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Gespräche ins Ausland: 19 Cent pro Minute, sechs Cent pro SMS
In Luxemburg beträgt der Durchschnittspreis für einen Festnetzanruf ins Ausland 8,48 Cent pro Minute.

Gespräche ins Ausland: 19 Cent pro Minute, sechs Cent pro SMS

Foto: Shutterstock
In Luxemburg beträgt der Durchschnittspreis für einen Festnetzanruf ins Ausland 8,48 Cent pro Minute.
Wirtschaft 2 Min. 15.05.2019

Gespräche ins Ausland: 19 Cent pro Minute, sechs Cent pro SMS

Auch die Gebühren für Anrufe ins EU-Ausland sind von heute, Mittwoch, an gedeckelt.

(dpa/mbb) - Aus dem Spanien-Urlaub mal kurz zu Hause anrufen? Seit dem Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union (EU) ist das ohne horrende Telefonrechnungen möglich. Für die EU ein Vorzeigeprojekt, denn selten ist der Nutzen für jeden Einzelnen in der Staatengemeinschaft so unmittelbar spürbar. Mit dem heutigen Mittwoch wird es noch preiswerter, denn: Nun sind auch die Gebühren für Telefonate und SMS aus dem Heimatland ins EU-Ausland gedeckelt.


Ab dem 28. Mai gibt es die neuen 100- und 200-Euro-Scheine für die Geldbörse. Vorher können sie an der 
Fassade der Luxemburger Zentralbank am Boulevard Royal bestaunt werden.
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Der Unterschied zwischen dem Roaming-Ende vor zwei Jahren und der neuerlichen Regelung wirkt auf den ersten Blick minimal, ist aber entscheidend, denn für Gespräche ins EU-Ausland galt die Roaming-Verordnung bislang nicht. In der Praxis bedeutete das: Hat eine Deutsche ihren Lebensgefährten in den Niederlanden unter dessen niederländischer Telefonnummer angerufen, konnte es bislang teuer werden. Von heute an werden aber nur noch maximal 19 Cent pro Minute fällig – egal ob Festnetz-Telefon oder Handy; eine SMS schlägt mit maximal sechs Cents zu Buche. Dazu kommt in allen Fällen die Mehrwehrsteuer.

Das Europäische Verbraucherzentrum „Centre Européen des Consommateurs“ (CEC) in Luxemburg begrüßt die neue Regelung. „Glücklicherweise werden die Gebühren seit einigen Jahren immer niedriger“, freut sich die Direktorin Karin Basenach, „kurz vor den Europawahlen ist das ein gutes Beispiel dafür, was die EU für die Bürger machen kann. Immerhin sind wir alle von Telefongebühren betroffen.“

Die Situation in Luxemburg

Tatsächlich ändert sich für die Luxemburger Verbraucher aber letztendlich nicht viel: Angaben der Kontrollbehörde „Institut Luxembourgeois de Régulation“ (ILR) zufolge beträgt der Durchschnittspreis für einen Festnetzanruf ins Ausland 8,48 Cent pro Minute; für einen Mobiltelefonanruf liegt der durchschnittliche Preis bei 8,78 Cent (ohne Mehrwertsteuer). „In Luxemburg haben viele Kunden ein Abo abgeschlossen, bei dem solche Auslandsgespräche inbegriffen sind“, so das ILR. „Allerdings können Kommunikationen außerhalb des Pauschalangebots bei Auslandsgesprächen deutlich teurer ausfallen, als von den Kunden erwartet.“


Viele Luxemburger nutzen die Abschaffung der Roaminggebühren, um vermehrt im Internet zu surfen, wenn sie im EU-Ausland sind. Diese Steigerung beim Datenroaming konnten zumindest die Mobilfunkanbieter Tango und Post beobachten.
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Die Telefonanbieter Orange, Post und Tango erklären, dass ihre Tarife bereits jetzt geringer als die nun von der EU vorgesehenen Maximalkosten sind. „Unsere Angebote sind seit mindestens fünf Jahren unter dieser Grenze“, sagt Orange-Sprecher Thierry Iafrate. So auch bei der Post: „Für unsere Kunden bleibt alles, wie gewohnt“, erklärt Carmen Engels. „Die meisten Kunden schließen ein Abo mit einer gewissen Anzahl an Einheiten ab. Eine Einheit entspricht einer SMS oder eine Minute“ – ganz abgesehen davon, ob es sich dabei um ein Gespräch ins In- oder EU-Ausland handelt. Tango-Sprecherin Emilie Venezia sagt dazu: „Unsere aktuellen Bedingungen gehen über die von der EU-Kommission festgelegte neue Maximalgrenze hinaus.“


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