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Gasstreit: Keine Engpässe zu erwarten
Wirtschaft 2 Min. 16.06.2014 Aus unserem online-Archiv

Gasstreit: Keine Engpässe zu erwarten


In Luxemburg ist mittelfristig nicht mit Engpässen zu rechnen.

Gasstreit: Keine Engpässe zu erwarten

In Luxemburg ist mittelfristig nicht mit Engpässen zu rechnen.
Foto:GLEB GARANICH
Wirtschaft 2 Min. 16.06.2014 Aus unserem online-Archiv

Gasstreit: Keine Engpässe zu erwarten

Nachdem es bei den Verhandlungen keinen Durchbruch gab, liefert Russland kein Gas mehr an die Ukraine. Für Luxemburg bestehe kein Grund zu Panik, heißt es von Seiten von Creos.

(ml/dpa) - Russland macht beim Gaspoker mit der Ukraine Ernst. Moskau hat die Gaslieferungen an die frühere Sowjetrepublik komplett eingestellt, betonte am Montag der ukrainische Energieminister Juri Prodan. Gas gibt es nur noch gegen Vorkasse, weil die frühere Sowjetrepublik ihre Rechnungen nicht bezahlt hat.

Moskau warnte die Europäische Union vor möglichen Engpässen. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russische Gaslieferungen in die EU. Für Luxemburg bestehe jedoch mittelfristig kein Grund zur Panik, sagt Romain Becker, CEO der Creos, demLuxemburger Wort. Die Gasversorgung sei derzeit nicht gefährdet.

Europa decke rund 25 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland. „Ein Drittel davon kommt via Pipelines aus der Ukraine. Wir reden hier also von acht bis zehn Prozent der Gesamtgaslieferungen“, so Becker. Deswegen sei in Luxemburg in den kommenden Monaten nicht mit Problemen zu rechnen.

Die europäischen Gasspeicher seien nach dem milden Winter vergangenen Jahres relativ gut gefüllt. Das dürfte für einige Monate reichen, zumal die Nachfrage im Sommer sinke, so Becker. Eine Meinung, die auch Jean-Luc Santinelli, Vertriebschef der Enovos, teilt. Der Enovos-Gasspeicher in Frankenthal (Pfalz) sei zu 100 Prozent gefüllt, und reiche für einige Wochen aus. Auch andere Lieferanten, bei denen Enovos Gas einkauft, sind reichlich gefüllt.

Der Gaspoker mit der Ukraine sei nicht wirklich neu, so Santinelli. Bisher habe dies jedoch keine Auswirkungen auf die Preise gehabt - im Gegenteil. Der Kunde bezahle zurzeit beim Gas zehn Prozent weniger als beispielsweise im Oktober 2013.

Sollte der Gasstreit länger anhalten, hänge einiges davon ab, wie der Winter ausfällt, sagt Romain Becker (Creos). Bei milden Temperaturen sei nicht mit Engpässen zu rechnen. Anders sehe es dagegen aus, wenn es einen strengen Winter mit klirrender Kälte geben würde. In dem Fall könne es eventuell zu Einschränkungen kommen, so Becker.

Mehrere Alternativen stehen zur Wahl

Experten zufolge wird der Gasstreit deeskalieren. Russland sei nämlich daran gelegen, Gas zu verkaufen. Sollten alle Stricke reißen, bieten sich mehrere Alternativen an, so Becker. Es bestehe die Möglichkeit, auf verflüssigtes Gas umzusteigen. Des Weiteren könne man auf andere Leitungen wie zum Beispiel die Nord Stream durch die Ostsee zurückgreifen.

Creos und Enovos bereitet die derzeitige Krise keine große Sorgen. Bedenklicher sei die Entwicklung im Irak, so Becker. Die Situation in diesem Golfkrieg könnte einen größeren Einfluss auf die Preisentwicklung haben als der Streit zwischen Russland und der Ukraine.