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Gegen Hassbotschaften: Honda und Unilever stoppen Facebook-Werbung
Wirtschaft 2 Min. 27.06.2020

Gegen Hassbotschaften: Honda und Unilever stoppen Facebook-Werbung

Facebook muss sich schwere Vorwürfe gefallen lassen.

Gegen Hassbotschaften: Honda und Unilever stoppen Facebook-Werbung

Facebook muss sich schwere Vorwürfe gefallen lassen.
Foto: DPA
Wirtschaft 2 Min. 27.06.2020

Gegen Hassbotschaften: Honda und Unilever stoppen Facebook-Werbung

Wegen einer Flut von Hasskommentaren, Propaganda, Spam und Fake News in ihren Diensten stehen Facebook und auch Twitter in der Kritik.

(dpa) - Immer weitere Unternehmen schließen sich aus Protest gegen den Umgang von Facebook mit Hasskommentaren und abwertenden Inhalten in seinen Diensten einem Werbeboykott an. Der Konsumgüterriese Unilever und der Autobauer Honda gaben am Freitag bekannt, in den USA vorerst keine Werbeanzeigen mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte am Freitag in einem Livestream an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentschaftswahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. Doch einige Unternehmen äußerten Medienberichten zufolge anschließend Zweifel daran.

Zweifel an Maßnahmen


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„Wir glauben nicht, dass Facebook gewalttätige und spalterische Reden auf seinen Plattformen effizient verwalten wird“, teilte der US-Schokoladenproduzent Hershey in einer von der US-Zeitung „USA Today“ zitierten Erklärung mit. „Trotz wiederholter Zusicherungen von Facebook, Maßnahmen zu ergreifen, haben wir keine bedeutsamen Veränderungen gesehen.“ Das Unternehmen, eines der weltweit führenden in seiner Branche, bestätigte „USA Today“ zudem, sich dem Boykottaufruf anzuschließen und bis Juli alle Anzeigen zu stoppen. Zudem wolle es seine Ausgaben für Facebook und Instagram für den Rest des Jahres um ein Drittel kürzen.

Auch der Getränkekonzern Coca-Cola erwägt der Zeitung zufolge, seine Anzeigen auf allen Plattformen der Sozialen Medien für mindestens 30 Tage auszusetzen und seine Werbestrategie zu überdenken. „Wir erwarten auch eine größere Verantwortlichkeit und Transparenz von unseren Social-Media-Partnern“, hieß es demnach in einer Erklärung von James Quincey, dem Präsidenten und Geschäftsführer von The Coca-Cola Company.

Zuckerberg eingangs zurückhaltend

Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg
Fotto: DPA

US-Bürgerrechtsorganisationen hatten Firmen Mitte Juni zu dem Boykott gegen Facebook aufgerufen. So soll der Konzern an einer empfindlichen Stelle getroffen werden - Facebook macht fast seinen ganzen Umsatz mit Werbeerlösen. Die US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt hat die Kritik an Facebook, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen, wieder stark aufflammen lassen. Dazu trug auch Konzernchef Mark Zuckerberg wesentlich bei, der sich weigerte, gegen umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump einzuschreiten. Dafür gab es sogar Kritik von eigenen Mitarbeitern.

Honda teilte mit, im Juli keine Anzeigen mehr bei Facebook und Instagram zu platzieren, um ein Zeichen gegen „Hass und Rassismus“ zu setzen. Unilever will sogar das ganze restliche Jahr auf bezahlte Werbung verzichten - nicht nur bei Facebook, sondern auch bei Twitter. Der Kurznachrichtendienst, auf dem Trump mit Vorliebe seine häufig umstrittenen Botschaften veröffentlicht, steht ebenfalls schon länger in der Kritik.

"Inkorrekte Inhalte werden entfernt"


ARCHIV - 25.03.2018, Großbritannien, London: Das Logo des Online-Netzwerks Facebook wird auf einem Laptop dargestellt. Das Bundeskartellamt wird am Donnerstag den 07.02.2019 (10.00 Uhr) bekanntgeben, ob es von Facebook verlangen will, das Sammeln von Daten in Deutschland einzuschränken. Die Wettbewerbshüter hatten geprüft, ob das Online-Netzwerk eine marktbeherrschende Stellung besitzt und diese bei der Sammlung von Nutzerdaten missbraucht. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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„Ich stehe gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt“, sagte Zuckerberg in einem Livestream am Freitag am Firmensitz in Palo Alto, in dem er die geplanten Maßnahmen seines Unternehmens ankündigte. Inkorrekte Inhalte, die Menschen in den drei Tagen direkt vor der Präsidentschaftswahl im November vom Wählen abhalten sollen, werden seinen Worten zufolge entfernt. Außerdem sollen auch in der Werbung abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Vorlieben blockiert werden. Zuckerberg kündigte zudem an, einige Facebook-Inhalte, die eigentlich gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks verstoßen, aber zum Beispiel aufgrund eines prominenten Absenders nachrichtenrelevant sind, künftig mit Hinweisen zu flankieren.


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