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Ghosn kassierte Millionen von Tochterfirma
Wirtschaft 2 Min. 18.01.2019

Ghosn kassierte Millionen von Tochterfirma

Carlos Ghosn dürften die Zahlungen noch größere Schwierigkeiten bereiten.

Ghosn kassierte Millionen von Tochterfirma

Carlos Ghosn dürften die Zahlungen noch größere Schwierigkeiten bereiten.
AFP
Wirtschaft 2 Min. 18.01.2019

Ghosn kassierte Millionen von Tochterfirma

Der einst in Japan gefeierte und jetzt in Untersuchungshaft sitzende „Kostenkiller“ soll Millionen einer Tochterfirma von Nissan und Mitsubishi eingesackt haben.

(dpa) - Der in Untersuchungshaft sitzende Ex-Verwaltungsratchef von Nissan und Mitsubishi, Carlos Ghosn, soll unerlaubt Millionenbeträge von einer niederländischen Tochterfirma kassiert haben. Ghosn habe von dem niederländischen Gemeinschaftsunternehmen Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) ohne vorgeschriebene Absprache mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern, Nissan-Chef Hiroto Saikawa und Mitsubishi Motors-Chef Osamu Masuko, rund 7,8 Millionen Euro Entschädigung erhalten. Das sei das Ergebnis einer gemeinsamen internen Prüfung, wie beide Renault-Partner am Freitag bekanntgaben. „Anderes verdächtiges, illegales Verhalten“ habe man nicht feststellen können, erklärte Mitsubishi Motors in seiner Mitteilung.

Allianz-Begründer


(FILES) This file photo taken on January 4, 2016 shows chairman, president and CEO of Nissan Motor, Carlos Ghosn, gesturing during a press conference at the company's Brazilian headquarters in downtown Rio de Janeiro. - Nissan chairman Carlos Ghosn was arrested in Tokyo on November 19, 2018 for financial misconduct, public broadcaster NHK and other Japanese media outlets reported. (Photo by VANDERLEI ALMEIDA / AFP)
Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn festgenommen
Renault-Chef Carlos Ghosn hat einen der führenden Autokonzerne der Welt aufgebaut. Nun könnten Hinweise eines Whistleblowers den selbstbewussten Manager zu Fall bringen.

Der 64-jährige Ghosn, der einst Nissan vor der nahen Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige internationale Autoallianz geschmiedet hatte, war am 19. November in Tokio zusammen mit seiner früheren rechten Hand Greg Kelly wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Während Kelly kürzlich auf Kaution frei kam, sitzt Ghosn nach zwei Monaten weiter in Untersuchungshaft. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi als Verwaltungsratschef gefeuert. Ghosn hat vor Gericht jegliches Fehlverhalten abgestritten.

Die niederländische Tochter war 2017 gegründet worden, um die Synergieeffekte der Allianz von Nissan und Mitsubishi zu stärken. Zu diesem Zweck hätten beide Konzerne rund 15,6 Millionen Euro an die Tochter gezahlt. Ghosn habe von dem Geld „illegal, zwischen April und November vergangenen Jahres, etwa 7,82 Millionen Euro kassiert", erklärte Mitsubishi. Basis hierfür soll eine zwischen Ghosn und einer unberechtigten Person getroffene Beschäftigungsvereinbarung für Ghosn als Direktor der Tochter gewesen sein. Ghosn und einige für Nissan arbeitende Manager hätten entsprechende Anweisungen erteilt. Die Direktoren Saikawa und Masuko hätten keine Entschädigungen erhalten.

Keine Freilassung in Sicht


(FILES) In this file photo taken on May 11, 2012, President and CEO of Japan's auto giant Nissan Carlos Ghosn gestures as he answers questions during a press conference at the headquarters in Yokohama, suburban Tokyo. - Former Nissan boss Carlos Ghosn will spend Christmas behind bars after a Tokyo court on December 23, 2018 extended his detention through to January 1, 2019. (Photo by Toru YAMANAKA / AFP)
Ghosn bleibt in Japan weiter in Untersuchungshaft
Ein japanisches Gericht hat einer weiteren Verlängerung der Untersuchungshaft für den früheren Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, zugestimmt.

Eine Anklage wegen der neuen Anschuldigungen gibt es bislang nicht. Unterdessen hat Ghosns Anwalt erneut bei Gericht einen Antrag auf Freilassung auf Kaution eingereicht. Das Gericht hatte Ghosn schon zuvor eine Entlassung aus dem Gefängnis verweigert, einen Einspruch dagegen lehnte das Bezirksgericht erst am Donnerstag ab. Bis zu einem Prozess könnten Monate vergehen. Einen Termin gibt es nicht. Dass Ghosn zuvor auf Kaution freikommt, gilt als wenig wahrscheinlich.

Bei Renault ist Ghosn indes offiziell noch Konzernchef. Doch nun bereitet sich auch Renault auf einen Führungswechsel vor. Gesucht werde die „beste Lösung für die künftige Führung der Gruppe“, teilte der amtierende Renault-Verwaltungsratschef Philippe Lagayette am Donnerstag mit. Er nannte dabei den Namen Ghosns nicht explizit.


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(FILES) In this file photo taken on September 12, 2018 French Renault group CEO and chairman of Japan's Nissan Motor CO. Ltd and Mitsubishi Motors Corp, Carlos Ghosn poses during a photo session at the Renault headquarters in Boulogne-Billancourt. - Nissan chairman Carlos Ghosn was reportedly under arrest in Tokyo on November 19, 2018, as his firm accused him of "significant acts of misconduct" and said it would seek to oust him. (Photo by JOEL SAGET / AFP)