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Frisches Geld für Luxemburger Betriebe
Wirtschaft 10.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Frisches Geld für Luxemburger Betriebe

Die BIL will kleine und mittlere Unternehmen in Luxemburg fördern.

Frisches Geld für Luxemburger Betriebe

Die BIL will kleine und mittlere Unternehmen in Luxemburg fördern.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 10.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Frisches Geld für Luxemburger Betriebe

Mara BILO
Mara BILO
Die BIL stellt Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro für innovative Firmen zur Verfügung.

Der Europäische Investitionsfonds (EIF) und die „Banque Internationale à Luxembourg“ (BIL) haben am Mittwoch ein Kooperationsabkommen unterschrieben, um innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (kurz: KMU) in Luxemburg den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zu erleichtern. Dank der Vereinbarung wird die BIL Darlehen zu günstigen Konditionen an KMUs im Großherzogtum vergeben – der EIF bürgt dabei für 50 Prozent des mit der Bank abgeschlossenen Kreditbetrags. Insgesamt kann die BIL ein Portfolio von Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro abdecken.


Kommissionsvizepräsident Katainen und EIB-Präsident Hoyer sehen weiterhin Bedarf für den Juncker-Plan.
„Der Juncker-Plan muss bekannter werden”
Das milliardenschwere Vorzeigeprojekt der EU ist ein Erfolg, sagen Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen und der Präsident der Europäischen Investitionsbank Werner Hoyer im Interview. Nun müsse die Kommunikation verbessert werden.

Der EIF und die BIL hatten bereits eine solche Vereinbarung im Jahr 2015 unterschrieben. Damals waren 60 Millionen Euro den KMUs zugeschrieben. Bislang wurden dank dieses Abkommens 77 Kredite für 60 Kunden vergeben, wie ein Sprecher der Bank auf Nachfrage erklärt. „Es sind aber noch weitere Kreditanträge in der Pipeline. Das erklärt auch, dass wir eine Aufstockung des Vertrages mit dem EIF verhandelt haben: Die Nachfrage ist da.“ Außerdem „gibt es keine Kunden, die bis jetzt zahlungsunfähig erklärt wurden“ – darauf weist die BIL hin. „Wir mussten also noch nicht die EIF-Garantie in Anspruch nehmen.“ Es wird nun erwartet, dass insgesamt mehr als hundert Unternehmen im Land von dem Kooperationsabkommen profitieren werden.


EFSI Project Fair in Brussels on 26 and 27 october 2018, organised by the EIB Group / Foto: Mara BILO
Schaufenster für den Juncker-Plan
Ob groß oder klein – europäische Unternehmen, die finanzielle Mittel benötigen, um sich weiterzuentwickeln, können durch die EU unterstützt werden. Über den Impakt des mittlerweile bekannten Juncker-Plans konnten sich Besucher bei einer Ausstellung in Brüssel ein Bild machen.

Die Vereinbarung zwischen dem EIF und der BIL ist Teil der 2014 von der EU-Kommission initiierten Investitionsoffensive für Europa – auch bekannt als „Juncker-Plan“. Demnach sollen mit Garantien aus dem EU-Haushalt bis 2020 Investitionen in Höhe von mindestens 500 Milliarden Euro in ganz Europa angestoßen werden.

Das Ziel: 980 Kleinunternehmen

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet die Brüsseler Behörde mit der in Kirchberg ansässigen EIB-Gruppe zusammen: Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert Infrastruktur- und Innovationsprojekte, der EIF – die auf der Förderung kleinerer Firmen spezialisierte Schwesterorganisation der EIB – bietet Finanzinstituten eine Garantie an, die es ihnen ermöglicht, Finanzierungsmöglichkeiten auch für risikoreichere Kleinunternehmen bereitzustellen.

Angaben der Europäischen Kommission zufolge wurden bislang in Luxemburg 13 Infrastruktur- und Innovationsprojekte und Vereinbarungen mit Finanzinstitutionen für die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen unter dem Juncker-Plan genehmigt. Diese sollen hierzulande Investitionen in Höhe von 623 Millionen Euro auslösen. Laut Hochrechnungen dürften auch 980 Luxemburger Kleinunternehmen von den Finanzierungsmöglichkeiten profitieren.


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Eva Dobay und Peter Loosz in ihrem Restaurant „East Block“ in Esch/Alzette.
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