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Franz Fayot: "Es wurde viel in Innovation investiert"
Wirtschaft 4 Min. 16.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Franz Fayot: "Es wurde viel in Innovation investiert"

Die Firma Rotarex hat 2020 sechs Millionen Euro in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert.

Franz Fayot: "Es wurde viel in Innovation investiert"

Die Firma Rotarex hat 2020 sechs Millionen Euro in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 4 Min. 16.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Franz Fayot: "Es wurde viel in Innovation investiert"

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Der Innovationswille der Luxemburger Unternehmen scheint während der Corona-Krise ungebrochen. Die meisten Investitionen fließen in die Digitalisierung, respektive in die Materialforschung, aber auch in Bereiche wie Weltraumforschung und Fintechs.

Der Innovationswillen der Luxemburger Unternehmen scheint während der Corona-Krise ungebrochen. Das schätzt zumindest Wirtschaftsminister Franz Fayot: „Es wurde in Corona-Zeiten viel investiert, vor allem in Forschung und Innovation.“ 


dpatopbilder - 01.04.2020, Niedersachsen, Hannover: Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin hält Coronavirus-Testproben im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in der Hand. Niedersachsen stockt mit der Nutzung von tiermedizinischen Laboren seine Kapazitäten für Tests auf das Coronavirus deutlich auf. Foto: Peter Steffen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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So hat das Wirtschaftsministerium während der Corona-Pandemie zwei konkrete Maßnahmen eingeführt, um Unternehmen bei Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten zu unterstützten. Die erste Maßnahme, die „Aide pour la lutte contre le Covid-19“ unterstützt Investitionsprojekte zur Förderung der Herstellung und Entwicklung von Produkten, die zur Überwindung der Gesundheitskrise in Verbindung mit Covid-19 beitragen. „In diesem Zusammenhang wurden 17 Anträge eingereicht und genehmigt“, sagt Franz Fayot und nennt einige Beispiele: die Ventile für Beatmungsapparate von Rotarex, die Masken von Fast Diagnostics sowie die Kühlschränke von B Medical Systems, „die auch von dieser Beihilfe profitiert haben“. Insgesamt wurde laut Minister einen Betrag von rund 20 Millionen Euro bewilligt.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung um vier Jahre beschleunigt.

Franz Fayot

Noch bemerkenswerter sei die Beihilfe zur wirtschaftlichen Erholung, die allgemein unter dem Namen „Neistart Lëtzebuerg“ (aide pour investissements durables dans l'ère du Covid-19) bekannt ist. Diese Finanzhilfe bekommen Unternehmen, wenn sie ihre Produktion umstellen, in Digitalisierung investieren oder ihre betriebsinterne Prozesse verbessern. Insgesamt wurden 201 Dossiers für einen Gesamtbetrag von 61 Millionen Euro eingereicht. Die Maßnahme, die bis Ende Juni dieses Jahr weiterläuft, habe einen „beachtlichen Erfolg“ gehabt, sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr. 

„Resilienz“ und „Optimismus der Luxemburger Unternehmen“

Zunächst sei das Wirtschaftsministerium darüber überrascht gewesen. „Es zeigt, welche Resilienz und Innovationskapazität die Luxemburger Unternehmen haben. Das beweist auch, dass die Luxemburger Unternehmen trotz schwieriger Zeiten optimistisch bleiben, und von der Gelegenheit profitieren, um in die Zukunft zu investieren. Im Wirtschaftsministerium sind wir der Meinung, dass die Corona-Pandemie die Digitalisierung um vier Jahre beschleunigt hat.“ 

Wie Franz Fayot erklärt, wird jede staatliche Beihilfe in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation im Rahmen des geänderten Gesetzes vom 17. Mai 2017 zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation gewährt. Zwischen 2018 und 2020 wurden insgesamt 294 Projekte von den Unternehmen eingereicht und diese stellen eine Investition von 354 Millionen Euro für die betroffenen Betriebe dar. Der Staat hat die Projekte mit rund 138 Millionen Euro unterstützt. Die Hauptnutznießer sind kleine und mittlere Unternehmen. „Wir schätzen, dass drei Viertel der eingereichten Anträge von kleinen und mittelgroßen Unternehmen kommen. Die Projekte, die in den vergangenen drei Jahre umgesetzt wurden, stellen rund 1.500 Arbeitsstellen dar – das sind vor allem dauerhafte Stellen in neuen Wirtschaftsnischen und Technologien, die nicht so schnell wieder verschwinden werden.“


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Forschungsintensive Industrie 

Die meisten Investitionen fließen in die Digitalisierung, respektive in die Materialforschung, aber auch in Bereiche wie Weltraumforschung und Fintechs. Im vergangenen Jahr stellten die Projekte im Schnitt eine Finanzierung von 2,3 Millionen Euro dar. „Das zeigt, dass viele Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von großen Betrieben unternommen werden. Einer von zwanzig Arbeitsplätzen in der Industrie betrifft die Forschung“, unterstreicht Franz Fayot. Und: 61 Prozent aller Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den Unternehmen gehen auf das Konto der Industrie – entgegen der weit verbreiteten Meinung. „Wir haben hierzulande eine Industrie, die wirklich Hightech ist, und in der besonders viel Forschung und Entwicklung betrieben wird“, so Fayot. 

„Ein verzerrtes Bild“

Aus einer Statec-Studie geht hervor, dass jedes zweite luxemburgische Unternehmen innovativ ist, und dass dieser Anteil mit der Größe des Unternehmens steigt: 77,7 Prozent der Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern haben zwischen 2016 und 2018 Innovationsaktivitäten durchgeführt. 

Luxemburg investiert 1,19 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE). Mit diesem Wert liegt Luxemburg auf Platz 19 in der EU. Diese Statistik ist aber laut Statec-Direktor Serge Allegrezza mit Vorsicht aufzunehmen. „Das sieht auf den ersten Blick schlecht aus, die Statistik gibt aber ein verzerrtes Bild der Lage.“ Man hänge von verschiedenen Sektoren ab, die mehr oder weniger Forschung betreiben; die Industrie etwa investiert sehr stark in Forschung und Entwicklung und erreicht sogar 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. „Da stehen wir nicht schlecht da.“ 


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Die sektorielle Komponente der Forschung spiele eine große Rolle, leider werden die Zahlen zu Forschung und Entwicklung in der EU immer makroökonomisch auf die gesamte Wirtschaft erhoben, „was nicht viel Sinn macht“, so Serge Allegrezza. Forschung werde in Luxemburg hauptsächlich von Industriebetrieben gemacht, der Anteil des Handels und der nicht finanziellen Dienstleistungen liegt bei 36 Prozent. Der Finanzsektor stelle mit knapp drei Prozent „eine Anomalie“ dar. In vielen Finanzhäusern werde in dieser Hinsicht nicht genug in Bezug auf Forschung gedacht, und es wäre wichtig, eine Untersuchung durchzuführen, um das Konzept der Forschung und Innovation im Finanzsektor besser umzusetzen. 

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