Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Google: 600 Millionen Euro für neues Data-Zentrum in Belgien
USA, Mountain View: Das Logo von Google an der Fassade des Hauptsitzes des Mutterkonzerns Alphabet.

Google: 600 Millionen Euro für neues Data-Zentrum in Belgien

Bild: Christoph Dernbach/dpa
USA, Mountain View: Das Logo von Google an der Fassade des Hauptsitzes des Mutterkonzerns Alphabet.
Wirtschaft 03.06.2019

Google: 600 Millionen Euro für neues Data-Zentrum in Belgien

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Der Tech-Gigant Google hat am Montag angekündigt, ein neues Data-Center im Wert von 600 Millionen Euro im belgischen Saint-Ghislain errichten zu wollen.

Es wäre bereits das vierte Google-Projekt in Belgien und würde die Investition im Nachbarland Luxemburgs auf insgesamt 1,6 Milliarden Euro erhöhen. Im Jahre 2018 hatte Google bereits den Bau eines dritten Data-Zentrums, das Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen soll, und die Errichtung einer Solar-Zentrale in Saint-Ghislain angekündigt. Das Google-Zentrum in Saint-Ghislain beschäftigt aktuell rund 350 Mitarbeiter.


Auf der violetten Fläche soll das Datacenter entstehen. / Foto: Frank WEYRICH
Infoveranstaltung zum Google Datacenter: Mäßiges Interesse
Wenige Zuhörer, aber eine Fragerunde, in der Bedenken zur Sprache kamen: Der Gemeinderat Bissen hat am Dienstag die Pläne für die Ansiedlung eines "Datacenters" des Internetriesen Google vorgestellt.

Das vierte Data-Zentrum soll laut Google Ende 2021 fertiggestellt werden. Was dies für das geplante Google-Projekt in Bissen bedeutet, ist derzeit nicht bekannt.

Bissen: "Nichts Neues"

Auf Nachfrage erklärte das Luxemburger Wirtschaftsministerium hierzu, beim "Projekt des Google-Datacenters in Luxemburg" gebe es nichts Neues. Bei der gemeinde Bissen waren zahlreiche Einwände zur punktuelle Änderung des allgemeinen Bebauungsplans (PAG) auf den Gemarkungen Busbierg und Donkelsuecht eingegangen, wo das Google-Datacenter entstehen soll. In zwei Wochen wird der Gemeinderat abstimmen und dann definitiv entscheiden, ob in Roost (Bissen) ein Datacenter gebaut werden darf.


Das erste Google-Data-Center in Europa öffnete seine Türen im Jahre 2009 in Saint-Ghislain. Es war das weltweit erste Zentrum der Tech-Firma, das komplett ohne klassische Kühlungssysteme auskam, sondern Verdunstungskühlung benutze. Diese benutzt Wasser aus einem nahe gelegenen Kanal, um so den Energieverbrauch der Anlage möglichst niedrig zu halten.

Laut einem Bericht der "Copenhagen Economics" vom Juni 2015 hat die Google zwischen 2007 und 2014 bereits rund 775 Millionen Euro in das Zentrum in Saint-Ghislain investiert.

Der scheidende Premierminister Charles Michel bezeichnete das Investment als "exzellente Nachricht für Wallonien und Belgien", die Belgiens Pionier-Rolle im digitalen Bereich festige.

Google Data Center Facilities Manager Frédéric Descamps fügte dem hinzu: "Googles Engagement in Belgien ist solide. Die Ausweitung über 600 Millionen Euro lässt unsere gesamten Investitionen in Belgien auf 1,6 Milliarden Euro steigen. Darüber hinaus unterstützen wir aktiv gemeinnützige Organisationen, Bürgergruppen, Schulen und Firmen in der Region Saint-Ghislain und Mons. Wir sind stolz darauf, Belgien seit 12 Jahren unser Zuhause nennen zu können und freuen uns darauf, zu sehen, was uns die nächsten Jahre bringen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Google-Akte einen Schritt weiter
Am Montagnachmittag stimmte der Gemeinderat Bissen über eine punktuelle Änderung im allgemeinen Bebauungsplan im Ort Busbierg ab und macht damit den Weg für den Bau des Google-Datenzentrums frei.
 (SWITZERLAND - Tags: SCI TECH BUSINESS)
Suchmaschine sucht Gelände
Das Projekt des Google-Datenzentrums in Bissen kommt langsam, aber sicher voran. Zurzeit laufen die vorgeschriebenen Umweltstudien.
Google treibt das Projekt eines Datenzentrums in Bissen weiter voran.