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Finanzminister Pierre Gramegna: Keine Begrenzung für Barzahlungen
Einige EU-Staaten verbieten Barzahlungen von höheren Beträgen.

Finanzminister Pierre Gramegna: Keine Begrenzung für Barzahlungen

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Einige EU-Staaten verbieten Barzahlungen von höheren Beträgen.
Wirtschaft 04.09.2017

Finanzminister Pierre Gramegna: Keine Begrenzung für Barzahlungen

Mit Obergrenzen für Barzahlungen soll verhindert werden, dass das Finanzsystem zur Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus missbraucht wird. In Luxemburg wird es vorerst aber keine solche Begrenzungen geben.

(M.G.) - Dürfen hohe Beträge bald nicht mehr bar gezahlt werden? Das schien zumindest der Abgeordnete Laurent Mosar zu befürchten, als er diesbezüglich eine parlamentarische Anfrage an Finanzminister Pierre Gramegna richtete.

In Bulgarien sei kürzlich ein Gesetz verabschiedet worden, das Bargeldzahlungen ab dem ersten Januar 2018 auf maximal 2 500 Euro begrenzt. Es sei sogar geplant diese Obergrenze ab 2020 auf 500 Euro zu kürzen, erklärt Mosar in seiner Anfrage.

Tatsächlich veröffentlichte die Europäische Kommission im Juni 2017 einen Bericht zu den Risiken der Geldwäsche innerhalb des europäischen Binnenmarktes, in dem 16 Fälle aufgezählt werden, in denen Mitgliedsstaaten Obergrenzen für Barzahlungen eingeführt haben. Diese reichen von 420 Euro in Slowenien bis hin zu 15 000 Euro in Polen oder der Slowakei. 

Das europäische Gesetz, das verhindern soll, dass das Finanzsystem zur Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus missbraucht wird, sieht allerdings keinerlei Begrenzung von Barzahlungen vor. Daher gebe es für Finanzminister Pierre Gramegna auch keine Veranlassung in einem Luxemburger Gesetz über europäische Vorgaben hinauszugehen, indem man eine derartige Begrenzung einführe.

In Luxemburg wird es demnach keine derartige Begrenzungen auf Barzahlungen geben.



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