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Enthüllung über Credit Suisse bringt Schweiz in Bedrängnis
Wirtschaft 2 Min. 21.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Geldwäschevorwurf

Enthüllung über Credit Suisse bringt Schweiz in Bedrängnis

Die EVP-Fraktion fordert eine Überprüfung der Bankpraktiken in der Schweiz.
Geldwäschevorwurf

Enthüllung über Credit Suisse bringt Schweiz in Bedrängnis

Die EVP-Fraktion fordert eine Überprüfung der Bankpraktiken in der Schweiz.
Foto: Reuters
Wirtschaft 2 Min. 21.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Geldwäschevorwurf

Enthüllung über Credit Suisse bringt Schweiz in Bedrängnis

Die Credit Suisse soll Autokraten und Menschenhändler als Kunden akzeptiert haben. Die Schweiz könnte auf die schwarze Liste der EU kommen.

(dpa/mab) -  Die Schweizer Bank Credit Suisse soll nach einem Medienbericht über Jahre Autokraten, Drogendealer sowie mutmaßliche Kriegsverbrecher und Menschenhändler als Kunden akzeptiert haben. Im Nachgang an diese Enthüllung vom Sonntagabend fordert die größte Fraktion des Europäischen Parlaments, die EVP-Fraktion, eine Überprüfung der Bankpraktiken in der Schweiz. Die mögliche Folge: Das Land könnte auf die schwarze Liste der EU von Ländern mit hohem Geldwäscherisiko kommen. 

  <blockquote class=„twitter-tweet“><p lang=„en“ dir=„ltr“>.<a href=„https://twitter.com/EPPGroup?ref_src=twsrc%5Etfw“>@EPPGroup</a> calls to re-evaluate <a href=„https://twitter.com/hashtag/Switzerland?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw“>#Switzerland</a> as high-risk money-laundering country.<br><br>&quot;Bank privacy laws must not become a pretext to facilitate money laundering and <a href=„https://twitter.com/hashtag/tax?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw“>#tax</a> evasion&quot;, says <a href=„https://twitter.com/MarkusFerber?ref_src=twsrc%5Etfw“>@MarkusFerber</a>.<br><br>Read: <a href=„https://t.co/8vK498TPsq“>https://t.co/8vK498TPsq</a> <a href=„https://t.co/UWKJsU9aYx“>pic.twitter.com/UWKJsU9aYx</a></p>&mdash; EPP Group (@EPPGroup) <a href=„https://twitter.com/EPPGroup/status/1495701867665534978?ref_src=twsrc%5Etfw“>February 21, 2022</a></blockquote> <script async src=„https://platform.twitter.com/widgets.js“ charset=„utf-8“></script>  

Auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) steht wegen der Vorwürfe gegen die Credit Suisse in Kontakt mit der Bank. Das bestätigte ein Sprecher der Finma am Montag. Wie üblich äußere sich die Behörde aber nicht zu Medienberichten. Die Einhaltung der Bestimmungen zur Verhinderung von Geldwäscherei bilde seit Jahren einen Schwerpunkt der Aufsicht, hieß es. 

Die zweitgrößte Schweizer Bank soll jahrelang gegen internationale Anti-Geldwäsche-Standards verstoßen und korrupte Autokraten und Kriminelle als Kunden akzeptiert haben. Das belegen nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ Daten aus dem Geldinstitut.


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Die Bank hat die Vorwürfe zurückgewiesen. 90 Prozent der angeführten Konten seien bereits geschlossen worden. „Wir werden die Angelegenheit weiter analysieren und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten“, so die Bank weiter. Laut den Medienberichten hätten Kriminelle Konten eröffnen, beziehungsweise Konten auch dann behalten können, „wenn die Bank längst hätte wissen können, dass sie es mit Straftätern zu tun hat“.

In einem Risikomonitor von Ende 2019 schreibt die Finma, dass die Geldwäscherei weiterhin zu den Hauptrisiken für die Beaufsichtigten und für den Finanzplatz Schweiz zähle. Sinkende Margen könnten Finanzinstitute dazu verleiten, riskante Geschäftsbeziehungen einzugehen. Es war nach Erkenntnissen der Finma zu Rechtsverletzungen gekommen. „Etwa das mangelnde Hinterfragen der wirtschaftlichen Plausibilität von Transaktionen.“

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