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Frauen in Führungspositionen sind in Luxemburg unterrepräsentiert
Wirtschaft 3 Min. 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Frauen in Führungspositionen sind in Luxemburg unterrepräsentiert

Frauen an der Spitze: In der EU ist nur jede dritte Führungskraft eine Frau.

Frauen in Führungspositionen sind in Luxemburg unterrepräsentiert

Frauen an der Spitze: In der EU ist nur jede dritte Führungskraft eine Frau.
Foto: Getty Images
Wirtschaft 3 Min. 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Frauen in Führungspositionen sind in Luxemburg unterrepräsentiert

Mara BILO
Mara BILO
Auch wenn in Luxemburg Frau und Mann auf dem Papier gleichberechtigt sind, ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der Geschäftswelt mit mageren 15 Prozent im Großherzogtum besonders niedrig.

Das Großherzogtum gilt bei der Geschlechtergleichstellung als Musterschüler: Luxemburg gehört neben Belgien, Dänemark, Frankreich, Lettland und Schweden zu dem kleinen Kreis der sechs Länder, in denen Frauen und Männer über dieselben Rechte verfügen – das zeigen jedenfalls Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltbank.

Doch was in den Gesellschaften mittlerweile im Alltag gilt, findet sich nicht zwingend in der Berufswelt wieder – zwischen gesetzlichem Anspruch und Praxis klafft eine große Lücke. Beispiel Luxemburg: Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat zufolge schneidet das Großherzogtum in diesem Zusammenhang tatsächlich deutlich schlechter ab. Denn auch wenn Frau und Mann auf dem Papier gleichberechtigt sind, ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der Geschäftswelt mit mageren 15 Prozent in Luxemburg besonders niedrig. Schlimmer noch: Im Vergleich zu den EU-Mitgliedstaaten gehört Luxemburg damit zu den Schlusslichtern und belegt den letzten Platz. In der EU ist Lettland das einzige Land, in dem Führungskräfte überwiegend Frauen sind (56 Prozent).


Im Finanz- und Bankensektor: Mühsame Suche nach Talenten
Dynamisch, attraktiv und wachsend – der Finanzplatz Luxemburg ist weltweit bekannt. Dennoch wird im Finanz- und Bankensektor händeringend nach gut ausgebildeten Mitarbeitern gesucht. Wer mit welchen Kompetenzen gesucht wird, weiß die Luxemburger Bankenvereinigung.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die erhobenen Daten auf die Wohnbevölkerung und damit auf den Wohnsitz der Erwerbstätigen beziehen, und nicht auf das Land, in dem diese Menschen beschäftigt sind, wie Eurostat erklärt. „Die sich dadurch ergebende Differenz kann in Ländern mit großen grenzüberschreitenden Pendlerströmen erheblich sein.“

Insgesamt arbeiten in der EU etwa 9,4 Millionen Menschen in Führungspositionen – davon sind sechs Millionen Männer (64 Prozent) und 3,4 Millionen Frauen (36 Prozent). Damit ist etwa jede dritte Führungskraft eine Frau – ein Anteil, der seit dem Jahr 2012 konstant ist.

Die Zahlen des europäischen Statistikamtes zeigen auch, dass im vergangenen Jahr Frauen 27 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel, der Vorstandsmitglieder bei in der EU börsennotierten Unternehmen stellten. „Obwohl in der EU etwa die Hälfte aller Erwerbstätigen weiblich ist, sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert“, beschreibt Eurostat die Situation.

Generell im Nachteil sind weibliche Erwerbstätige, wenn es um die Gehälter geht. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Gehälter von Frauen insgesamt um 16 Prozent niedriger sind als die der Männer.



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