Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Finanzmärkte und Wirtschaft verunsichert
Wirtschaft 2 Min. 12.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Äußerungen

Finanzmärkte und Wirtschaft verunsichert

Während Trumps Auftritt geriet der Dow Jones unter Druck.
Nach Trump-Äußerungen

Finanzmärkte und Wirtschaft verunsichert

Während Trumps Auftritt geriet der Dow Jones unter Druck.
(Foto: AFP)
Wirtschaft 2 Min. 12.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Äußerungen

Finanzmärkte und Wirtschaft verunsichert

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die Erwartungen waren groß, doch die jüngsten Aussagen des künftigen US-Präsidenten lassen die Finanzwelt eher ratlos zurück. Donald Trump sorgt eher für Verunsicherung als für Aufbruchstimmung.

(dpa) - Die erste Pressekonferenz mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump seit den Wahlen hat die Finanzmärkte enttäuscht. Der Dollar verlor an Wert, die Kurse an den Börsen gaben nach und Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagehäfen. Zwar betonte Trump, er werde „der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat“. Nach Einschätzung von Ökonomen gibt es aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik. „Insgesamt ist die Pressekonferenz aus Investorensicht als Enttäuschung zu verbuchen“, sagt Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank.

Die Hoffnungen auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm und Steuersenkungen wurden gedämpft, weil davon keine Rede war. Dabei waren es genau diese Erwartungen, die die Kurse an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen angeschoben hatten. Vor der Pressekonferenz hatte sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial sogar an die noch nie erreichte Marke von 20 000 Punkten herangetastet.

Dow Jones geriet unter Druck

Während Trumps Auftritt geriet der Dow Jones aber unter Druck. Die schlechte Stimmung der Börsianer wirkte bis nach Deutschland nach. Der Leitindex Dax verlor am Donnerstag nach Handelsstart fast ein halbes Prozent. Die Enttäuschung über Trumps Auftritt zeigte sich auch am Kurs des US-Dollar. Er gab zu anderen wichtigen Währungen deutlich nach. Der Euro stieg im Gegenzug am Donnerstagvormittag auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn bei 1,0665 Dollar.

Außerdem sorgte Trump beim mexikanischen Peso für Bewegung, indem er einmal mehr gegen Mexiko wetterte und ankündigte, mit dem Bau der Mauer zum südlichen Nachbarland möglichst bald zu beginnen. Der Peso fiel auf ein neues Rekordtief. Wegen der hohen Abhängigkeit Mexikos vom Handel mit den USA reagiert die Währung besonders stark auf politische Entwicklungen im nördlichen Nachbarland. Seit dem Wahlsieg Trumps im November hat der Peso etwa 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Industrie macht sich Sorgen

Auch die deutsche Industrie macht sich weiter Sorgen über Trumps Pläne. „Ich hatte die Hoffnung, dass er seine Wahlkampfrhetorik ein klein wenig zurückdreht“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, im rbb-Inforadio. „Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.“ Unternehmen bräuchten Sicherheit. „Für wirtschaftliche Investitionen gibt es kein größeres Gift als Unsicherheit“, betonte der BDI-Präsident.

Während Anleger den Dollar und Aktien mieden, setzten sie auf als sicher geltende Anlagehäfen - ein klares Zeichen für Verunsicherung. Der als besonders sichere Währung geltende japanische Yen legte kräftig zu. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kletterte am Donnerstag erstmals seit sieben Wochen wieder über 1200 US-Dollar. Auch die Kurse von als sicher geltenden Staatspapieren wie deutschen Anleihen legten zu.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die US-Börsen befinden sich weiter im Höhenrausch. Der Dow Jones Index ließ am Donnerstag kurz nach der Startglocke erstmals die Marke von 25 000 Punkten hinter sich.
(FILES) This file photo taken on December 29, 2017 shows a trader working on the floor at the closing bell of the Dow Industrial Average at the New York Stock Exchange in New York. 
The Dow shot above 25,000 points for the first time on January 4, 2018 as strong US private-sector hiring data extended a stocks rally in the wake of enactment of US tax reform. About 25 minutes into trading, the Dow Jones Industrial Average stood at 25,051.47, up 0.5 percent and adding to gains after hitting the landmark within minutes of the opening bell.The broad-based S&P 500 rose 0.4 percent to 2,724.19, while the tech-rich Nasdaq Composite Index advanced 0.4 percent to 7,084.71. Both the S&P 500 and Nasdaq also added to Wednesday's records.
 / AFP PHOTO / Bryan R. Smith
Treffen mit Generalsekretär Stoltenberg
US-Präsident Donald Trump hat sich in deutlichen Worten zur Nato bekannt. Er wolle mit den anderen Ländern zusammenarbeiten, um das Bündnis zu stärken. Der starke US-Dollar ist ihm dagegen ein Dorn im Auge.
U.S.  President Donald Trump (R) and NATO Secretary General Jens Stoltenberg hold a joint news conference in the East Room at the White House in Washington, U.S., April 12, 2017. REUTERS/Carlos Barria
Proteste in aller Welt nach der Amtsübernahme von Donald Trump: Seine aggressive Antrittsrede verstärkt vorhandene Sorgen. Im Inland verschärft der neue US-Präsident seine Angriffe gegen Medien.
WASHINGTON, DC - JANUARY 21: Protesters walk up Pennsylvania Avenue during the Women's March on Washington, with the U.S. Capitol in the background, on January 21, 2017 in Washington, DC. Large crowds are attending the anti-Trump rally a day after U.S. President Donald Trump was sworn in as the 45th U.S. president.   Mario Tama/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==