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Finanzplatz: Nordea-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft
Die Geschäftsführung der Nordea-Bank will keine Prognose zur Zukunft der Arbeitsplätze abgeben. Bei den Mitarbeitern wächst die Unsicherheit.

Finanzplatz: Nordea-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

(Foto: Gerry Huberty)
Die Geschäftsführung der Nordea-Bank will keine Prognose zur Zukunft der Arbeitsplätze abgeben. Bei den Mitarbeitern wächst die Unsicherheit.
Wirtschaft 2 Min. 07.02.2018

Finanzplatz: Nordea-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die von der Schweizer UBS angekündigte Übernahme des Private-Banking-Geschäfts von Nordea in Luxemburg sorgt bei der Belegschaft für Unruhe. Rund 200 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

(ndp) - Die von der Schweizer UBS angekündigte Übernahme des Private-Banking-Geschäfts von Nordea in Luxemburg sorgt bei der Belegschaft für Unruhe. Nach Aussage einer Nordea-Pressesprecherin werden lediglich 150 Mitarbeiter der insgesamt 350 Mitarbeiter zu dem Schweizer Konzern wechseln. Was mit den übrigen 200 Mitarbeitern der Private-Banking-Sparte in Luxemburg geschehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

„Die übrigen Mitarbeiter werden nach der Übernahme mit dem Abbau der Aktivitäten beschäftigt sein. Wir können derzeit weder sagen, wie viele Beschäftigte davon betroffen sind, noch wie lange diese Aufgabe dauern wird“, sagt eine Pressesprecherin am Mittwoch und bestätigt damit einen Bericht der Gratiszeitung L'Essentiel.

Gefühl der Unsicherheit

Einen möglichen Sozialplan für die rund 200 Mitarbeiter wurde mit den Gewerkschaften noch nicht besprochen. „Uns liegen derzeit keine weiteren Informationen vor“, bedauert Aleba-Generalsekretär Laurent Mertz. „Unter den Beschäftigten der nordischen Bank herrscht Frust. Vielen macht die Unsicherheit zu schaffen, in der sie sich befinden. Wir hoffen auf mehr Klarheit vom Management in den nächsten Wochen“, sagt der Gewerkschafter. Die Mitarbeiter wollen von ihren Chefs wissen, wie es langfristig weitergeht. Es sei aber auch durchaus möglich, dass diese selbst nicht wissen, wie die Zukunft aussieht, meint Laurent Mertz.

UBS hatte am 25. Januar angekündigt, das in Luxemburg ansässige Private-Banking-Geschäft des schwedischen Bankkonzerns übernehmen zu wollen. Nordea wolle sich in Folge einer strategischen Überprüfung ihre Private-Banking-Aktivitäten in Nordeuropa konzentrieren. Im zweiten Halbjahr 2018 soll die Transaktion in trockenen Tüchern sein.

Die Übernahme soll dabei keinen direkten Impakt auf die anderen Geschäfte der skandinavischen Bank haben. Die 180 Mitarbeiter des Asset-Management-Bereichs werden weiterhin in Luxemburg tätig sein. „Luxemburg ist ein wichtiges Finanzzentrum im Bereich Asset-Management. Es ist daher selbstverständlich, dass wir weiterhin stark im Großherzogtum präsent sein werden - umso mehr als unsere Kompetenzen und Infrastrukturen hier gut aufgestellt sind“, sagt Snorre Storset, Leiter der Wealth Management-Aktivitäten.

Nordea streicht Stellen weltweit

Die nordische Großbank ist seit 1976 hierzulande tätig. Von hier aus führt sie auch ihre Filiale in Singapur. Erst letztes Jahr schloss die Bank den Schweizer Private-Banking-Standort in Zürich. Dies geschah auch vor dem Hintergrund der sinkenden Profitabilität im Private Banking der gesamten Nordea-Gruppe. Im Jahr 2016 reduzierte sich das Betriebsergebnis der Sparte um ein Fünftel auf 169 Millionen Euro. Weil die Kundenaktivitäten nachgelassen haben, kamen auch die Margen unter Druck. Nordea verwaltete 2017 rund 100 Milliarden Euro im Private Banking.

Auch in der gesamten Gruppe sollen Stellen gestrichen werden. Im Oktober letzten Jahres kündigte die nordische Bank nach einem Gewinnrückgang an, mindestens
4 000 Arbeitsplätze von insgesamt 32 000 abschaffen zu wollen. Zudem wolle das Geldhaus auf die Dienste von rund 2 000 Beratern verzichten. Es sei Zeit, die Kosten zu drücken und die Effizienz zu erhöhen, sagte Konzernchef Casper von Koskull.


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