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Gilles Feith: "Ansteckung im Flugzeug fast unmöglich"
Wirtschaft 2 Min. 14.11.2020

Gilles Feith: "Ansteckung im Flugzeug fast unmöglich"

Der frühere hohe Beamte im Verteidigungsministerium, Gilles Feith, ist seit vergangenem Juni CEO der Luxair Group.

Gilles Feith: "Ansteckung im Flugzeug fast unmöglich"

Der frühere hohe Beamte im Verteidigungsministerium, Gilles Feith, ist seit vergangenem Juni CEO der Luxair Group.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 14.11.2020

Gilles Feith: "Ansteckung im Flugzeug fast unmöglich"

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
„Wir sind gerade richtig tief unterwegs“: Der Luxair-Chef sprach am Samstag in einem Interview über die aktuelle Situation des Unternehmens.

Die Luxair blickt trotz massiv sinkender Umsätze in der Corona-Krise mit Optimismus in die Zukunft. Mit neuen „Nischen-Destinationen“ wie Usedom, La Rochelle oder Toulon will die Airline 2021 zumindest einen Teil der Einbußen wieder wettmachen, wie Luxair-Chef Gilles Feith am Samstag in der RTL-Sendung „Background am Gespréich“ erklärte. Auch Bukarest oder Rostock könnten nächstes Jahr ins Programm aufgenommen werden.

Luxair blickt auf ein rabenschwarzes Jahr 2020 zurück. Insgesamt 262.000 Stornierungen mussten entgegengenommen werden, die Umsatzverluste der Fluggesellschaft belaufen sich bereits auf 130 Millionen Euro. Beim Personal muss daher gespart werden: 265 Mitarbeiter werden auf Basis einer Tripartite-Vereinbarung in Frührente geschickt. Etwa ein Drittel der Beschäftigten befindet sich in Kurzarbeit, einige helfen zudem freiwillig im Contact Tracing des Gesundheitsministeriums aus.

Viele Flugzeuge am Boden

Im Himmel über Luxemburg ist es derweil ruhig geworden. Zwischen 9. November und 8. Dezember kann die Luxair nur 20 Prozent ihres Flugnetzes bedienen. „Wir sind gerade richtig tief unterwegs“, sagte Feith. Bis vor kurzem sei die Luxair aber noch „doppelt so häufig geflogen als andere Gesellschaften“. Der Urlaubsreiseverkehr, etwa auf die Kanaren, lief bis zuletzt noch einigermaßen gut. Allerdings seien corona-bedingt kaum noch Geschäftsreisende mit Luxair unterwegs. 


Ganze Luxair Flotte wegen coronavirus am Boden - Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Luxair: 350 Stellen fallen weg
Die Tripartite-Vereinbarung zur Luxemburger Fluggesellschaft ist unter Dach und Fach - die Durststrecke wird voraussichtlich drei Jahre dauern. In dieser Zeit werden viele Stellen abgebaut - zum Beispiel durch Frührente für 265 Mitarbeiter.

Feith glaubt nicht, dass das Fliegen mittelfristig billiger werde. Die Luxair habe nicht nur ein Corona-Problem, sondern müsse auch wichtige Investitionen, etwa in den Bereichen IT und Cargo, tätigen. 

Der 44-jährige Manager und frühere hohe Beamte, der im Juni die Nachfolge von Adrien Ney antrat, schwört seinen Betrieb auf eine drei- bis vierjährige Durststrecke ein. Es sei daher wichtig, intern noch enger zusammenzuarbeiten. Er beschrieb die Luxair als Unternehmen, das seiner sozialen Verantwortung gerecht werde. Er selbst setze auf „inklusives“ Management: „Mein Ziel ist es, dass die Leute stolz und froh sind, bei der Luxair zu arbeiten.“

Flotte soll teilweise erneuert werden

In Sachen Infektionsschutz an Bord meinte Feith, dass die Luxair strenge Hygienemaßnahmen anwende: „Sich im Flugzeug mit dem Corona-Virus anzustecken, ist fast unmöglich.“ Passagiere müssen während des Fluges Maske tragen, die Flugzeuge sind zudem mit Filtersystemen ausgerüstet und werden  jeden Abend desinfiziert. Ein Restrisiko bestehe aber immer. Der Luxair-Chef würde es daher begrüßen, wenn an den Flughäfen Schnelltests für Reisende zur Verfügung stünden. Allerdings gebe es noch keinen Plan dafür, ob und wie diese eingesetzt werden könnten.

Die Luxair-Direktion macht sich auch Gedanken über neue Flugzeuge. Die Boeing-Maschinen der rot-weiß-hellblauen Airline kommen allmählich in die Jahre. Laut Feith kämen der Airbus A220 oder ein vergleichbares Modell des Herstellers Embraer (190/195) als Ersatz infrage.

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