im September eröffnet. Neben den beiden großen, gibt es außerdem kleinere Anbieter. Zusammen mit dem Glasfasernetz, ist das Land einer der führenden europäischen Akteure im IT-Bereich. Auch wenn Luxemburg sich immer als Vorreiter im Telekommunikationsbereich sah, benötigte es große Anstrengungen und finanzielle Mittel, um die Infrastruktur auf Weltklasseniveau zu bringen.

Die Ausgaben des Staates für Datenzentren beträgt 500 Millionen Euro. Dabei kostet das Glasfasernetz die Post bis 2020 ebenfalls rund 500 Millionen Euro. Davon werden nicht nur Unternehmen profitieren, sondern auch die Luxemburger Haushalte, so Biltgen. Die Investitionen sind nötig um Luxemburg weiter zu diversifizieren. Das vorteilhafte Steuersystem sei nicht mehr der einzige Grund für Unternehmen sein, sich hier niederzulassen, betont Minister Biltgen.

Die starken Infrastrukturen können neue Unternehmen anziehen, und bestehende halten. Online-Händler, die Gaming-Industrie und der Finanzplatz brauchen stabile, schnelle und sichere Netze. Mehrere große Onlinespiele-Unternehmen wie Bigpoint oder Innova haben Luxemburg schon mal entdeckt, und es sollen noch weitere folgen. Dass ICT-Unternehmen aus Kanada, schon Interesse angemeldet hätten, freute die Verantwortlichen von Luxconnect. Das nächste Zugpferd soll Cloud Computing werden. In zehn Jahren ist viel geschehen und die Bemühungen sollen weitergeführt werden. „Wir haben einen langen Weg hinter uns, aber wir werden noch viel weiter gehen“, verspricht Kommunikationsminister Biltgen.