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Gratis Transport und Spritpreis-Erhöhung: Die meisten sparen Geld
Wirtschaft 23.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Gratis Transport und Spritpreis-Erhöhung: Die meisten sparen Geld

Gratis Transport und Spritpreis-Erhöhung: Die meisten sparen Geld

Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 23.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Gratis Transport und Spritpreis-Erhöhung: Die meisten sparen Geld

Michel THIEL
Michel THIEL
Der Statec hat die finanziellen Auswirkungen des kostenlosen Personennahverkehrs und der Steuererhöhung auf Kraftstoffe durchgerechnet. Besonders sozial schwache Menschen werden finanziell von den Maßnahmen profitieren.

Die Regierung plant bekanntlich die Einführung des kostenlosen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zum 1. März 2020. Zudem wurden am 1. Mai diesen Jahres die indirekten Steuern (Akzisen) um 1 Cent pro Liter Benzin und um 2 Cent pro Liter Diesel erhöht. Das nationale Statistikamt Statec hat jetzt durchgerechnet, welche Auswirkungen beide Maßnahmen auf die persönlichen Finanzen der Haushalte haben.


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Demnach dürften Haushalte mit Durchschnittsverdienst, die immer oder gelegentlich den ÖPNV nutzen, etwa zwischen 230 und 80 Euro im Jahr sparen. Haushalte, die ausschließlich auf ihr Auto mit Verbrennungsmotor zurückgreifen, werden jährlich Mehrkosten in Höhe von rund 20 Euro tragen müssen.

Betrachtet man die Studie genauer, wird klar, dass der Einfluss der Maßnahmen stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Bürger abhängt. Wer nur Auto fährt und den ÖPNV nie nutzt, kommt schlechter weg als Personen, die gelegentlich oder ausschließlich Bus, Zug und Tram nutzen - dies ist derzeit bei 56 Prozent der Haushalten der Fall.

Zudem profitieren sozial schwache Haushalte stärker als finanziell besser gestellte Personen. Dies liegt daran, dass sozial schwache Menschen entweder gar kein Auto besitzen oder es seltener fahren und stattdessen öfter den ÖPNV nutzen.

Haushalte, die beide Transportmöglichkeiten nutzen, sparen unterm Strich 230 Euro pro Jahr. Wer ausschließlich den ÖPNV nutzt, kommt noch besser weg: hier liegt die Ersparnis bei 390 Euro jährlich.

Das Statec unterstreicht zudem, dass der Einfluss der Maßnahmen unterschiedlich stark in den verschiedenen Regionen des Landes ausfallen wird. Demnach profitiert das Zentrum aufgrund der besseren Anbindung an den ÖPNV stärker vom kostenlosen Angebot als die anderen Regionen, in denen das Auto oft die einzige Alternative darstellt.



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