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Luxair-Gehälter dürfen wieder steigen
Wirtschaft 3 Min. 26.09.2022
Luftfahrt-Tripartite

Luxair-Gehälter dürfen wieder steigen

Nach der Luxair-Tripartite sprachen die Beteiligten (v.l.) Mobilitätsminister François Bausch,  Luxair-Chef Gilles Feith, Arbeitsminister Georges Engel sowie die Gewerkschaftler Patrick Dury (LCGB) und Michelle Cloos (OGBL) von „konstruktiven Gesprächen".
Luftfahrt-Tripartite

Luxair-Gehälter dürfen wieder steigen

Nach der Luxair-Tripartite sprachen die Beteiligten (v.l.) Mobilitätsminister François Bausch, Luxair-Chef Gilles Feith, Arbeitsminister Georges Engel sowie die Gewerkschaftler Patrick Dury (LCGB) und Michelle Cloos (OGBL) von „konstruktiven Gesprächen".
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 26.09.2022
Luftfahrt-Tripartite

Luxair-Gehälter dürfen wieder steigen

Marco MENG
Marco MENG
Der Plan de maintien dans l'emploi läuft ein Jahr früher aus als geplant. Auch Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen soll es nicht mehr geben.

Während auf der Straße die Mitarbeiter protestierten, fand im Mobilitätsministerium am Montag ein Gespräch zwischen Luxair-Direktion, Gewerkschaften und Mobilitätsminister Bausch zur Zukunft der Luxemburger Airline statt. Luxair-Mitarbeiter klagen seit langem über Arbeitsüberlastung – und darüber, dass zum Beispiel die Gehälter eingefroren sind. Damit ist es ab 1. Januar 2023 vorbei, denn dann gelten zu diesem Punkt wieder die Regelungen des Kollektivvertrags. Für Luxair bedeutet das nach Angaben des Konzernchefs Gilles Feith Mehrkosten von etwa vier Millionen Euro.

Wegen der Luftfahrtkrise infolge der Pandemie war vor zwei Jahren eine Vereinbarung (Plan de maintien dans l'emploi (PME)) getroffen worden, nach der unter anderem Luxair-Mitarbeiter an Verwaltungen ausgeliehen und auch die Gehälter eingefroren wurden. Dies sollte ursprünglich bis Ende 2023 gelten. 

Für die 69 Luxair-Mitarbeiter, die an den Staat ausgeliehen sind, wird nun einzeln zeitnah geklärt, ob sie dort übernommen oder zu Luxair zurückkehren.


Leonardo Del Vecchio
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Veränderungen in der Eigentümerstruktur von Luxair in den kommenden Monaten sind damit nicht auszuschließen.

Auch die Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen, die derzeit etwa 60 Mitarbeiter betrifft, läuft zum 1. Januar aus, so LCGB-Präsident Patrick Dury, der sich erfreut darüber zeigt und sagt: „Wir haben in den Gesprächen eine ganze Reihe von Lösungen gefunden.“ OGBL-Sekretärin Michelle Cloos bestätigt: „Es gab eine große Erwartungshaltung der Mitarbeiter auf die Tripartite-Gespräche. Da die Coronakrise vorbei ist, müssen auch die Krisenmaßnahmen vorbei sein. Der PME in der bisherigen Form passt da nicht mehr.“

Wieder mehr Flugverkehr

Wegen des zunehmenden Flugverkehrs nach den Lockdowns hatten Luxair-Mitarbeiter seit Monaten über Arbeitsüberlastung geklagt. Arbeitsminister Georges Engel unterstrich am Montag, dass die Mehrbelastung, über die die Luxair-Mitarbeiter seit Monaten klagen, stets im gesetzlichen Rahmen verlief. Die Gespräche seien am Montag aber konstruktiv gewesen. Kurzarbeit aus strukturellen Gründen – davon seien nur wenige Mitarbeiter betroffen – bleibt weiterhin möglich, während betont wurde, dass die Vereinbarung zur freiwilligen Frühverrentung, die kommendes Jahr 44 Personen betrifft, weiterläuft und die Betroffenen sich keinerlei Sorgen darüber zu machen bräuchten.


IPO , Manif Luxair , Demo vom Glacis bis zum Hochhaus , LCGB , OGB-L , NGL-SNEP , Foto.Guy Jallay/Luxemburger Wort
Luxair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen
In Luxemburg-Stadt haben am Montagmorgen rund 800 Luxair-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne demonstriert.

Bis auf die Einzelheiten zu diesem letzten Punkt konnten bei der Tripartite alle Fragen geklärt werden, so die Beteiligten am Montag nach den Gesprächen. Doch Minister Bausch weist darauf hin, dass auf die Luftfahrtbranche noch viele Herausforderungen zukommen. Kein Sektor sei so liberalisiert wie die Luftfahrt, so Bausch. Darum seien auch keine nationalen Lösungen möglich, das zu erwarten sei blauäugig. 

Konkret führte Bausch das Beispiel der Bodenabwicklung an, die nächstes Jahr europäisch ausgeschrieben werden muss – „mit allen Konsequenzen, die das hat“, so Bausch. So muss das Cargocenter am Findel, das von Luxair betrieben wird, genauso modernisiert werden wie die Luxair-Flotte.

Luxair muss sich modernisieren

„Nach der Pandemie sind wir nun in die Energiekrise mit nicht absehbaren Konsequenzen reingerutscht“, mahnt Bausch. Die gesamtwirtschaftliche Gefahr einer internationalen Rezession drohe, und das wirke sich auch auf die Reisetätigkeit aus. Hinzu komme die Klimakrise, die große Umstellungen und hohe Investitionen von Unternehmen wie Luxair verlange. Auch neue Flugzeuge mit neuer Technologie gehören dazu – Investitionen, die Luxair bis 2030 selbst stemmen müsse, betont Luxair-Chef Feith. Ende des laufenden Jahres visiert Luxair eine „schwarze Null“ an – ohne die 100 Millionen Dividenden durch die Cargolux-Beteiligung wären es wieder rote Zahlen.

Angesichts dieser schwierigen Situation brauche die nationale Luftfahrtgesellschaft Luxair, die ein bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Faktor in der Luxemburger Wirtschaft sei, nicht noch zusätzlich „Streit im eigenen Haus“. Darum begrüße er, dass mit dem ehemaligen Generalstaatsanwalt Robert Biever ein Mediator eingesetzt wurde, um die Probleme zwischen Direktion und Belegschaft „im Sinne der Zukunft der Gesellschaft“ lösen zu helfen. 

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