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Google verkauft Handy-Geschäft von Motorola an Lenovo
Wirtschaft 2 Min. 30.01.2014

Google verkauft Handy-Geschäft von Motorola an Lenovo

Kaum gekauft, schon wieder abgestoßen: Google wurde mit Motorola nicht glücklich.

Google verkauft Handy-Geschäft von Motorola an Lenovo

Kaum gekauft, schon wieder abgestoßen: Google wurde mit Motorola nicht glücklich.
Foto: AP
Wirtschaft 2 Min. 30.01.2014

Google verkauft Handy-Geschäft von Motorola an Lenovo

Es ist eine überraschende Strategiewende: Google stößt die teuer erstandene Handy-Sparte von Motorola wieder ab. Käufer ist der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo, der ins Smartphone-Geschäft strebt.

(dpa) - Google verkauft das Handy-Geschäft von Motorola nach weniger als zwei Jahren an den chinesischen Konzern Lenovo. Der weltgrößte PC-Hersteller zahlt dafür 2,91 Milliarden Dollar, zum Teil in eigenen Aktien, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Google hatte für Motorola Mobility 12,5 Milliarden Dollar bezahlt.

Lenovo strebt ins Smartphone-Geschäft und kann die unter anderem in den USA bekannte Marke Motorola gut gebrauchen. Der Konzern verkauft seine Computer-Telefone bisher vor allem in China. Schon damit war Lenovo laut dem Marktforscher IDC 2013 die weltweite Nummer fünf im Smartphone-Geschäft mit einem Marktanteil von 4,5 Prozent und 45,5 Millionen Geräten. Motorola verkauft weniger. In diesem Jahr will Lenovo seine Smartphones unter anderem nach Westeuropa bringen.

Google hatte den Kauf von Motorola 2011 unter anderem mit dem Patent-Schatz des Mobilfunk-Pioniers begründet. Jetzt behält der Internet-Konzern einen Großteil der Patente. Google werde damit weiterhin das gesamte Android-Ökosystem verteidigen, sagte Konzernchef Larry Page. Hersteller von Android-Geräten stehen oft im Visier von Patentklagen von Rivalen wie Apple oder Microsoft. Google war mit dem Kauf von Motorola direkt in den weltweiten Patentkrieg der Mobilfunk-Branche hineingezogen worden.

Sparte verliert immer noch Geld

Page begründete den Verkauf damit, dass Motorola im scharfen Wettbewerb in der Branche bei einem reinen Gerätehersteller wie Lenovo besser aufgehoben sei. Google könne sich nun ganz auf Innovationen bei Android konzentrieren.

Unter Googles Regie wurde Motorola grundlegend umgebaut und brachte einige neue Modelle wie das aktuelle Flaggschiff Moto X und das günstigere Moto G heraus. Allerdings verlor die Sparte nach wie vor Geld. Motorola-Chef Dennis Woodside erzählte dennoch von großen Plänen für Smartphones mit vielen Sensoren. Das Unternehmen richtete eine Fabrik in Texas ein, um die Motorola-Handys zu fertigen.

Kooperation mit Samsung?

Die Übernahme barg von Anfang an Konfliktpotenzial: Google steht hinter dem weltweit dominierenden Smartphone-Betriebssystem Android. Und andere Hersteller von Android-Geräten wie Samsung hätten es nicht toleriert, wenn Motorola bevorzugt behandelt worden wäre.

Nur wenige Stunden vor Bekanntgabe des Deals mit Lenovo berichtete das Technologie-Blog„ Recode“, Google und der größte Smartphone-Hersteller Samsung hätten sich auf eine engere Zusammenarbeit geeinigt. Unter anderem wolle Samsung eigene Anpassungen des Betriebssystems zurückfahren und stärker auf Google-Dienste setzen. Vor wenigen Tagen schlossen Google und Samsung auch eine Allianz bei Patenten.