Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Fluglotsenvereinigung LACA: "Gravierende Konsequenzen für den Findel"
Die luxemburgische Fluglotsenvereinigung befürchtet eine Privatisierung der Luxemburger Radar-Anflugkontrolle.

Fluglotsenvereinigung LACA: "Gravierende Konsequenzen für den Findel"

Foto: Marc Wilwert
Die luxemburgische Fluglotsenvereinigung befürchtet eine Privatisierung der Luxemburger Radar-Anflugkontrolle.
Wirtschaft 2 Min. 15.04.2016

Fluglotsenvereinigung LACA: "Gravierende Konsequenzen für den Findel"

Maxime LEMMER
Fluglotsenstreiks in Belgien könnten bei einer Auslagerung der Flugsicherung Folgen für den Findel haben, warnen die Luxemburger Fluglotsen. Minister Bausch wehrt sich gegen diese Darstellung.

(rar/ml) - Die "Luxembourg Approach Controllers Association" (LACA) nimmt den jüngsten Streik der belgischen Fluglotsen zum Anlass, um vor möglichen Auswirkungen eines solchen Tarifkonflikts auf den Flughafen Luxemburg zu warnen.

Die Vereinigung, die 21 Fluglotsen der Anflugkontrolle in Luxemburg vertritt, befürchtet eine Privatisierung der Luxemburger Radar-Anflugkontrolle.

"Jegliche Ausgliederungsversuche dieses sicherheitsrelevanten Dienstes an eine ausländische Radarkontrolle würde im Falle von Sozialkonflikten bei den ausländischen Fluglotsen zu gravierenden Konsequenzen für den Luxemburger Flughafen führen", heißt es seitens der LCAC. 

Die luxemburgischen Radarlotsen sind für den Luftraum bis 5000 Meter zuständig.
Die luxemburgischen Radarlotsen sind für den Luftraum bis 5000 Meter zuständig.
Foto: Gerry Huberty

Der luxemburgische Flughafenbetreiber und die nationalen Fluggesellschaften, insbesondere Luxair und Cargolux, müssten sich auf erhebliche finanzielle Einbußen gefasst machen.

Der zuständige Minister François Bausch weist die Darstellung der LCAC zurück. Es gehe weder darum, Arbeitsplätze abzubauen, noch die Anflugkontrolle auszulagern, so Bausch gegenüber dem "Luxemburger Wort". Es werde lediglich geprüft, wie die zuständigen Flugsicherungen in Europa besser zusammenarbeiten könnten.

Auch Luxemburg sei etwa im Rahmen des einheitlichen europäischen Luftraums dazu verpflichtet, solche Synergien ausfindig zu machen. Erhofft werden nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch positive Auswirkungen beim Lärmschutz und beim Kerosinverbrauch der Maschinen.

Bausch: "Derzeit kein neues Moment"

Eine Entscheidung darüber, ob die Luxemburger Flugsicherung künftig mit einem ausländischen Anbieter zusammenarbeiten soll, gibt es noch nicht. Der Minister bestätigt jedoch, dass entsprechenden Angebote und Analysen angefordert worden seien (Das "Luxemburger Wort" hatte über die Pläne berichtet). Infrage kommen etwa die Belgocontrol aus Belgien oder die Deutsche Flugsicherung (DFS).

Die Ergebnisse der Studien sollen spätestens Anfang Mai im Parlament vorgestellt und mit den Fluglotsen besprochen werden. Darüber hinaus gebe es "derzeit kein neues Moment", so Bausch, der es überdies merkwürdig findet, dass eine Personalvertretung mit den negativen Folgen von Streiks argumentiere.

Bei dem Streik der belgischen Fluglotsen war der Flughafen Brüssel-Zaventem zeitweise lahm gelegt worden. Auch in Charleroi kam es zu Verspätungen. Dutzende Flüge wurden gestrichen.

Hintergrund der Arbeitsniederlegung bei dem halbstaatlichen Unternehmen Belgocontrol ist die vorgesehene Anhebung des Renteneintrittsalters. Zahlreiche Mitarbeiter haben sich krank bzw. arbeitsunfähig gemeldet. Die Art des Protestes gleicht dem bei der Cargolux im vergangenen Jahr.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Flughafen Findel: Schwere Turbulenzen am Boden
Die Radarlotsen am Findel empören sich über eine mögliche Auslagerung der Anflugkontrolle an einen ausländischen Betreiber. Infrastrukturminister François Bausch kann die ganze Aufregung nicht verstehen.
Die luxemburgischen Radarlotsen sind im Bereich bis zu fünf Kilometern Höhe zuständig. Dort leiten sie die Gesamtheit der internationalen Flüge vom und zum Findel sowie die Überflüge.