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Gewerkschaften schalten Schlichter ein
Wirtschaft 2 Min. 15.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Keine Lösung bei Cargolux

Gewerkschaften schalten Schlichter ein

Von jetzt an erfolgen die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Cargolux-Direktion vor dem Schlichtungsamt.
Keine Lösung bei Cargolux

Gewerkschaften schalten Schlichter ein

Von jetzt an erfolgen die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Cargolux-Direktion vor dem Schlichtungsamt.
ANOUK ANTONY
Wirtschaft 2 Min. 15.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Keine Lösung bei Cargolux

Gewerkschaften schalten Schlichter ein

Nachdem Cargolux vor zwei Wochen seinen Mitarbeitern erstaunlicherweise den Kollektivvertrag gekündigt hatte, konnten sich Direktion und Gewerkschaften auch am Mittwoch nicht einigen.

(lb) - Die Gewerkschaften LCGB und OGBL werden nach den gescheiterten Kollektivvertragsverhandlungen mit Cargolux ein Schlichtungsverfahren einleiten. Auch bei langen Verhandlungen am Mittwoch fanden beide Seiten keinen Kompromiss. Die „scope clause“, die Hauptforderung der Gewerkschaften, die die Aktivität der Airline und die Anzahl ihrer Piloten dauerhaft festlegen soll, lehnt die Luftfrachtgesellschaft weiterhin ab.

Doch wollen die Gewerkschaften gewisse Sicherheiten. Sie befürchten unter anderem eine weitere Verlagerung von Cargolux-Flugzeugen nach Italien. Diese würden sie gerne wie bislang auf zwei Flugzeuge begrenzen. Die Direktion erklärte laut LCGB, auf weitere Verlagerungen zu verzichten, wenn die Mitarbeiter sich unter anderem auf eine Nullrunde einlassen. Eine „inakzeptable“ Bedingung für die Arbeitnehmervertreter. Glaubt man ihnen, bräuchte die italienische Tochtergesellschaft theoretisch kein weiteres Flugzeug aus Luxemburg, da die Kapazitäten der Flieger aktuell nicht ausgelastet seien. Auch heben sie immer wieder hervor, dass Cargolux Italia seit Jahren rote Zahlen schreibt.

Die italienische Tochter war 2008 mit der Absicht gegründet worden, eine Flugstrecke von Mailand nach Osaka, Hongkong und Dubai zu eröffnen und Nutzen aus bereits vorhandenen Flugrechten zu ziehen. Flogen anfangs noch Piloten mit einem luxemburgischen Vertrag, änderte sich dies dem italienischen Recht entsprechend 2010. 2014 wurden zusätzlich italienische Mitarbeiter unter lukrativeren Bedingungen eingestellt und geplante Einstellungen in Luxemburg dementsprechend zurückgeschraubt. Zudem befürchten die Gewerkschaften eine Auslagerung von Flugrouten.

Einsparungen gegen Jobgarantie

Ein weiterer Streitpunkt war die Wartung der Maschinen. So wollen die Gewerkschaften sicherstellen, dass diese Arbeiten von allen in Europa stationierten Flugzeugen ausschließlich in Luxemburg erfolgt. Nur so könne eine Verlagerung dieser Tätigkeiten nach China ausgeschlossen werden. Auf Anfrage des "Luxemburger Wort" wollte Cargolux keine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen nehmen.

Cargolux hatte den Kollektivvertrag zum großen Erstaunen der Gewerkschaften nach monatelangem Ringen am 30. Dezember gekündigt. Dies bedeutet, dass die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Angestellten nun automatisch elf Monate weiterlaufen.

Begonnen hatten die Gespräche über einen neuen Tarifvertrag im September. Ziel der Airline ist es, damit die Grundlagen ihrer wirtschaftlichen Nachhaltigkeit zu schaffen, um ihr Überleben im Kontext schwieriger Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Niedrigere Personalkosten und eine verbesserte Produktivität sieht sie als unumgänglich an. Im Gegenzug hatte sie vorgeschlagen, sich zu einer Jobgarantie, also dem Erhalt der aktuellen Stellen in Luxemburg, zu verpflichten. Dies reichte den Personalvertretern nicht aus.


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