Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Finanzspritze für Weltraum-Start-ups
Wirtschaft 4 Min. 26.10.2021
Wirtschaftsmission in Dubai

Finanzspritze für Weltraum-Start-ups

Mario Grotz (LSA), Elodie Viau (ESA), Mathias Link (ESRIC), Wirtschaftsminister Franz Fayot, Géraldine Naja (ESA) und Thomas Kallstenius (LIST) bei der Vorstellung des Programms in Dubai.
Wirtschaftsmission in Dubai

Finanzspritze für Weltraum-Start-ups

Mario Grotz (LSA), Elodie Viau (ESA), Mathias Link (ESRIC), Wirtschaftsminister Franz Fayot, Géraldine Naja (ESA) und Thomas Kallstenius (LIST) bei der Vorstellung des Programms in Dubai.
Foto: SIP
Wirtschaft 4 Min. 26.10.2021
Wirtschaftsmission in Dubai

Finanzspritze für Weltraum-Start-ups

Marlene BREY
Marlene BREY
Ein neues Programm fördert junge Unternehmen im Bereich „Space Resources“. Wie gut funktioniert das Ökosystem für den Sektor bisher?

Tag drei der Wirtschaftsmission in Dubai beginnt mit einer Premiere: Das European Space Resources Innovation Center (ESRIC) mit Sitz in Luxemburg ruft ein Förderprogramm für Weltraum-Start-ups ins Leben. Das haben Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) und der Direktor des ESRIC, Mathias Link, am Dienstag auf dem International Astronautical Congress (IAC) in Dubai bekannt gegeben. Das Programm wird gemeinsam mit der European Space Agency (ESA) und dem Technologie-Inkubator Technoport in Luxemburg durchgeführt. 


(de g. à dr.) Colonel Luis Felipe Sáez, Assistant Director of Space Affaire, Chilean Air Force ; Franz Fayot, ministre de l’Économie ; Humbulani Mudau, Chief Director, Space Science and Technology, Department of Science and Innovation South Africa ; Dr. Kai-Uwe Schrogl, président de l’International Institute for Space Law (IISL) ; Simonetta Di Pippo, directrice du United Nations Office for Outer Space Affairs (Unoosa)
Dubai versammelt Astronauten, Visionäre - und Möchtegerns
Tag zwei der Wirtschaftsmission in den Vereinigten Arabischen Emiraten führt Minister Franz Fayot zum Internationalen Astronauten Kongress.

Das in Luxemburg angesiedelte „Start-up Support Programme“ (SSP) sei „weltweit das erste Förderprogramm dieser Art“, sagte Fayot. Das SSP soll Start-ups in der Frühphase unterstützen, indem es Hilfestellung bei der Technik sowie der Optimierung von Businessmodellen bietet. Zusätzlich ist eine Starthilfe von 200.000 Euro für die jungen Unternehmen vorgesehen. Der Bewerbungsprozess für Start-ups beginnt am 24. November anlässlich der Newspace Europe Conference. 

„Space Resources“ war nie weg 

Luxemburg setzt also weiterhin auf die Nische Weltraumrohstoffe, um seine Wirtschaft zu diversifizieren. Ex-Wirtschaftsminister Etienne Schneider hatte die Vision des Abbaus von Ressourcen im All populär gemacht. In letzter Zeit schien diese Strategie allerdings in den Hintergrund geraten zu sein. 

„Das Thema Space Resources war die ganze Zeit wichtig“, sagt Thomas Kallstenius, CEO am Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST). „Aber in diesem Bereich muss man eine mittel- oder eher langfristige Strategie fahren.“ Ein langer Atem ist also gefragt. 


Dossier Uni: Studiengang: Interdisciplinary Space Master Luxembourg  21 octobre 2021 photo Christophe Olinger
Kaderschmiede für die Weltraumbranche
Der neue „Interdisciplinary Space Master“ der Uni Luxemburg bildet künftige Führungskräfte für die Weltraumindustrie aus.

Erst vergangenes Jahr ist mit dem European Space Resources Innovation Centre ein Forschungszentrum ins Leben gerufen worden, das die technischen Grundlagen für den Abbau von Rohstoffen im All legen soll. 

Das Wirtschaftsministerium will junge Unternehmen, die in diesem Geschäftsfeld tätig sind, nach Luxemburg lotsen und fit fürs Business machen. „Turning research into business“, sagt Mario Grotz, Generaldirektor für Industrie, Technologie und Forschung im Ministerium für Wirtschaft. 

„Das Programm zur Unterstützung von Start-ups wird eine Schlüsselrolle bei der Beschleunigung der nächsten Generation von Geschäftsideen der vielversprechendsten Start-ups im Bereich der Weltraumressourcen spielen“, so Mathias Link, Direktor des ESRIC. 

Viel Geld wird verpuffen

Nur: Die Unterstützung kostet viel Geld. Wo lohnt sich die Investition und wo nicht, welche Start-ups werden in zehn Jahren ganz vorne mitspielen und welche werden längst nicht mehr existieren? 


