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Gefälschte Ware: 71 Millionen Euro Verluste für Luxemburg
Wirtschaft 2 Min. 06.06.2019

Gefälschte Ware: 71 Millionen Euro Verluste für Luxemburg

Viele Verbraucher greifen ohne Bedenken zu nachgemachten Produkten.

Gefälschte Ware: 71 Millionen Euro Verluste für Luxemburg

Viele Verbraucher greifen ohne Bedenken zu nachgemachten Produkten.
Foto: LW-Archiv
Wirtschaft 2 Min. 06.06.2019

Gefälschte Ware: 71 Millionen Euro Verluste für Luxemburg

Mara BILO
Mara BILO
Gefälschte Waren verursachen laut eines Berichts des Amtes der EU für geistiges Eigentum einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 56 Milliarden Euro in der EU - darunter 71 Millionen Euro in Luxemburg.

Ob Parfumflakon eines Traditionshauses, Handtasche einer französischen Nobelmarke oder ein vermeintlich in der Schweiz hergestellter Chronometer – Produktfälschungen sind für viele beliebte Ware: viel Schein für kleines Geld. Richtig drauf zahlen müssen dafür die Originalhersteller, deren Verluste sich durch Plagiate auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Jedes Jahr gehen in der gesamten Europäischen Union (EU) knapp 56 Milliarden Euro Einnahmen verloren, 71 Millionen Euro allein in Luxemburg. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichen Bericht des Amtes der EU für geistiges Eigentum („European Union Intellectual Property Office“, kurz: EUIPO) hervor.

Die Behörde mit Sitz in Alicante (Spanien) hat die wirtschaftlichen Folgen von Fälschungen in elf Wirtschaftszweigen untersucht, von denen bekannt ist, dass sie oft Gegenstand von Verletzungen der Rechte des geistigen Eigentums sind. Betroffen sind die Bereiche Kosmetika und Körperpflegeprodukte, Bekleidung, Schuhe und Accessoires, Sportartikel, Spielzeug und Spiele, Schmuck und Uhren, Taschen und Koffer, bespielte Tonträger, Spirituosen und Wein, Arzneimittel, Pestizide und Smartphones.


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Das EUIPO geht davon aus, dass in der EU die Einnahmeverluste aufgrund von Fälschungen rund 7,4 Prozent des Gesamtumsatzes der betroffenen Wirtschaftszweige ausmachen; in Luxemburg sind es 6,2 Prozent. Umgerechnet auf jeden EU-Bürger belaufen sich die Verluste durchschnittlich auf 110 Euro je Einwohner, hierzulande sind es 123 Euro. Auch in den benachbarten Ländern machen Fälschungen den nationalen Wirtschaften zu schaffen: Für Deutschland liegt die Schätzung der entstandenen Verluste bei 87 Euro pro Einwohner, für Belgien sind es 133 Euro, für Frankreich 105 Euro.

Darüber hinaus rechnet das EUIPO mit europaweit fast 468 000 verlorene Arbeitsstellen – der Grund dafür: „Rechtmäßige Hersteller produzieren und verkaufen weniger, weil Fälschungen auf dem Markt sind und beschäftigen demzufolge weniger Arbeitnehmer“, wie das Amt für geistiges Eigentum mitteilt. In Luxemburg sollen 354 Jobs betroffen sein, in Deutschland 64 111, in Belgien 8 262 und in Frankreich 38 372.

Bekleidung, Kosmetika und Weine

Im Großherzogtum ist besonders der Bereich Bekleidung, Schuhe und Accessoires von Fälschungen betroffen. Die Umsatzeinbußen werden auf 35 Millionen Euro pro Jahr geschätzt, was 6,8 Prozent der Verkäufe entspricht.

Im Visier der Fälscher stehen in Luxemburg auch die Kosmetikprodukte (15 Millionen Euro Schaden, zehn Prozent der Verkäufe), Spirituosen und Weine (sechs Millionen Euro, 5,1 Prozent), Medikamente (vier Millionen Euro, 2,5 Prozent) und Handtaschen (drei Millionen Euro, 8,7 Prozent).

Die meisten der Produktfälschungen kommen aus Hongkong, China, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Marokko, Benin, Gambia und Malaysia – darauf weist das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum hin.



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