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Google, der Stromschlucker
Wirtschaft 2 Min. 20.11.2019

Google, der Stromschlucker

Das Rechenzentrum soll auf einer Fläche von 33,7 Hektar nahe der Gewerbezone Klengbusbierg errichtet werden.

Google, der Stromschlucker

Das Rechenzentrum soll auf einer Fläche von 33,7 Hektar nahe der Gewerbezone Klengbusbierg errichtet werden.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 2 Min. 20.11.2019

Google, der Stromschlucker

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Das geplante Rechenzentrum des Suchmaschinenkonzerns in Bissen braucht enorme Mengen Strom. Mehr als ein Zehntel der nationalen Versorgung könnte in die Anlage fließen.

Zum geplanten Google-Rechenzentrum in Bissen wurden am Mittwoch neue Details bekannt. Demnach soll der "Serverbunker" in zwei Phasen errichtet werden: Die erste Ausbaustufe soll zwischen 2023 und 2024 abgeschlossen sein. Als Kostenpunkt für die Bauarbeiten wurden 1,2 Milliarden Euro genannt.

RTL meldete unter Berufung auf einen Vertreter des Konzerns, dass die Anlage in der ersten Ausbauphase mit einer Strommenge versorgt werden müsste, die sieben Prozent des nationalen Verbrauchs im Jahr 2018 entspricht. Sobald die zweite Phase abgeschlossen ist, wären es zwölf Prozent – dafür müsste der  Netzbetreiber Creos aber zuerst seine Kapazitäten erhöhen.


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Creos konnte die Prozent-Angaben auf LW-Nachfrage nicht bestätigen und verwies auf eine entsprechende Vertraulichkeitsvereinbarung mit Google. Der Suchmaschinenkonzern habe Creos keine Verbrauchsdaten für die verschiedenen Bau-Etappen geschickt. Der Anschluss von Google an das Stromnetz erfolge "auf Basis der maximalen Leistung und nicht auf Basis des jährlichen Stromverbrauchs". Im Übrigen sei nicht bekannt, wie viel Strom Google selbst produzieren werde. Offenbar erwägt der Betreiber, eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Rechenzentrums zu errichten. Der überwiegende Teil der Energie, die die Serverfarm braucht, wird jedoch aus dem nationalen Hochspannungsnetz kommen.

Wasser aus der Alzette

Ein weiteres Problem stellt der enorme Wasserverbrauch zum Kühlen des Rechenzentrums dar. Google schlägt vor, die Anlage mit Wasser aus der Alzette zu kühlen – eine andere Alternative scheint es momentan nicht zu geben. Führe der Fluss nicht genug Wasser, etwa in den trockenen Sommermonaten, könnte im Notfall das Trinkwasser des Aufbereiters Sebes angezapft werden. Diese Option löste in der Vergangenheit jedoch viel Kritik aus. Unter anderem war der Mouvement écologique wegen möglicher negativer Folgen für Wasser und Umwelt gegen das Google-Projekt ins Feld gezogen.


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