Das Innovationscentre soll Forschung und Entwicklung rund um Weltraumfragen ankurbeln.
"Space Resources"-Forschungszentrum nimmt Arbeit auf
Die Luxembourg Space Agency und die Europäische Weltraumagentur unterzeichnen eine Partnerschaftsvereinbarung zur Gründung des "European Space Resources Innovation Centre“ (ESRIC).

„Das ist eine Wette“, sagt Kallstenius vom LIST. „Wir müssen auf Start-ups wetten. Wir wissen, dass das ein riskantes Business ist, weil nicht alle überleben. Aber die, die es tun, sind entscheidend.“ 

SES sei ein Paradebeispiel für einen solchen Pionier. „Und auch da hätten wir es nicht vorhersehen können“, sagt Kallstenius. Wer das Pendant bei den jetzigen Start-ups sein werde, könne niemand vorhersagen. 

Passgenaue Hilfen: Das sagen die Start-ups

Wie zufrieden sind die Start-ups im Land mit der Unterstützung? Funktionieren die Programme und lebt das Ökosystem, von dem immer wieder gesprochen wird, oder sind sie noch eine Vision für die Zukunft – wie die Space Resources selbst? 

70 Betriebe zählt der Sektor im Land aktuell, das sind 20 mehr als noch ein Jahr zuvor. Vertreter von über 30 Unternehmen aus dem Geschäftsfeld begleiten Wirtschaftsminister Franz Fayot derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am Luxemburger Stand auf dem International Astronautical Congress in Dubai präsentieren sich acht. Hier zeigen sich die Hoffnungsträger der Wirtschaft sehr zufrieden mit dem Standort Luxemburg. 


Wirtschaft, space resources week, Franz Fayot Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
Weltraum-Start-Ups sollen künftig von Luxemburg aus abheben
Eine neue Initiative des Wirtschaftsministeriums fördert junge Unternehmen aus dem Bereich "Space Resources".

Mehdi Scoubeau arbeitet als Systemtechniker bei GomSpace inBelval. GomSpace ist ein börsennotierter Hersteller von Nanosatelliten. Insgesamt hat das Unternehmen 150 Mitarbeiter, die meisten sitzen in Dänemark, in Luxemburg sind es immerhin 20. Das staatliche Funding hat sie hergeführt. „Das Ökosystem für Space Start-ups ist auf dem richtigen Weg“, sagt Scoubeau, „aber das braucht natürlich Zeit.“ 

Die Space Resources Initiative ist der Grund, warum wir überhaupt nach Luxemburg gekommen sind.  

Julien-Alexandre Lamamy, Managing Director von ispace

Julien-Alexandre Lamamy, Managing Director von ispace zeigt sich sehr zufrieden. Er gehört zur ersten Generation der Space-Gründer in Luxemburg. „Die Space Resources Initiative ist der Grund, warum wir überhaupt nach Luxemburg gekommen sind“, sagt er. 

Seine Firma will einer der ersten kommerziellen Transportdienste sein, die Fracht aus der Erdumlaufbahn auf die Mondoberfläche bringt. Das Headquarter sitzt in Tokio, ein weiteres Büro ist in den USA. In Luxemburg sitzen 22 Mitarbeiter von insgesamt 160. 


(de g. à dr.) Mario Grotz, chargé de la Direction générale Industrie, nouvelles technologies et recherche, ministère de l’Économie, et président du Comité de direction de la Luxembourg Space Agency (LSA) ; Franz Fayot, ministre de l’Économie ; Pierre Festal, partenaire, Promus Ventures
Luxemburg verkündet Space-Fonds in Höhe von 120 Millionen
Orbital Ventures soll Start-ups das nötige Kapital zur Verfügung stellen, damit sie durchstarten können.

Das Ökosystem in Luxemburg funktioniere gut. „Dieses Jahr wird die Space Resources-Initiative fünf Jahre alt, und sie ist wahnsinnig erfolgreich gewesen – denn wir alle sind da, und wir sind erfolgreich“, er zeigt um sich herum und auf die Start-ups am Luxemburger Stand. „Ich glaube, der Fokus für die nächsten fünf Jahre sollte nicht sein, noch mehr Unternehmen anzulocken, sondern unsere Zusammenarbeit zu stärken.“ 

Naziyah Mahmood von Spire lobt das Ökosystem ebenfalls. „Wir sehen mehr und mehr Akteure hier im Space Sektor und auch die Forschung an der Uni Luxemburg zieht an. Wir haben eine Kollaboration.“ 

Spire ist seit drei Jahren im Großherzogtum, hat inzwischen 50 Mitarbeiter. Die Zahl soll auf 80 ansteigen. Ein gutes Zeichen, denn die Firma ist eine Art Aushängeschild für Luxemburg. Sie sammelt Geodaten mit Nanosatelliten – Space Business mit Nutzwert auf der Erde.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema