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Flughafen Hahn hat mit schweren Turbulenzen zu kämpfen
Wirtschaft 2 Min. 08.01.2014 Aus unserem online-Archiv

Flughafen Hahn hat mit schweren Turbulenzen zu kämpfen

Ryanair als wichtigster Kunde im Passagierbereich kündigte 2013 an, weniger Flugzeuge am Hahn zu stationieren und seine Flüge zu reduzieren.

Flughafen Hahn hat mit schweren Turbulenzen zu kämpfen

Ryanair als wichtigster Kunde im Passagierbereich kündigte 2013 an, weniger Flugzeuge am Hahn zu stationieren und seine Flüge zu reduzieren.
Foto: dpa
Wirtschaft 2 Min. 08.01.2014 Aus unserem online-Archiv

Flughafen Hahn hat mit schweren Turbulenzen zu kämpfen

Der rheinland-pfälzische Regionalflughafen Hahn hat 2013 einen deutlichen Rückgang im Frachtbereich verzeichnet. Gut war die Lage vorher schon nicht. Auch Passagier-Verbindungen werden ausgedünnt.

Von Andreas Adam

Der rheinland-pfälzische Regionalflughafen Hahn hat 2013 einen deutlichen Rückgang im Frachtbereich verzeichnet. Die Gesamttonnage ging von 207.520 Tonnen im Jahr 2012 auf nur noch 152.502 Tonnen zurück. Das entspricht einem Rückgang um fast 27 Prozent.

Das Jahr war denn auch von mehreren Rückschlägen geprägt. So gingen Aircargo Germany, Aeroflot und Qatar als Kunden verloren. Ein Sanierungskonzept sieht vor, dass bis 2018 insgesamt 100 Stellen abgebaut werden - das entspricht einem Viertel der Stellen.

Damit nicht genug. Ryanair als wichtigster Kunde im Passagierbereich kündigte 2013 an, weniger Flugzeuge am Hahn zu stationieren und seine Flüge zu reduzieren. Im letzten Jahr wurden insgesamt 2,7 Millionen Passagiere gezählt. Davon sind etwa 90 Prozent der irischen Low-Cost-Airline zuzuschreiben. Durch die neuen Einschränkungen wird 2014 mit einem Rückgang um 300.000 Passagiere gerechnet.

Frachtabfertiger kehrt dem Hahn den Rücken

Wie nun bekannt wurde, kehrt auch der Frachtabfertiger Fraport Cargo Services GmbH (FCS) dem Hunsrückflughafen den Rücken. FCS ist eine Tochter der Fraport AG, die bis 2009 die Mehrheit am Hahn hielt. Inzwischen sind alle Anteile im Besitz der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Ganze hat auch eine politische Dimension. Neben den 400 direkt Beschäftigten hängen zirka 3000 weitere Arbeitsplätze an der Zukunft des Airports.

Während in letzter Zeit eine Schreckensmeldung offenbar die andere jagt, lässt man im Hunsrück jedoch nicht die Köpfe hängen und relativiert die ein oder andere vermeintliche Hiobsbotschaft. „Wir können im Frachtbereich immer noch auf Frachtfluggesellschaften wie Yangtze River Express aus China, Silkway aus Aserbaidschan, Nippon Cargo aus Japan und Atlas Air aus den USA setzen“, sagte Sprecherin Bianca Waters dem Luxemburger Wort auf Anfrage. Des Weiteren sehe das Sanierungskonzept nicht nur Stellenabbau und Kostensenkung vor. Auch die Erlöse sollten gesteigert werden. Mit der 24h-Fluggenehmigung, der fast vier Kilometer langen Landebahn und kurzen Wegen zum Handling habe man Standortvorteile, die eine klare Sprache sprächen. Das wolle man nutzen. 

„Bekenntnis von Ryanair zum Hahn haben wir“

„Was Ryanair betrifft, wird sich dies in der Tat bei den Passagierzahlen bemerkbar machen“, so Waters. Allerdings sei diese Einschränkung der Flüge kein Abschied auf Raten. Ryanair habe offenbar bestellte Flugzeuge nicht rechtzeitig erhalten und sei daher zu dieser Maßnahme gezwungen worden. Ab 2015 solle wieder aufgestockt werden.

„Das klare Bekenntnis von Ryanair zum Hahn haben wir“, so die Flughafensprecherin. Auch den Weggang des Frachtabfertigers FCS könne man verschmerzen. Anders als am Luxemburger Flughafen habe es am Hahn bislang drei Handler gegeben. Wenn die FCS sich im Lauf des Jahres zurückziehe, blieben nach wie vor die VG Cargo und Hahn Cargo Service um dies aufzufangen. Auswirkungen auf das umzuschlagende Frachtvolumen habe dies nicht notwendigerweise und dass FCS den Kunden Deutsche Bundesbank mit nach Frankfurt nehme, sei vorerst nur ein Gerücht.

Was die Zukunft bringt, bleibt abzuwarten. Seit Jahren kommt der Flughafen nicht aus den roten Zahlen. Für das letzte Jahr liegen die Werte noch nicht vor. 2012 war es nach Steuern ein Minus von 5,7 Millionen Euro. Bis spätestens zum Jahr 2023 strebt man eine „schwarze Null“ an. Dann sollen Regionalflughäfen wie der Hahn nach Plänen der EU ohne Beihilfen auskommen.