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Finanzierung der Grenzmauer: US-Militär zieht Gelder von Projekt in Sassenheim ab
Wirtschaft 5 2 Min. 10.10.2019

Finanzierung der Grenzmauer: US-Militär zieht Gelder von Projekt in Sassenheim ab

Der WSA-Standort der US Air Force in Sassenheim.

Finanzierung der Grenzmauer: US-Militär zieht Gelder von Projekt in Sassenheim ab

Der WSA-Standort der US Air Force in Sassenheim.
Foto: WSA
Wirtschaft 5 2 Min. 10.10.2019

Finanzierung der Grenzmauer: US-Militär zieht Gelder von Projekt in Sassenheim ab

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Eine parlamentarische Antwort bestätigt: Dem WSA-Projekt der US Air Force in Sassenheim werden Gelder abgezogen, die dem Bau einer Grenzmauer zu Mexiko zugutekommen sollen.

Anfang September meldeten amerikanische Medien, dass das US-Verteidigungsministerium plane, rund 3,6 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro) aus verschiedenen militärischen Bauprojekten abzuziehen, um mit den Geldern den Bau einer Mauer entlang der mexikanisch-amerikanischen Grenze zu finanzieren.

Das Pentagon in Washington veröffentliche eine komplette Liste der 127 Projekte. Rund eine Milliarde Dollar sollen demnach aus Bauprojekten auf dem amerikanischen Festland eingespart werden, fast 700 Millionen aus US-Territorien. Den weitaus größten Anteil, mit rund 1,8 Milliarden Dollar, sollen allerdings militärische Bauprojekte in Übersee stellen.


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Auf der Liste ist auch ein Projekt in Luxemburg vermerkt, bei dem laut CNN rund 67 Millionen Dollar eingespart werden sollen, die dem Bau der Grenzmauer zu Mexiko zugutekommen sollen. Bei dem Projekt handelt es sich um eine geplante Erweiterung eines Standortes der Warehouses Service Agency (WSA) der US Air Force in Sassenheim.

Diese Angaben wurden nun weitgehend durch eine parlamentarische Frage bestätigt. Auf die Frage des CSV-Abgeordneten Marc Spautz antworten Außenminister Jean Asselborn und Arbeitsminister Dan Kersch, das US-Verteidigungsministerium habe den Luxemburger Behörden bestätigt, dass "Gelder aus dem US-Verteidigungshaushalt, die ursprünglich für den Ausbau der Kapazitäten des WSA-Standortes in Sassenheim vorgesehen waren, nunmehr für den Bau einer Mauer auf der Grenze der Vereinigten Staaten mit Mexiko vorgesehen sind."

Laut einer Sprecherin der amerikanischen Botschaft könnten die Mittel für den Ausbau des WSA-Standortes in Sassenheim jedoch im Haushaltsplan für das Jahr 2020 eingesetzt werden. Dieser wird im Dezember gestimmt.

Der WSA-Standort der US Air Force in Sassenheim wird vor allem für die Lagerung und Reparatur von Reservematerial wie beispielsweise Generatoren, Werkzeugen und Einsatzfahrzeugen genutzt. Munition der US Air Force wird dort allerdings nicht gelagert.

Auf die Frage, welche Auswirkungen der Abzug der Gelder für den Standort Sassenheim habe, antworteten die Minister, es sei noch verfrüht, von einem Rückgang der Investitionen zu sprechen, da der geplante Ausbau noch nicht begonnen habe. Daher könne man auch noch keine Prognose für die Auswirkungen auf den Standort Sassenheim treffen.


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Durch eine am 2. Oktober unterzeichnete Absichtserklärung über die Kostenteilung für Wartungs- und Lagereinsätze im WSA-Depot in Sassenheim sei die Zusammenarbeit zwischen Luxemburg und den Vereinigten Staaten allerdings über die nächsten zehn Jahre bestätigt worden. Die US Air Force Europe (USAFE) plane weiterhin, die Lagerkapazitäten in Sassenheim zu erhöhen, wodurch mit einem "erheblicher Anstieg" der WSA-Belegschaft vor Ort zu rechnen sei.


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