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Ferdinand Piëch ist tot
Wirtschaft 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Ferdinand Piëch ist tot

Ferdinand Piech war Manager und Visionär zugleich.

Ferdinand Piëch ist tot

Ferdinand Piech war Manager und Visionär zugleich.
Foto: LW-Archiv
Wirtschaft 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Ferdinand Piëch ist tot

Wie Medien am Montagabend übereinstimmend berichten, ist der ehemalige VW-Chef im Alter von 82 Jahren verstorben.

(TJ/dpa) - Wie Medien am Montagabend übereinstimmend berichten, ist der ehemalige VW-Chef im Alter von 82 Jahren verstorben.

Piëch, ehemaliger VW-Chef und Mitinhaber von VW und Porsche soll bereits am Sonntagabend in einem Klinikum in Rosenheim verstorben sein. Zuvor sei er nach einem Restaurantbesuch kollabiert.

Piëch wurde im Jahr 1937 als drittes Kind von Anton Piëch und Louise Porsche geboren. Er war somit der Enkel des legendären Ferdinand Porsche. Ferdinand Piëch schrieb Wirtschaftsgeschichte und war eine der schillerndsten Figuren der deutschen Industrie. Lange wachte er fast unangefochten über das VW-Reich.

Ferdinand Piech, aufgenommen zu Beginn einer VW-Hauptversammlung.
Ferdinand Piech, aufgenommen zu Beginn einer VW-Hauptversammlung.
Kay Nietfeld/dpa

Von 1993 bis 2002 war er Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, danach deren Aufsichtsratsvorsitzender. Am 25. April 2015 legte er sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates sowie alle seine Aufsichtsratsmandate innerhalb des Volkswagen-Konzerns nieder.

Ab 1988 gestaltete er das Markenbild von Audi neu und legte den Grundstein für wichtige Merkmale wie etwa den Quattro-Allradantrieb und die vollverzinkte Karosserie. Ab 1993 optimierte er die Produktion des damals defizitären VW-Konzerns. Zugleich setzte er eine "kompromisslose Qualität" durch und erweiterte in neuen Bereichen, wie dem Luxussegment und der Lastwagenherstellung. 

Unter seiner Federführung wurden die Marken Bentley, Bugatti und Lamborghini vom Konzern übernommen und wiederbelebt.

Piëch, am 17. April 1937 geborener Enkel des legendären Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche, trat als Aufsichtsratschef zurück, danach tauchte er nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Der gebürtige Österreicher zog sich zurück auf seine Residenz in Salzburg. Was ihm zunächst blieb, war das Aufsichtsratsmandat beim Volkswagen-Haupteigner Porsche SE - die Familien Porsche und Piëch halten 100 Prozent der Stimmrechte an der Firma. 14,7 Prozent davon gehörten zu dem Zeitpunkt Piëch. 2017 bot er seinen Verwandten den Großteil des Aktienpakets an, die griffen zu. Man könne sich Familie nicht aussuchen, kommentierte sein Cousin Wolfgang Porsche damals.  


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