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Folgen der Steuerreform: Zahl der Briefkastenfirmen sinkt
Wirtschaft 13.02.2017

Folgen der Steuerreform: Zahl der Briefkastenfirmen sinkt

Folgen der Steuerreform: Zahl der Briefkastenfirmen sinkt

Pierre Matge
Wirtschaft 13.02.2017

Folgen der Steuerreform: Zahl der Briefkastenfirmen sinkt

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Wir wissen, dass wir nichts wissen: Das ist die Antwort des Finanz- und des Justizministers auf die Frage, wie sich die Zahl der Holdinggesellschaften entwickelt. Doch die offiziell verfügbaren Daten sprechen eine deutliche Sprache.

(las) - Ja, seit 2014 schließen vermehrt "Sociétés de participations financières" (Soparfi) in Luxemburg, bestätigen Finanzminister Pierre Gramegna (DP) und Justizminister Félix Braz (déi Gréng) eine Vermutung der CSV-Abgeordneten Laurent Mosar und Gilles Roth. Zwischen 2014 und 2015 stieg die Zahl der Auflösungen und Abwicklungen um 358 Einheiten, gegenüber 195 zwischen 2013 und 2014 sowie 189 zwischen 2012 und 2013.

Seit 2015 würden weniger Soparfis gegründet werden, so die Minister, ohne Details zu geben. Die Analyse sei schwierig, weil die Holdinggesellschaften als juristische Form nicht existieren. Meist sind es "Société anonyme" (SA) oder Société à responsabilité limitée" (Sàrl).

Das Ende der Briefkastenfirmen

Hintergrund der parlamentarische Anfrage war laut Laurent Mosar die Erhöhung der Mindeststeuer für Soparfis von 3.210 auf 4.815 Euro im Rahmen der Steuerreform, die am 1. Januar 2017 in Kraft trat. Die Zeit der Briefkastenfirmen sei vorbei, so Mosar.

Die Statistik des Handelsregisters zeigt einen deutlichen Sprung bei der Zahl von Löschungen von Gesellschaften. Im Dezember 2016 schlossen 448 Sàrl- und 342 SA-Gesellschaften, im Januar 2017 waren es 502 Sàrl- und 688 SA-Gesellschaften. In den Monaten zuvor waren selten mehr als 150.

Unbekannte Folgen

Es steht viel auf dem Spiel: 2014 zahlten die Soparfis 28,2 Prozent der Unternehmenssteuern - die Banken dagegen "nur" 22,4 Prozent, wie der Wirtschafts- und Sozialrat in einem Gutachten hervorhob.

Die Minister Gramegna und Braz können jedoch keine Angaben machen, wie die sinkende Zahl der Soparfis sich auf die Steuereinnahmen auswirken wird. Dafür brauche es weitere Analysen.


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