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„Forum des mini-entreprises“: Zukunft mit Sinn und Verstand
Wirtschaft 13 3 Min. 13.06.2018

„Forum des mini-entreprises“: Zukunft mit Sinn und Verstand

Es geht nicht ins Gefängnis, sondern in die Küche, um Geschirr zu spülen: „Restopoly“ beruht auf dem Prinzip von Monopoly.

„Forum des mini-entreprises“: Zukunft mit Sinn und Verstand

Es geht nicht ins Gefängnis, sondern in die Küche, um Geschirr zu spülen: „Restopoly“ beruht auf dem Prinzip von Monopoly.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 13 3 Min. 13.06.2018

„Forum des mini-entreprises“: Zukunft mit Sinn und Verstand

Mara BILO
Mara BILO
Ein Kartenspiel zum Thema Luxemburg, hochwertige Leckerlis für den Hund, der persönliche Gruß aus dem 3D-Drucker: Luxemburger Schüler kämpfen beim „Forum des mini-entreprises“ für ihre Geschäftsidee. Nun steht das Siegerteam fest, sein Produkt: das „PouBelle“-Brettspiel.

„Wir haben sehr viel gelernt“, sagt David Merenz, 18 Jahre alt. Er hat mit acht Mitstreitern ein Brettspiel entwickelt und ist wenige Minuten vor der Bekanntgabe des Gewinners im Utopolis in Kirchberg am Dienstag sichtlich nervös. Schließlich gehört die Gruppe um David zu den 16 Finalisten des diesjährigen „Forum des micro-entreprises“.

Die Veranstaltung, alljährlich organisiert von der Asbl „Jonk Entrepreneuren“, ist Abschluss eines zehnmonatigen, freiwilligen Lernprogrammes. Das Prinzip: Zu Beginn eines Schuljahres haben Schüler die Gelegenheit, ein kleines Unternehmen zu gründen, das sie während des Jahres verwalten und verantworten müssen. So lernen sie, ein Produkt oder eine Dienstleistung marktfähig zu machen und einen Finanzplan, eine Verkaufsstrategie und einen Marketingplan aufzubauen. „Ein Lehrer begleitet die Teams über das ganze Jahr und wir stehen im ständigen Kontakt mit den Schülern“, erklärt Pitt Schneider, Programmkoordinator bei „Jonk Entrepreneuren“. Und: „Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass das Niveau sowie die Zahl der Teilnehmer jedes Jahr weiter steigt.“

Die Schüler sind älter als 16 Jahre und besuchen eine der Luxemburger Sekundarschulen. Um die professionelle Entwicklung der Projekte zu gewährleisten, wird ihnen die Unterstützung von externen Beratern angeboten. Bei besonders wichtigen Terminen – etwa bei der zentralen Entscheidung darüber, was hergestellt werden soll – stehen die Experten den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Und: Die Fachkräfte geben ihnen Auskunft über ihren Beruf, was den jungen Leuten helfen soll, den eigenen beruflichen Weg zu finden. Bei einigen Gruppen waren die Erfahrungen sogar so positiv, dass sie ihr Kleinunternehmen weitergeführt haben: „Im vergangenen Jahr hat eine Gruppe über das Programm hinaus weiter personalisierte T-Shirts verkauft“, so Pitt Schneider.


„Mini-Entreprises“ starten durch
Seit elf Jahren ermöglicht das Konzept der „Mini-Entreprises“ Luxemburger Sekundarschülern schon früh Unternehmerluft zu schnuppern. Dieses Jahr nehmen 24 Mini-Unternehmen an dem Projekt der Vereinigung „Jonk Entrepreneuren Luxembourg“ teil.

Insgesamt hatten sich 64 Kleinunternehmen für die 17. Ausgabe des „Forum des mini-entreprises“ angemeldet. Davon sind einige Gruppen im Laufe des Jahres ausgestiegen. „Wie im wahren Geschäftsleben haben es einige Kleinunternehmen nicht geschafft“, erklärt Charles Denotte, Präsident der Asbl „Jonk Entrepreneuren.“ Aber: „Man lernt genauso viel von einem Geschäft, das nicht klappt, wie von einem, das erfolgreich ist“, lauten die ermutigenden Worte vom Bildungsminister Claude Meisch, der bei der Veranstaltung eine Eröffnungsrede hielt.

Eine Jury aus Vertretern der Bildungs- und Wirtschaftsbereiche hat auf Basis der von den Schülern erstellten Dossiers, Geschäftsplänen und Präsentationen 16 Finalisten ausgewählt. Diese hatten dann am Dienstag noch einmal die Gelegenheit, ihre Geschäftsideen vorzustellen – und die Jury davon zu überzeugen, dass ihr Business das beste ist.

Vielfältige Geschäftsideen

Und die Geschäftsideen sind vielfältig: So stellt beispielsweise „Chêne d'Or“ vom Lycée Technique Agricole auf nachhaltige Weise Kugelschreiber und Füllfederhalter aus einheimischen Hölzern her. Die Mikrofirma „Shaper“, zu Hause am Lycée Technique de Lallange, fertigt personalisierte kleine 3D-Figuren; das Gesicht des jeweiligen Kunden wird gescannt und von einem Computer zu einer 3D-Druckmaschine übertragen. „Luxefriandise“ von der Ecole de la 2e chance stellt Leckerlis für Hunde und Katzen aus „hochqualitativem Fleisch“ her, wie Jonathan Rock, 20 Jahre alt, erklärt. „Die Provencale verkauft uns das Fleisch; eine Maschine zum Trocknen mussten wir uns selbst beschaffen.“ So haben sich die acht Schüler 500 Euro bei Investoren geliehen. Das Kleinunternehmen verzeichnet schon schwarze Zahlen: „Inzwischen haben wir 540 Euro Profit gemacht“, so Jonathan.


Michel Logeling hat zusammen mit Sammy Cardoso die Mini-Entreprise „Tromp“ gegründet. Mit elf weiteren Klassenkameraden aus dem „Lycée Classique de Diekirch“  haben sie ihr eigenes Kartenspielset „Konter a Matt“ entworfen und vermarktet.
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Das Kleinunternehmen „Luxetoys“ vom Lycée classique de Diekirch ist schließlich der Gewinner des Tages: Die acht Mitstreiter haben ein Brettspiel mit dem Namen „PouBelle“ entwickelt, das die Spieler über Mülltrennung informiert. „Es funktioniert wie bei einem Memory-Spiel“, erklärt David Merenz. „Wir haben mit einem Startkapital von 2 800 Euro gearbeitet; das Geld haben wir uns bei Investoren geliehen.“ Noch hat das Unternehmen 500 Exemplare auf Lager. David Merenz ist aber zuversichtlich: „Über die Zukunft haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Aber: 412 Spiele haben wir schon zu einem Preis von zwölf Euro verkauft. Warum also nicht mehr?“

Spaß hat die Verwaltung eines Kleinunternehmens jedenfalls gemacht; darauf weisen die Schüler hin. „Man lernt, wie man eine Firma gründet und was auf einen zukommt“, sagt David lächelnd.


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