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Finanz- und Wirtschaftsaussichten Luxemburgs: IWF stellt durchwachsenes Zeugnis aus
Wirtschaft 2 Min. 17.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Finanz- und Wirtschaftsaussichten Luxemburgs: IWF stellt durchwachsenes Zeugnis aus

Gemäß den in Artikel IV des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds enthaltenen Bestimmungen, hält der IWF normalerweise einmal pro Jahr mit jedem seiner Mitglieder Konsultationsgespräche ab.

Finanz- und Wirtschaftsaussichten Luxemburgs: IWF stellt durchwachsenes Zeugnis aus

Gemäß den in Artikel IV des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds enthaltenen Bestimmungen, hält der IWF normalerweise einmal pro Jahr mit jedem seiner Mitglieder Konsultationsgespräche ab.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 17.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Finanz- und Wirtschaftsaussichten Luxemburgs: IWF stellt durchwachsenes Zeugnis aus

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vom 4. bis 17. März in Luxemburg seine diesjährigen Artikel-IV-Konsultationen durchgeführt.

(aa) - Vom 4. bis zum 17. März 2015 wurden in Luxemburg die regelmäßig mit jedem Mitgliedsland stattfindenden Konsultationen auf Basis des Artikels IV* des IWF-Übereinkommens durchgeführt. Das IWF-Team traf dabei Vertreter von Ministerien, Banken, Gewerkschaften und der Handelskammer. Zum Ende der diesjährigen Konsultationen stellte Ashok Vir Bhatia, der diesjährige Missionschef für Luxemburg, eine vorläufige Einschätzung vor.

"Die entscheidende Herausforderung, der sich Luxemburg gegenüber sieht, besteht darin ein Geschäftsmodell zu stärken, das dem Land in der Vergangenheit gute Dienste geleistet hat", so Bhatia am Dienstag in Luxemburg. Dieses Modell bestehe darin, auf die Bedürfnisse von Investoren zu reagieren, finanzielle Stabilität zu erhalten und vorausschauend zu agieren. "Es ist gut, dass die Regierungsverantwortlichen in Luxemburg die Finanzpolitik anpassen, um auf geringe Einkünfte aus dem elektronischen Handel zu reagieren und sich die globale Agenda für mehr Steuertransparenz zu eigen machen." Es gelte auch Schritte zu unternehmen, um Luxemburgs gute Reputation als Finanzplatz zu erhalten, einschließlich schnellerer Umsetzung der Gesetze zur Bankenunion, der Gewährleistung eines starken Komitees für systemische Risiken und des Verfechtens einer effektiven internationalen Regulierung.

Weitere Anmerkungen der IWF-Mission waren u.a.:

  • Luxemburg ist in der Vergangenheit schneller gewachsen als seine Nachbarn, aber sein Geschäftsmodell steht großen Herausforderungen gegenüber.
  • Es ist angemessen, dass Luxemburg als kleine, offene Wirtschaft mittelfristig einen Haushaltsüberschuss und eine geringe Verschuldung anpeilt.
  • Der Haushalt 2015 und der mittelfristige Finanzplan gehen verspätet auf die rückläufigen Steuereinnahmen aus dem elektronischen Handel ein.
  • Das Haushaltspaket setzt einen Fonds Souverain Intergénérationel ein, der idealerweise umfassender sein sollte.
  • Trotz einer starken Nettovermögensposition muss die Regierung weitere Reformen auf den Weg bringen, um künftigen Rentendefiziten entgegenzutreten.
  • Die Regierungsverantwortlichen sollten die möglichen Auswirkungen auf die Staatseinnahmen abschätzen, die gobale Steuerinitiativen mit sich bringen können, z.B. wenn die USA die Auslandsgewinne ihrer Konzerne selbst besteuern wollen.
  •  Man sollte darüber nachdenken, wie man das Einkünftesystem robuster gestalten könne. Steuervorentscheide sollten nicht zu unangemessen komplexen Strukturen ermuntern.
  • Der Finanzsektor sei das Herz der luxemburgischen Wirtschaft und eine europäische Finanzdrehscheibe. Der Übergang zum automatischen Informationsaustausch werde gleitend vollzogen.

Das vollständige Statement zur Luxemburg-Mission in englischer Sprache ist auf der Internetseite des IWF zu finden.

*Gemäß den in Artikel IV des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds enthaltenen Bestimmungen, hält der IWF normalerweise einmal pro Jahr mit jedem seiner Mitglieder Konsultationsgespräche ab. Diese Konsultationen konzentrieren sich auf den Wechselkurs sowie die Finanz- und Geldpolitik des Mitglieds, die Zahlungsbilanz und Entwicklungen betreffend die Auslandsverschuldung; den Einfluss seiner Politiken auf die Zahlungsbilanz; die internationalen und regionalen Auswirkungen der besagten Strukturen sowie die Identifizierung potentieller Schwächen. Die Konsultationen beschränken sich nicht auf makroökonomische Maßnahmen, sondern beschäftigen sich mit allen Aspekten, die einen wesentlichen Einfluss auf die makroökonomische Leistung eines Landes haben, zu denen je nach Situation Arbeitsmarkt, Umwelt und Regierungsführung gehören können. Angesichts der steigenden globalen Integration der Finanzmärkte berücksichtigt der IWF Fragen der Kapitalverkehrsbilanz sowie des Finanz- und Bankensektors ausdrücklicher. (Quelle: IWF)


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