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Gehälter in Luxemburg: Finanzsektor an der Spitze
Wirtschaft 2 Min. 11.09.2020

Gehälter in Luxemburg: Finanzsektor an der Spitze

Angestellte aus dem Finanzsektor finden sich wieder an der Spitze der Einkommenstabelle.

Gehälter in Luxemburg: Finanzsektor an der Spitze

Angestellte aus dem Finanzsektor finden sich wieder an der Spitze der Einkommenstabelle.
Foto. Guy Wolff
Wirtschaft 2 Min. 11.09.2020

Gehälter in Luxemburg: Finanzsektor an der Spitze

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Statec veröffentlicht eine Vergleichsstudie zu den Einkommen im Großherzogtum.

Die Statistikbehörde Statec hat am Freitag  eine Studie zu den Einkommen und der Gehaltsentwicklung in Luxemburg veröffentlicht. Demnach kam ein Arbeitnehmer mit einer Vollzeitstelle im Jahr 2018 durchschnittlich auf ein Bruttojahresgehalt von 65.801 Euro. 

Die Gehälter unterschieden sich dabei stark von Branche zu Branche. Wenig überraschend landete der Finanzsektor an der Spitze der Rangliste. Finanzexperten verdienten demnach mit 99.250 Euro im Durchschnitt dreimal so viel wie Angestellte aus dem Restaurant und Gaststättengewerbe. Der zweite Platz geht an Arbeitnehmer aus dem Bereich Bildung mit einem Durchschnittseinkommen von 98.835 Euro, gefolgt von wissenschaftlichen und technischen Berufen mit 88.721 Euro und der öffentlichen Verwaltung mit 86 582 Euro. Die niedrigsten Löhne werden der Umfrage zufolge im Einzelhandel, Bau, bei Unterstützungsleistungen wie Reinigung oder Sicherheitsdienste und im Horesca-Sektor (33.796 Euro) gezahlt. 

Neben dem Sektor ist für das Gehalt das Bildungsniveau der entscheidende Faktor. Hier klafft die Schere zwischen 39.400 Euro für Arbeiter ohne Schulabschluss oder lediglich Primärschulabschluss und durchschnittlich 108 811 bei Angestellten mit einem Masterabschluss oder einer höheren akademischen Qualifikation. Ein Sekundarschulabschluss bringt gemäß dem Bericht ein Gehaltsplus von 30 Prozent mit sich. 

Bei den Tertiärabschlüssen schlägt ein Bachelor-Abschluss mit einem 50 Prozent höheren Gehalt gegenüber dem Abitur als höchstem Bildungsabschluss zu Buche. Ein Master oder eine Promotion erhöhen das Gehalt durchschnittlich um weitere 30 Prozent. Damit verdienen Angestellte mit den höchsten Bildungsabschlüssen im Durchschnitt etwa 2,8 mal so viel wie Arbeitnehmer in der niedrigsten Gruppe. 

Geschlechterlücke besteht fort

Nach wie vor zahlt sich ein Y-Chromosom finanziell aus. Während Männer im Mittel 67.675 Euro verdienten, kamen weibliche Angestellte lediglich auf 62.829 Euro. Damit verdienen Frauen lediglich knapp 93 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. Daneben klafft eine Lücke zwischen Ausländern mit durchschnittlich 60.362 Euro und Luxemburgern mit 79.111 Euro. Demnach verdienten ausländische Einwohner in Luxemburg 82 Prozent und Grenzgänger 72 Prozent des durchschnittlichen Gehalts von Luxemburgern.  


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 Nur in manchen Branchen wie dem Informations- und Technologiesektor und der Finanzbranche verdienten ausländische Fachkräfte mehr. Dennoch sei eindeutig, schrieben die Autoren der Studie, dass bei gleichem Bildungsniveau die Gehälter der Luxemburger im Durchschnitt höher liegen als bei den anderen beiden Gruppen. 

Schlusslicht Horesca-Sektor 

Auch das Wachstum der Löhne hing sehr stark von der Branche ab. Vergleichen mit einer vergangen Studie aus dem Jahr 2010, stiegen die Löhne am stärksten im Bereich der „spezialisierten, technischen und wissenschaftlichen“ Berufe. Dort steht ein Plus von 4,5 Prozent pro Jahr. Danach kamen Angestellte mit unterstützenden Tätigkeiten mit einem Lohnwachstum von jährlich 3,5 Prozent, allerdings von einem vergleichsweise niedrigen Niveau aus. Am Ende der Rangliste steht wiederum der Horesca-Sektor mit Zuwächsen von lediglich etwa 1,7 Prozent. 

Die Studie basiert auf einer Erhebung zur Gehaltsstruktur, die alle vier Jahre in jedem EU-Mitgliedsland durchgeführt wird. Die letzte Umfrage wurde 2019 durchgeführt und bezieht sich auf Zahlen von 2018. Befragt wurden 3.000 Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern.

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