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Flughafen Hahn: Hunsrückairport weiter tief in den Miesen
Wirtschaft 2 Min. 24.06.2016

Flughafen Hahn: Hunsrückairport weiter tief in den Miesen

„Die Verkehrsentwicklung hat im Passagierbereich mit einem Plus von neun Prozent auf 2,7 Millionen Fluggäste eine sehr gute Entwicklung gemacht, nun muss der Frachtbereich nachziehen“, so Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk.

Flughafen Hahn: Hunsrückairport weiter tief in den Miesen

„Die Verkehrsentwicklung hat im Passagierbereich mit einem Plus von neun Prozent auf 2,7 Millionen Fluggäste eine sehr gute Entwicklung gemacht, nun muss der Frachtbereich nachziehen“, so Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk.
Foto: Reuters
Wirtschaft 2 Min. 24.06.2016

Flughafen Hahn: Hunsrückairport weiter tief in den Miesen

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Der Flughafen Hahn im Hunsrück hat trotz eines erfolgreichen Sanierungsprogramms ein Defizit von 17,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Lässt man die Sonderabschreibungen 2014 außen vor, liegt das Resultat in etwa auf Vorjahresniveau.

(aa) - Der Flughafen Hahn im Hunsrück hat trotz eines erfolgreichen Sanierungsprogramms ein Defizit von 17,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Lässt man die Sonderabschreibungen 2014 außen vor, liegt das Resultat in etwa auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis wird insbesondere auf Einbußen im Frachtbereich zurückgeführt.

Dem Aufsichtsrat des Hunsrückflughafens wurde am Freitag der Abschluss des Sanierungsprogramms vorgelegt. Außerdem wurde die Bilanz 2015 beschlossen. Dies knapp drei Wochen nachdem der rheinland-pfälzische Innenminister die Shanghai Yiqian Trading als Käufer des angeschlagenen Airports vorgestellt hatte. Wie inzwischen bekannt ist, sollen die Chinesen nicht nur die 82,5 Prozent Anteile des Landes Rheinland-Pfalz übernehmen, sondern auch die verbleibenden 17,5 Prozent des Landes Hessen.

Chinesischer Investor will Frachtverkehr ankurbeln

Das Konzept des Investors sieht vor, das Fracht- und Passagiergeschäft am Hahn durch eine enge Zusammenarbeit mit asiatischen Partnerunternehmen nachhaltig auszubauen. Im Frachtbereich will Shanghai Yiqian u. a. die Frachtfluggesellschaft Yangtze River Express zur Rückkehr an den Hahn bewegen. Auch das abgehende Frachtgeschäft am Hahn soll gestärkt werden - durch die Verarbeitung verderblicher Frachtgüter. Längerfristig sollen auch asiatische Pauschalreisende auf dem Hunsrückairport landen, wie der  Generalbevollmächtigte der Gesellschaft Dr. Yu Tao Chou Anfang Juni erklärte. 

Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Shanghai Yiqian Trading ist kaum bekannt, und Aussagen der Yangtse River, wonach man von einer Rückkehr auf den Hahn nichts wisse, sorgten in den vergangenen drei Wochen für Skepsis. Dabei müssen vor allem im Frachtbereich endlich Erfolge her, um dem zuletzt flügellahmen Hahn wieder auf die Sprünge zu helfen. Dies belegen auch die Geschäftsdaten, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Anhaltend hohes Defizit trotz Sanierungserfolgen

„Die Verkehrsentwicklung hat im Passagierbereich mit einem Plus von neun Prozent auf 2,7 Millionen Fluggäste eine sehr gute Entwicklung gemacht, nun muss der Frachtbereich nachziehen“, so Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk in einer Unternehmensmitteilung. Insbesondere durch Einbußen in der Fracht verzeichnet der Flughafen in diesem Jahr – trotz der Erfolge im Sanierungsprogramm – ein Defizit von 17,4 Millionen Euro. Damit befinde sich das Finanzergebnis bereinigt, das heißt ohne die Sonderabschreibungen des Jahres 2014, auf Vorjahresniveau.

„Dieses Ergebnis bestätigt den Plan, bis 2024 – wie von der EU vorgegeben – eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen“, betonte Bunk ohne zu erläutern, inwiefern ihn ein unverändert hohes Defizit gerade darauf schließen lässt, während keineswegs gesichert scheint, dass es auch mit dem chinesischen Investor im Frachtbereich aufwärts gehen wird.

Hahn spart zehn Millionen Euro ein

Was das genannte Sanierungsprogramm angeht, zog der Flughafen Hahn in seiner Mitteilung eine positive Bilanz. „Der Flughafen hat sich in den vergangenen drei Jahren systematisch neu aufgestellt und in allen Bereichen des Unternehmens Einsparungen vorgenommen“, so Geschäftsführer Bunk. „Außerdem wurden alle Erlöspositionen hinterfragt und angepasst.“ Dieses so genannte „Zukunftsprogramm“ habe bereits im ersten Jahr seines Bestehens zu Wertbeiträgen in Höhe von 4,8 Millionen Euro geführt. 2015 seien es bereits 8,1 Millionen Euro gewesen, 2016 wird ein Betrag von annähernd zehn Millionen Euro erwartet.


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