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Gläubiger könnten Ende März Verkaufspoker um Flughafen Hahn entscheiden
Wirtschaft 15.03.2023
Hunsrück-Airport

Gläubiger könnten Ende März Verkaufspoker um Flughafen Hahn entscheiden

Am Ende des Monats soll entschieden werden, wer den insolventen Flughafen Hahn in der Eifel übernimmt
Hunsrück-Airport

Gläubiger könnten Ende März Verkaufspoker um Flughafen Hahn entscheiden

Am Ende des Monats soll entschieden werden, wer den insolventen Flughafen Hahn in der Eifel übernimmt
Foto: dpa
Wirtschaft 15.03.2023
Hunsrück-Airport

Gläubiger könnten Ende März Verkaufspoker um Flughafen Hahn entscheiden

Im internationalen Bieterwettbewerb um den insolventen Hunsrück-Airport könnte es zum Showdown kommen. In zwei Wochen werden Abstimmungen erwartet.

(dpa) - Im Verkaufspoker um den insolventen Flughafen Hahn könnten die Gläubiger Ende März über den Käufer entscheiden. Nach Auskunft des Insolvenzgerichts Bad Kreuznach sind dort am 30. März Gläubigerversammlungen von vier Hahn-Schwestergesellschaften zum Verkauf des Hunsrück-Airports im Fünf-Minuten-Takt terminiert. Das deutet darauf hin, dass die Treffen auch zu einer einzigen Versammlung zusammengefasst werden könnten.

Erwartet wird, dass Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner einen Abstimmungsvorschlag zu einem oder mehreren Bietern präsentiert. Die insolvente Betreibergesellschaft Flughafen Frankfurt-Hahn hat dagegen einen eigenen Gläubigerausschuss und benötigt daher keine Gläubigerversammlungen. 


05.02.2023, Rheinland-Pfalz, Hahn: Es regnet am Flughafen Hahn. Der geplante Verkauf des einstigen US-Militärflughafens im Hunsrück an einen russischen Investor schlägt in Kriegszeiten Wellen bis nach Berlin. Kurz vor Gläubigerversammlungen für den insolventen Flughafen Hahn an diesem Dienstag (07.02.2022) steigt die Spannung, in welche Hände er schließlich gerät. (Zu dpa "Verkaufspoker um Flughafen Hahn beschäftigt die Bundesregierung") Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kein grünes Licht für russischen Investor am Hunsrück-Airport
Der Verkaufspoker um den Krisen-Flughafen Hahn geht weiter. Bei einer Gläubigerversammlung gab es vorerst kein grünes Licht für den russischen Investor.

Die NR Holding des Nürburgrings um den russischen Unternehmer Viktor Charitonin und die Mainzer Immobilien-Firmengruppe Richter haben beide schon einen Kaufvertrag unterzeichnet und eine Kaufsumme für den Flughafen Hahn auf ein Treuhandkonto überwiesen - allerdings vorerst jeweils noch ohne grünes Licht der Gläubiger und ohne Lizenz für den Airport-Betrieb.

Zudem hat Insolvenzverwalter Plathner den Investorenprozess kürzlich überraschend wieder geöffnet. Nun bietet auch der türkische Flughafenbetreiber YDA mit. Überdies hat zuerst die Frankfurter Swift Conjoy das Rennen mit einem Höchstangebot gemacht und ebenfalls einen Kaufvertrag unterzeichnet - aber nie gezahlt. Das Land Hessen hält noch 17,5 Prozent am Hahn.

Die NR Holding hat als Besitzgesellschaft der legendären Eifel-Rennstrecke Nürburgring rund 20 Millionen Euro für den Airport überwiesen. Ihr russischer Mehrheitsaktionär Charitonin zieht angesichts des Angriffskrieges seines Heimatlandes gegen die Ukraine auch Kritik auf sich - das Bundeswirtschaftsministerium prüft einen Hahn-Verkauf an ihn gemäß dem Außenwirtschaftsgesetz. 

Steigende Passagierzahlen

Auf einer Sanktionsliste steht Charitonin indessen nicht. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums gehört der Airport Hahn nicht zur kritischen Infrastruktur. Die NR Holding prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen die neue Öffnung des Verkaufsprozesses für weitere Bieter.

Nach Mitteilung des Flughafenverbands vom Mittwoch ist nach der Entspannung der Corona-Pandemie die Zahl der Passagiere am Airport Hahn im Januar 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 159,8 Prozent auf 119.180 in die Höhe geschossen. Das Frachtgeschäft schrumpfte dagegen um 17,7 Prozent auf 13.491 Tonnen.

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