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Furcht vor US-Protektionismus unter Trump zieht Dax runter
Wirtschaft 23.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach US-Wahlen

Furcht vor US-Protektionismus unter Trump zieht Dax runter

Nach dem Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus protestierten die Menschen auch vor der Wall Street in New York.
Nach US-Wahlen

Furcht vor US-Protektionismus unter Trump zieht Dax runter

Nach dem Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus protestierten die Menschen auch vor der Wall Street in New York.
Foto: AFP
Wirtschaft 23.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach US-Wahlen

Furcht vor US-Protektionismus unter Trump zieht Dax runter

Den Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl hatten die Weltbörsen noch gefeiert. Die Anleger hofften auf weniger Steuern, weniger Regulierung und mehr Investitionen. Nach der Antrittsrede machte sich Ernüchterung breit.

(dpa) - Die Furcht vor Belastungen des Welthandels durch eine protektionistische US-Wirtschaftspolitik unter Donald Trump hat dem deutschen Aktienmarkt den Wochenstart verhagelt.

So setzt der neue US-Präsident auf harte Handelsabkommen, die vorrangig der US-Wirtschaft nutzen sollen. Der deutsche Leitindex Dax fiel am Montagvormittag um 0,80 Prozent auf 11 537,11 Punkte.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax büßte 0,51 Prozent auf 22 529,22 Zähler ein und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,56 Prozent auf 1825,62 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,82 Prozent nach unten.

Die Hoffnung an den Börsen lässt nach

Nach der US-Präsidentschaftswahl hatten die Börsen Ende 2016 noch stark von der Hoffnung auf eine stärkere Belebung der Wirtschaft unter dem neuen Präsidenten Trump profitiert und einer Jahresendrally hingelegt.

Börsianer sprachen von großen Vorschusslorbeeren und einem anstehenden Realitäts-Check nach dem Amtsantritt von Trump. Zuletzt hatten die Anleger denn auch eine Wartehaltung eingenommen.

Die protektionistisch geprägte Antrittsrede des neuen US-Präsidenten am Freitag habe die Investoren nun vorsichtig gestimmt, sagte Analyst Mike van Dulken vom Broker Accendo Markets.

Das habe auch den US-Dollar unter Druck gesetzt und im Gegenzug unter anderem dem Eurokurs Rückenwind verliehen. Ein starker Euro kann aber die Exportindustrie der Eurozone belasten.

Autobauer unter Druck

Bei den Einzelwerten gerieten in diesem Umfeld die Aktien der stark auf den Export ausgerichteten Autobauer unter Druck. Die Anteilsscheine von BMW und Daimler fielen jeweils um mehr als ein halbes Prozent.

Volkswagen-Vorzugspapiere stemmten sich indes mit einem Plus von 0,37 Prozent gegen den Trend, nachdem die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs positiv zur Profitabilitätsentwicklung geäußert hatten. Sie sehen für den Kurs deutlich Luft nach oben.

Für die Anteile der Merck KGaA ging es derweil um knapp 1 Prozent nach unten. Der Chemie- und Pharmakonzern rechnet laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bei der lukrativen Krebsarznei Erbitux in diesem Jahr mit einer Stagnation des Umsatzes.

Gefragt waren in dem unsicheren Börsenumfeld die Aktien von Immobiliengesellschaften. Im Dax stiegen die Papiere von Vonovia um 0,15 Prozent. Die Anteile von TLG Immobilien kletterten nach der Veröffentlichung vorläufiger Geschäftszahlen für 2016 um 2,61 Prozent nach oben.

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