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Geschäftsbilanz 2016: Cargolux in schwierigem Umfeld profitabel
Wirtschaft 4 Min. 26.04.2017

Geschäftsbilanz 2016: Cargolux in schwierigem Umfeld profitabel

Am Mittwoch konnte der neue Generaldirektor Richard Forson ein einstelliges positives Nettoergebnis vermelden.

Geschäftsbilanz 2016: Cargolux in schwierigem Umfeld profitabel

Am Mittwoch konnte der neue Generaldirektor Richard Forson ein einstelliges positives Nettoergebnis vermelden.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 4 Min. 26.04.2017

Geschäftsbilanz 2016: Cargolux in schwierigem Umfeld profitabel

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Im vergangenen Jahr hat die luxemburgische Frachtfluggesellschaft in einem sehr volatilen Marktumfeld ein positives Nettoergebnis von 5,5 Millionen Dollar erreicht. 2016 wurden 964131 Tonnen Fracht befördert, 8,4 Prozent mehr als 2015.

(aa) - Im vergangenen Jahr hat die luxemburgische Frachtfluggesellschaft ein positives Nettoergebnis von 5,5 Millionen Dollar erreicht. Dies in einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten und hartem Wetttbewerb geprägt war. 2016 wurden 964131 Tonnen (+8,4%) Fracht befördert.

2015 hatte die Cargolux mit einem Nettoresultat von 49,48 Millionen Dollar nach Steuern überrascht. Das waren fast 47 Millionen mehr als 2014 gewesen (2,85 Millionen Dollar).

Wie der kaufmännische Geschäftsführer (CFO) Maxim Straus nun am Mittwoch erklärte, wurde ein Drittel des Jahresumsatzes 2016 im vierten Quartal gemacht, nachdem es 2016 lange so ausgesehen hatte, als ob es gar kein gutes Jahr werden würde.

Das operative Ergebnis (Underlying Ebit) der Cargolux ging von 141,5 Millionen Dollar (2015) auf 94,2 Millionen Dollar (2016) zurück.

Resultat deutlich besser als Anfang 2016 absehbar

Als CEO Dirk Reich im Frühsommer 2016 angekündigt hatte, die Frachtairline Ende Juli 2016 zu verlassen, hatte es Spekulationen gegeben, dass ein sich abzeichnendes hohes Defizit im laufenden Jahr die Ursache für den Wechsel an der Spitze mit Richard Forson als neuem CEO sei.

Reich hatte damals betont, dass private Gründe für seinen Wechsel ausschlaggebend seien, aber hinzugefügt: „Dass wir schlechter sind als letztes Jahr [schlechter als 2015, Anm. d. Red], ist eine Tatsache. Das trifft aber auch auf die anderen Carrier zu und hat nichts mit meiner Entscheidung zu tun.“, so Reich.

Im Herbst 2016 hatte Reichs Nachfolger Richard Forson dann durchblicken lassen, dass die Cargolux von den Turbulenzen in der hart umkämpften Luftfrachtbranche nicht verschont bleibe und es daher gelte, die Strategie der Airline zu überprüfen.

Forsons Vorgehen und Formulierungen wie anstehende „harte Entscheidungen“ hatten bei den Gewerkschaften für Unruhe und Kopfschütteln gesorgt. Erst nach einigen Wochen war es zu einem Treffen des CEO mit den Arbeitnehmervertretern gekommen.

Verwaltungsratspräsident Paul Helminger hatte dem „Luxemburger Wort“ im Dezember 2016 gesagt, dass das Management den Tatsachen ins Auge sehen und sich gemeinsam mit allen Stakeholdern, darunter auch Personalvertreter, ernste Gedanken über die Zukunft der kommenden Jahre machen müsse.

2016, so Helminger im Dezember, sei wegen der starken Entwicklung zum Jahresende aber letztlich besser gelaufen als dies noch im Sommer erwartet worden sei. Wenn wir die Gewinnschwelle erreichen würden, wäre das eine exzellente Entwicklung“, so Helminger damals.

Optimierung um 80 Millionen Dollar pro Jahr geplant

Am Mittwoch konnte nun der neue Generaldirektor Richard Forson tatsächlich ein einstelliges positives Ergebnis vermelden.

Zur zukünftigen Entwicklung sagte der 55-jährige Südafrikaner, dass man mit allen Stakeholdern gesprochen habe und die neue Strategie „Cargolux 2025“ folgende sechs Punkte umfasse: eine höhere Flexibilität der Flotte für einen profitablen Betrieb; eine Diversifizierung der Einkommensquellen (u.a. ACMI-Leasing); schlanke Prozesse; Kostenkontrolle; Innovation, Digitalisierung und Automation; Teamwork.

Ab 2019 wolle man die Situation der Frachtairline jährlich um rund 80 Millionen Dollar verbessern, davon sollen 50 durch Kosteneinsparungen und 30 durch Umsatzsteigerungen erzielt werden.

Zum luxemburgisch-chinesischen Joint-Venture Cargolux China sagte Forson, dass er im letzten Quartal 2018 mit dem ersten kommerziellen Flug rechne.

Zur neuen Cargolux-Firmenzentrale in Luxemburg, die neben dem bestehenden Cargolux-Wartungshangar von der Flughafengesellschaft lux-Airport gebaut wird, sagte der Generaldirektor, man rechne damit, die neuen Gebäude Ende 2019 als Mieter beziehen zu können.

Zur kürzlich ausgesprochen Kartellstrafe gegen die Cargolux, kündigte Forson an, dass man in Berufung gehen werde. Die Rückstellungen für die Strafe seien übrigens über die Jahre fortgeschrieben worden. Es werde keinen Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung geben.

Diverse Personalwechsel in Direktion und Verwaltungsrat

Verwaltungsratspräsident Paul Helminger wies am Mittwoch auf diverse personelle Änderungen hin, die es bei der Cargolux gab. Neben dem früheren CFO Richard Forson, der Dirk Reich im Exekutivkomitee als CEO ersetzte, übernahm Maxim Straus die Aufgaben des CFO. Claude Zehren folgte auf Jason Holt als Verantwortlicher für den Flugbetrieb.

Auch im Verwaltungsrat gab es Veränderungen. Laut Helminger wurde als Vertreter des luxemburgischen Staates Etienne Reuter durch Isabelle Goubin ersetzt. Für die chinesischen Aktionäre habe der Vize-Präsident des Flughafens Zhengzhou, Weidong Li, das Mandat des Gouverneurs Huiyuan An für die HNCA übernommen.

Aktionäre der Cargolux sind Luxair (35,10%), HNCA (35,00%), BCEE (10,90%), SNCI (10,67%) und der luxemburgische Staat (8,32%).


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Wie Verwaltungsratspräsident Paul Helminger (links) dem „Luxemburger Wort“ auf Nachfrage bestätigte, muss das Management den Tatsachen ins Auge sehen und sich gemeinsam mit allen Stakeholdern Gedanken über die Zukunft machen. Rechts im Bild CEO Richard Forson.
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