Flughafenverwaltung

Personalvertreter befürchten Ausverkauf der ANA

Vor der nächsten Schlichtungssitzung am Freitag ziehen Personalvertreter der Flughafenverwaltung (ANA) die Objektivität und Unbefangenheit zweier hoher Ministerialbeamter in Zweifel.
Vor der nächsten Schlichtungssitzung am Freitag ziehen Personalvertreter der Flughafenverwaltung (ANA) die Objektivität und Unbefangenheit zweier hoher Ministerialbeamter in Zweifel.
Foto: Gerry Huberty

(aa) - Der Streit um die mutmaßliche Privatisierung der Administration de la navigation aérienne (ANA) ist im Grunde nicht neu, erreicht aber eine neue Dimension.

Obschon Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister François Bausch wiederholt bekundet hat, dass von einer Kompetenzverlagerung zur Betreibergesellschaft lux-Airport S.A., die dem Staat gehört, keine Rede sein könne, bleiben die Représentations du personnel de l'administration de la navigation aérienne (RPAA) sowie die Guilde luxembourgeoise des contrôleurs de la circulation Aérienne (GLCCA) bei ihrer Auffassung, dass die ANA praktisch zum Handlanger einer privaten Gesellschaft gemacht werden solle, die zudem auch noch die Flughafengebühren einstreichen würde.

Potenzielle Interessenkonflikte

Vor der nächsten Schlichtungssitzung am Freitag, im Zuge des von RPAA und GLCCA beantragten Verfahrens, ziehen die Personalvertreter der Flughafenverwaltung nun die Objektivität und Unbefangenheit zweier hoher Ministerialbeamter in Zweifel. Dies sei im Zuge der Auseinandersetzung um das Vorgehen der Regierung und vor allem des Ministers Bausch durchaus legitim, hieß es in einer am Mittwoch versandten Mitteilung. Konkret geht es dabei um die Personen Tom Weisgerber und Félicie Weycker, beide Erste Regierungsräte im Ministerium für Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung.

RPAA und GLCCA werfen die Frage auf, ob die beiden hohen Beamten in der Lage seien, als Präsident bzw. Vizepräsidentin des lux-Airport-Verwaltungsrates gleichzeitig dem Minister als Berater zur Seite zu stehen, ohne dass es zu Interessenskonflikten kommen müsse.

Verwirrung um Bodenradar-Stellen

Es scheine zudem so, dass der Minister über die Aufgaben der Fluglotsen nicht korrekt unterrichtet werde, so RPAA und GLCCA, da dieser immer noch von Bodenradar-Stellen spreche, obschon es die Stelle eines Bodenradarlotsen gar nicht gebe. Tatsächlich gehe es entweder um die Vorfeldlotsen (apron controller), die außerhalb des Verantwortungsbereichs des Towers stünden, oder um Rollverkehrslotsen (ground movement controller), die im Tower säßen und über die gleiche Ausbildung wie Fluglotsen verfügten.

Rollverkehrslotsen sollten aus Gründen der Flugsicherheit Luxemburgisch sprechen, um bei Zwischenfällen oder Unfällen u. a. mit den Rettungskräften zu kommunizieren, meinen RPAA und GLCAA. Das vor rund 20 Jahren bestellte Bodenradar, welches inzwischen installiert aber immer noch nicht in Betrieb sei, solle die Fluglotsen bei Nebel unterstützen und nicht die Rollbewegungen im Bereich der Parkpositionen überwachen.

Das Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsministerium mochte sich am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung nicht weiter zu den Aussagen der ANA-Personalvertreter äußern.