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Finanzkrise: Moody's zahlt 864 Millionen Dollar
Die US-Ratingagentur Moody's wurde von zweifelhaften Kreditbewertungen aus der Zeit der Finanzkrise eingeholt.

Finanzkrise: Moody's zahlt 864 Millionen Dollar

Foto: Reuters
Die US-Ratingagentur Moody's wurde von zweifelhaften Kreditbewertungen aus der Zeit der Finanzkrise eingeholt.
Wirtschaft 14.01.2017

Finanzkrise: Moody's zahlt 864 Millionen Dollar

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Ratingagentur Moody's ist von zweifelhaften Kreditbewertungen aus der Zeit der Finanzkrise eingeholt worden.

(dpa) - Die Ratingagentur Moody's teilte am Freitagabend mit, im Rahmen eines Vergleichs mit US-Behörden 864 Millionen Dollar (812 Mio Euro) zu zahlen.

437,5 Millionen Dollar gehen als Bußgeld an das Justizministerium und weitere 426,3 Millionen an 20 US-Bundesstaaten. Die Einigung umfasse zudem erhebliche Maßnahmen, um die Integrität, Unabhängigkeit und Qualität der Kreditbewertungen zu stärken.

Von der Finanzkrise eingeholt

Moody's wird vorgeworfen, das Risiko strukturierter Wertpapiere zum eigenen Geschäftsvorteil nicht ausreichend berücksichtigt zu haben.

Nach dem Einbruch des US-Häusermarktes Ende 2007 hatten viele solcher Papiere massiv an Wert eingebüßt, was zu heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten führte und als ein Grund für die tiefe Rezession der Folgejahre gilt. Trotzdem betont Moody's, keine Gesetzesverstöße begangen zu haben und hinter seinen Ratings zu stehen.

Auch Standard & Poor's hat gezahlt

Der größere Rivale Standard & Poor's hatte bereits im Februar 2015 einen ähnlichen Vergleich geschlossen. S&P zahlte damals ingesamt 1,4 Milliarden Dollar an das Justizministerium und an Bundesstaaten, um sich von einem Verfahren um frisierte Bonitätsnoten für Wertpapiere freizukaufen, die in der Finanzkrise zu Brandbeschleunigern wurden. Weitere rund 200 Millionen Dollar zahlte das Unternehmen an den kalifornischen Pensionsfonds Calpers und die US-Börsenaufsicht.


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