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Fortuna Bank stellt ihre Tätigkeit ein
Wirtschaft 2 Min. 08.08.2022
Finanzplatz

Fortuna Bank stellt ihre Tätigkeit ein

Eine echte Luxemburger Bank weniger: Die Fortuna Banque auf dem Boulevard de la Pétrusse wurde 1920 gegründet.
Finanzplatz

Fortuna Bank stellt ihre Tätigkeit ein

Eine echte Luxemburger Bank weniger: Die Fortuna Banque auf dem Boulevard de la Pétrusse wurde 1920 gegründet.
Foto: Alain Piron
Wirtschaft 2 Min. 08.08.2022
Finanzplatz

Fortuna Bank stellt ihre Tätigkeit ein

Die Luxemburger Traditionsbank findet keinen Käufer. Bestandskunden soll eine Wechselmöglichkeit geboten werden.

(MeM) - Da kein Käufer gefunden werden konnte, wird die 1920 gegründete Genossenschaftsbank Fortuna Bank ihre Geschäftstätigkeit schrittweise einstellen. Den bisherigen Kunden bietet Fortuna in einer Mitteilung an, zur Spuerkeess zu wechseln.

Die Nachricht kommt nicht ganz überraschend. Als kleine Bank mit 29 Mitarbeitern, die 2021 einen Gewinn von 7,6 Millionen Euro auswies, suchte das Institut seit längerem einen Käufer. Grund waren hohe Betriebskosten, die vor allem bei der Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen anfallen. Ein genaues Datum, wann die Selbstabwicklung erfolgt, wurde nicht genannt.

Zu klein für die Anforderungen

Wie die Bank nun mitteilt, werden alle Kunden des Finanzinstituts kontaktiert, um ihnen Produkte und Dienstleistungen der staatlichen Sparkasse (BCEE) anzubieten. Die Fortuna war vor allem im Geschäft mit Privat- und Hypothekenkrediten aktiv.


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Übernahme der Fortuna Bank ist gescheitert
Die Bank of Beirut wollte die Luxemburger Genossenschaftsbank kaufen, doch der Libanon ist pleite, das libanesische Banksystem angeschlagen - nun müssen die Luxemburger einen neuen Partner finden.

Françoise Thoma, Generaldirektorin von Spuerkeess, betont: „Spuerkeess bedauert zwar, dass die Fortuna Banque, eine Institution mit großer Tradition auf dem Finanzplatz Luxemburg, beschlossen hat, ihre Geschäftstätigkeit schrittweise einzustellen, freut sich aber, die Kunden der Fortuna Banque, die uns künftig ihr Vertrauen schenken wollen, bei uns begrüßen zu können.“

Mit inzwischen weit weniger als 30 Mitarbeitern gehört die Fortuna Bank zu den kleinsten, aber auch traditionsreichsten Bankhäusern in Luxemburg. Um den Fortbestand zu sichern, war das Unternehmen bereits seit Jahren auf der Suche nach einem Partner

Dabei ging es der Bank unter anderem darum, das Kapital aufzustocken. Ein weiterer Grund für die Partnersuche war, dass das Unternehmen aufgrund der kleinen Belegschaft nicht über die personellen Ressourcen verfügt, den stetig steigenden Auflagen nachzukommen. 

2018 hatte die Bank of Beirut angekündigt, das luxemburgische Geldhaus kaufen zu wollen – bevor dann eine schwere Wirtschaftskrise im Libanon dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. Vor zwei Jahren war dann schließlich eine Übernahme der Genossenschaftsbank durch die britische Fondsgesellschaft Chenavari Investment Manager im Gespräch. Doch auch dieser Versuch scheiterte. 

Die Fortuna Bank verhandle weiterhin mit ihren potenziellen Partnern über ihre Übernahme, hieß es dazu zuletzt auf der Internetseite der Bank. Doch „in einem von der Gesundheitskrise und einer besonderen Wirtschaftslage geprägten Umfeld nehmen die Beratungen zwischen den verschiedenen Akteuren mehr Zeit in Anspruch als erwartet“, so die Fortuna Bank.

Veränderungen gab es dafür aber bereits vor wenigen Monaten in der Geschäftsführung. So wurde im April die Position des CEO von Jerry Grbic an Cyril Lamorlette übertragen. Grbic ist seitdem CEO der Luxemburger Bankenvereinigung ABBL. Direktor Mike Felten wurde ebenfalls abgelöst – und zwar von Jean-Louis Camuzat. Das sei erfolgt, um die „Kontinuität der Geschäftstätigkeit zu gewährleisten“, lässt das Bankhaus wissen. 

Die vergangenen Geschäftsjahre der Genossenschaftsbank waren insgesamt eher durchwachsen. Während der Gewinn in 2018 auf gut 52000 Euro absackte, wurden in den beiden Jahren darauf sogar nur Defizite erwirtschaftet. 2019 lag das Minus bei 1,57 Millionen Euro, 2020 war es ein Fehlbetrag von knapp 700.000 Euro

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Fortuna Bank immerhin wieder mit einem Plus von knapp 7,76 Millionen Euro abschließen. Zu verdanken hat die Bank das aber letztlich nur dem Verkauf ihrer historischen Immobilien, in denen auch die Bank ihren Sitz hat.

Zu den Kunden der Genossenschaftsbank gehören nach eigenen Angaben vor allem luxemburgische Arbeitnehmer, die Kredite aufnehmen, um Wohnimmobilien zu kaufen, aber auch Grenzgänger.   

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